Plattdeutsches Theater

Von Muttersöhnchen und Staubsaugern

Die Wulmstorfer Theatergruppe hat eine gelungene Premiere ihres plattdeutschen Theaterstückes „De Mamasöhn“ gefeiert. Im Mittelpunkt des Klamauks stehen ein zerstrittenes Ehepaar und ein Staubsaugervertreter.
13.01.2019, 18:32
Lesedauer: 3 Min
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Von Lukas Warnecke
Von Muttersöhnchen und Staubsaugern

Staubsaugervertreter Harald Weber (Helmut Lührs) muss ungewollt als Ersatzehemann herhalten, um die Situation zu retten.

Björn Hake

Mehrere Hundert Zuschauer sitzen im Zuschauerraum. Die Kulisse auf der Bühne stellt ein typisches deutsches Wohnzimmer dar. Alle warten gespannt auf die Aufführung des neuesten Stückes der Wulmstorfer Theatergruppe. „De Mamasöhn“ heißt der Titel der plattdeutschen Komödie, die am Sonnabend in der Intscheder Gemeinschaftssportanlage ihre Premiere geschrieben hat.

Ursprünglich geschrieben von Florian Battermann, ist es von Heino Buerhoop ins Plattdeutsche übersetzt worden. Seit mehr als 15 Jahren finden die Auftritte der Wulmstorfer Theatergruppe bereits in der Gemeinschaftssportanlage vor einem gemischten Publikum statt. Gäste aller Altersklassen saßen auch diesmal an den langen Tischen, um sich die heitere Aufführung anzuschauen.

Doch bevor es richtig losgehen konnte auf der Bühne, bekam zuerst der Nachwuchs seine Chance auf einen Auftritt. Die Kinderschauspieler der Theatergruppe führten vor dem richtigen Stück zunächst noch einen kleinen Sketch auf. In diesem beschwerten sich drei Kinder bei ihrem Opa, dass sie hungrig seien und nichts zu Essen da ist. Der Grund dafür ist das Fehlen der Mutter, die auf Geschäftsreise weilt. Jetzt müssen es Opa und die Kinder gemeinsam schaffen, sich irgendwie alleine zu versorgen. Auch die Kinder wagten sich in ihrem Sketch an den plattdeutschen Dialekt und wurden dafür mit Applaus belohnt.

Hoffnungslos zerstritten

Nach einer kurzen Pause konnte dann aber schließlich das Theaterstück der Großen beginnen. Beate (Eike Lührs) und Martin (Torsten Mai) könnten unterschiedlicher nicht sein. Martin ist ein eingefleischter Familienmensch und liest seiner Mutter quasi jeden Wunsch von den Augen ab. Beate hingegen hat mit ihrer Mutter Erika (Marlies von Hollen) bereits seit sechs Jahren nicht mehr geredet und möchte auch, dass dies so bleibt. Das kann Martin jedoch nicht ertragen und zwingt seine Ehefrau zu einem gemeinsamen Abendessen mit ihrer Mutter, bei dem es – so die Hoffnung des Gatten – zu einem klärenden Gespräch kommen soll.

An dem wichtigen Abend ist Beate entsprechend aufgeregt und es entwickelt sich zwischen dem Ehepaar ein riesiger Streit, in dem ihre verschiedenen Ansichten zur Familie im Mittelpunkt stehen. Und ausgerechnet kurz vor Erikas Ankunft verlässt Martin wutentbrannt die Wohnung.

Aushelfen soll nun der Staubsaugervertreter Harald Weber (Helmut Lührs). Dieser wollte eigentlich nur seinen neuesten, wie er selbst behauptet „von der NASA getesteten“ Staubsauger verkaufen. Stattdessen muss er jetzt für Beate den Ersatzehemann spielen. Schnell lernt der eingefleischte Elvis-Fan seine Verkaufsphrase „Sehen sie in mir einen guten Freund“ zu bereuen.

Phrase wird zum Bumerang

Insgesamt drei Akte umfasst die neue Komödie der Wulmstorfer Theatergruppe. Während der Pausen konnten sich die Gäste bei entspannter Musik mit einem Getränk und einer großen Auswahl an Snacks stärken. Während der Auftritte blieb die Stimmung durchweg gut.

Die Menschen lachten viel und gaben sogar zwischen durch Szenenapplaus, wenn ihnen eine Stelle besonders gut gefallen hat. „Es macht großen Spaß“, lobten viele Besucher die Darsteller. Plattdeutsches Theater sei einfach Kult in unserer Familie, hieß es von anderen Gästen. Den jüngeren Gästen macht die Aufführung ebenfalls sichtlich Freude. Auch wenn sie zwischendurch die älteren Gäste immer mal wieder nach der Bedeutung des einen oder anderen Wortes fragen müssen. An insgesamt vier weiteren Terminen kann „De Mamasöhn“ noch besucht werden: Freitag, 18. Januar um 19.30 Uhr; Sonnabend, 19. Januar um 14 Uhr (mit Kaffee- und Kuchentafel); Sonnabend, 19. Januar um 19.30 Uhr; Sonntag, 20. Januar um 14 Uhr (wieder mit Kaffee und Kuchen).

Der Kartenvorverkauf findet derweil jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag von 18 bis 20 Uhr statt. Karten können bei Heike und Fred Wigger telefonisch unter der Rufnummer 0 42 33 / 24 35 64 erworben und reserviert werden. Die Eintrittspreise liegen bei neun Euro für Abendvorstellungen und 16 Euro für Kaffeevorstellungen.

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