Initiative übergibt Unterschriftenliste an Bürgermeister Vorerst kein DSL in Benkel

Ottersberg. Jana Werner und ihre Kinder müssen regelmäßig im Internet recherchieren. Ihr Pech ist nur, dass sie im ländlichen Benkel - ganz am Nordrand des Landkreises Verden - wohnen. Hier gibt es keine schnelle DSL-Internetverbindung.
24.02.2010, 08:00
Lesedauer: 2 Min
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Vorerst kein DSL in Benkel
Von Uwe Dammann

Ottersberg. Jana Werner hat drei Kinder. Die beiden größeren müssen für die Referate und Hausaufgaben für die Schule regelmäßig im Internet recherchieren. Ihr Pech ist nur, dass sie im ländlichen Benkel - ganz am Nordrand des Landkreises Verden - wohnen. Hier gibt es keine schnelle DSL-Internetverbindung. Die Kinder können manche ihrer Aufgaben gar nicht mehr erledigen, sagt Werner.

'Sie werden somit von schulischen Entwicklungen abgehängt und haben erhebliche Nachteile bei der Informationsbeschaffung', sagt die junge Mutter. Noch ärger trifft es die Selbstständigen aus dem kleinen Dorf, das zum Flecken Ottersberg gehört. Der Ort besteht aus 31 Häusern, in denen 39 Familien mit rund 90 Personen wohnen - darunter sieben Gewerbetreibende oder Freiberufler. Einer von ihnen ist Veranstaltungstechniker Cornelius Vogel, der dringend für seinen Betrieb darauf angewiesen ist, dass er große Dateien aus dem Internet herunterladen kann. Ähnlich geht es weiteren Unternehmen im Ort. Ein Selbstständiger ist bereits vor einiger Zeit aus Benkel fortgezogen, weil die beruflichen Nachteile durch den fehlenden Datenfluss zu gravierend wurden. Jana Werner und ihr Vater Klaus Werner sowie Unternehmer Cornelius Vogel gehörten gestern zu einer Delegation aus Benkel, die im Ottersberger Rathaus eine Unterschriftenliste an Bürgermeister Horst Hofmann überreichte. So will

die Initiative der Forderung Nachdruck verleihen, dass der Ort endlich an das DSL-Netz angeschlossen wird. 'Wir treten hier nicht als Bittsteller auf', sagte Klaus Werner an Bürgermeister Horst Hofmann gerichtet. Die Gemeinde müsse entsprechenden politischen Druck ausüben, damit die Kabel gelegt werden, meinte Werner und wollte Hofmann eine Art 'Ultimatum' stellen. Möglichst in 14 Tagen wolle man eine schriftliche Antwort haben, wie es um den DSL-Anschluss in Benkel stehe, sagte Werner.

'So lange müssen wir gar nicht warten', erwiderte Bürgermeister Hofmann. Die Antwort könne er gleich an Ort und Stelle geben. 'Mit dem DSL-Anschluss in Benkel wird es in nächster Zeit nichts werden', sagte Hofmann unmissverständlich. Die Initiative laufe mit ihren Bemühungen allerdings bei Verwaltung und Politik 'offene Türen' ein. 'Natürlich ist es mein Interesse, dass unsere Gemeinde flächendeckend DSL erhält', sagte Hofmann. 'Aber mehr als Druck machen, können wir nicht', so der Verwaltungschef. Auf politischer Ebene laufen bereits mehre Bemühungen über den Landkreis Verden und über die Mittel aus dem Konjunkturpaket II, die DSL-Anschlüsse auf das flache Land zu bekommen. Ottersberg wird voraussichtlich im März von diesem Programm profitieren. Die dann verbesserten Anschlüsse betreffen aber lediglich den Ottersberger Ortsteil Bahnhof und die Ortschaft Grasdorf bei Posthausen. Benkel gehört nicht zu den Nutznießern, sagte Hofmann. 'Es gibt viele kleine Ortschaften im Kreis, die über

keinen DSL-Anschluss verfügen', betonte der Bürgermeister. Da gebe es bereits Verteilungskämpfe, und obendrein müsse sich ein privater Netzbetreiber wie EWE-Tel oder ein anderes Unternehmen finden, damit das Glasfaserkabel verlegt wird. Wann das in Benkel sein wird, da könne er beim besten Willen keine Prognose wagen. Zufrieden war die Initiative nicht mit dieser Antwort, aber 'Sie eignen sich in dieser Frage wahrlich nicht als Feindbild für unsere Initiative', merkte Klaus Werner an.

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