die norddeutsche vor 25 jahren Vor 25 Jahren: Das Schulschiff ist da

Am 20. Januar 1996 berichtete DIE NORDDEUTSCHE über die lang Ankunft des Schulschiffs. Am 19. Januar 1996, „gegen 12 Uhr“, hatte die „Deutschland“ an ihrem aktuellen Liegeplatz an der Lesummündung festgemacht.
16.01.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Marina Köglin

Über eine „gut besuchte“ Premiere berichtete DIE NORDDEUTSCHE am 17. Januar 1996. Im Jugendhaus der Grambker Kirche hatte erstmals eine Spielenacht mit Brett- und Kartenspielen stattgefunden; zwölf Stunden dauerte der Spielemarathon. „Von der Resonanz“, so ist in dem Artikel zu lesen, „waren die Organisatoren selbst überrascht.“ 50 Teilnehmer hatten sich eingefunden, die Hälfte hielt bis zum nächsten Morgen durch und frühstückte sogar noch gemeinsam. „Eine schöne Erfahrung“, kommentierte der damalige Grambker Diakon Herbert Hinze die Premiere. „Die Mitarbeiter der Kirchengemeinde sind sich sicher, dass die Spielenacht noch in diesem Jahr wiederholt wird.“

Mittlerweile bieten mehrere Nordbremer Gemeinden in regelmäßigen Abständen zwar nicht unbedingt nächtelange Spielrunden, aber doch Spieleabende an. Pandemiebedingt wird es aber wohl noch eine Weile dauern, bis die Würfel wieder rollen dürfen.

„Medienzentrum Nord startet mit zunächst 1300 Filmen“ berichtete DIE NORDDEUTSCHE ebenfalls am 17. Januar 1996. Die Nordbremer Dependance der Landesbildstelle war an der Färberstraße in Grohn eröffnet worden. Unter der Regie des Landesinstituts für Schule (LIS) versorgte das Medienzentrum die Nordbremer Schulen mit audiovisuellem Unterrichtsmaterial, aber auch außerschulische Bildungseinrichtungen und Privatpersonen, die einen Ausweis der Stadtbibliothek hatten, konnten dort kostenlos Filme ausleihen. „Zur Zeit werden ausschließlich Videofilme ausgeliehen, die CD-Rom ist aber im Kommen“, sagte Ulrich Mehnen, der damalige Leiter des Medienzentrums. Auch alte technische Geräte, Projektoren, Kameras und Filmvorführgeräte wurden im Medienzentrum verwahrt. Einige Jahre später zog das Medienzentrum nach Vegesack an den Sedanplatz 5. Seit 2013 gibt es das Medienzentrum Nord nicht mehr.

„Fregatte kippte im Dock auf die Seite“ hieß es am 19. Januar auf Seite 1 der NORDDEUTSCHEN. Die Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ war in den frühen Morgenstunden im Schwimmdock des Bremer Vulkans auf die Seite gekippt, woraufhin das Dock gegen die Pier gedrückt wurde und ein Kran umkippte. Zur Zeit des Unfalls war eine dreiköpfige zivile Wachmannschaft an Bord. Einer der Männer erlitt Rippenverletzungen. Die Fregatte konnte von Schleppern aus dem Dock gezogen werden. Eine Havariekommission übernahm die Untersuchung des Zwischenfalls, denn weder Wellenschlag noch Wind kamen als Unglücksursache in Frage.

Am 20. Januar 1996 berichtete DIE NORDDEUTSCHE auf Seite 1 über die lang erwartete Ankunft des Schulschiffs. Am 19. Januar 1996, „gegen 12 Uhr“, hatte die „Deutschland“ im Beisein zahlreicher Ehrengäste und Zuschauer an ihrem derzeitigen Liegeplatz an der Lesummündung festgemacht. „Nach fast neunmonatiger Werftliegezeit beim Bremer Vulkan und dem größten Renovierungsumbau seit Inbetriebstellung 1927 präsentiert sich der Rahsegler in neuer – alter – Schönheit“, ist in dem Artikel zu lesen. Während der Restaurierung und Renovierung hatte das Schulschiff, das zwischenzeitlich einen schwarzen Anstrich trug, sein ursprüngliches Aussehen zurückerhalten. „Aus einem hässlichen Entlein wurde wieder der Weiße Schwan der Unterweser“, wird der Schulschiff-Verein zitiert. Die Arbeiten an der „Deutschland“ hatten ihren Preis: Aus den ursprünglich vorgesehenen 3,85 Millionen waren letztlich 4,5 Millionen Mark geworden. Die Schlepper „Berne“ und „Brake“ hatten das Schulschiff vom Vulkan an die Lesum verholt. „Trotz winterlicher Temperaturen und einer frischen Brise hatten sich zahlreiche Schaulustige an Weserpromenade und Utkiek eingefunden. Sie wollten den künftigen maritimen Botschafter Vegesacks begrüßen – aus Richtung Signalstation war ein dreifaches ,hipp, hipp, hurra!‘ zu hören“, berichtete DIE NORDDEUTSCHE.

Möglicherweise wird der maritime Botschafter Vegesacks bald zum maritimen Botschafter Bremerhavens; der Schulschiff-Verein denkt derzeit über eine Verlegung der „Deutschland“ nach Bremerhaven nach. Dort, im Neuen Hafen, komme das maritime Denkmal besser zu Geltung und würde mehr Besucher anziehen, so die Hoffnung.

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