SOS-Kinderdörfer im Austausch

Voneinander lernen

In Worpswede haben sich die Mitarbeiter des SOS-Kinderdorfs mit kroatischen Kollegen über die verschiedenen Konzepte von SOS-Kinderdörfern, deren Finanzierung und über die Nachwuchsgewinnung ausgetauscht.
23.09.2019, 17:20
Lesedauer: 2 Min
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Von Sabine von der Decken
Voneinander lernen

Neun Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer in Lekenik und Ladimirevci in Kroatien haben das Worpsweder SOS-Kinderdorf besucht.

Sabine von der Decken

Besuch aus anderen Ländern der Erde hat im SOS-Kinderdorf Worpswede schon häufiger Station gemacht. Eine Premiere war jetzt der fachliche Austausch über sechs Tage mit einer Delegation aus dem SOS-Kinderdorf Kroatien. Die Mitarbeiter sprachen unter anderem über das Marketing, die Öffentlichkeitsarbeit, die Finanzierung, Nachwuchsgewinnung und über die Fachkräfteausbildung.

„Das wird immer mehr, weil wir unser internationales Engagement zunehmend weiter ausbauen“, erklärte Simone Grannemann den internationalen Austausch, der seit einigen Jahren weltweit zwischen den Kinderdörfern stattfindet. Die Bereichsleiterin des SOS-Kinderdorfs Worpswede hat gemeinsam mit einer Delegation bereits Äthiopien, Kroatien und Bosnien besucht und sich dort mit Fachkräften und Experten über Förderungs- und Bildungsmöglichkeiten für Kinder ausgetauscht, die der Jugendhilfe anvertraut sind. Nun folgte ein Gegenbesuch kroatischer Einrichtungsleiter in Worpswede. Mit dabei waren auch Kinderdorfmütter und Mitarbeiter des Managements. Worpswedes Bürgermeister Stefan Schwenke begrüßte die Gäste im hiesigen Kinderdorf. Er betonte dabei die Bedeutung des internationalen Austauschs und die gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Kinderdorf.

Ziel dieses Treffens sei es, dass die Beteiligten einen Einblick in die national unterschiedlichen Konzepte erhalten und von den anderen SOS-Kinderdörfern lernen, sagte der Worpsweder Einrichtungsleiter Joachim Schuch. Denn die Kinderdörfer seien sehr unterschiedlich aufgestellt und konzipiert. Es eine sie das Prinzip der Kinderdorfmutter, das Kinderdorfhaus und die Konzeption des Kinderdorfs. Diese Erfahrung brachte auch Simone Grannemann von ihrer Reise nach Kroatien und Bosnien mit. „Unsere Wurzeln sind dieselben wie auch die Idee, aus der wir arbeiten“, so ihr Fazit. Worpswede sei nur einer von 21 Standorten des SOS-Kinderdorfs in Osterholz-Scharmbeck, Gnarrenburg und Bremen-Nord – das sei zum Beispiel in Äthiopien anders: „Hier geht es primär um Bildung, und jedes Kinderdorf hat eine angeschlossene Schule“, erklärte Schuch. Für Deutschland gebe es das aufgrund des guten Schulsystems nicht. Bosnien indes sei immer noch stark von den Folgen des Kriegs geprägt. Die Arbeit der Kinderdörfer sei daher bestimmt durch eine gewisse politische Instabilität und damit verbundenen Gesetzesänderungen. Als eine interessante Erfahrung nahm Simone Grannemann von ihrem Besuch in Kroatien und Bosnien den kreativen Umgang mit den teils mäßigen Ressourcen mit nach Worpswede. Lernen, wie anderswo Fördermaßnahmen greifen, Familienstärkung praktiziert, Elternarbeit umgesetzt und Berufsorientierung eingesetzt wird, sei das Ziel des bilateralen Erfahrungsaustauschs. Das machte Sonja Oelfken vom Bereich Öffentlichkeitsarbeit SOS-Kinderdorf Worpswede deutlich.

Mit einer konkreten Fragestellung seien sie nicht angereist, erklärten die kroatischen Experten in Worpswede. Ihr Ziel sei es gewesen, sich umfassend zu informieren und sich einen Überblick über die Gegebenheiten zu verschaffen. Für Joachim Schuch bedeutete der Besuch auch die Möglichkeit zum Aufbau einer deutsch-kroatischen Partnerschaft. Die SOS-Kinderdörfer in Deutschland und Kroatien arbeiteten mit vergleichbaren Systemen und die Entfernung sei überbrückbar. Gute Voraussetzungen also für eine Kooperation von Worpswede mit den kroatischen Regionen Lekenik und Ladimirevci.

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