Lilienthal führt im nächsten Jahr die niedersächsische Ehrenamtskarte ein / Gültig ist sie auch in Bremen

Vorteile liegen bar auf der Hand

Lilienthal. Die schlechte Nachricht zuerst: Die bisher gewährten Vergünstigungen für ehrenamtlich Tätige in der Jugend- und Sozialarbeit wird es in Lilienthal ab dem 31. Dezember nicht mehr geben. Das macht aber nichts, denn die guteNachricht ist: Mit dem neuen Jahr wird die Gemeinde Lilienthal die sowohl in Niedersachsen als auch in Bremen gültige Ehrenamtskarte einführen. Die ermöglicht in vielen Städten und Gemeinden vom Harz bis zur Nordsee und in der Hansestadt ein Vielfaches an Vergünstigungen bereit.
25.10.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Siegfried Deismann

Lilienthal. Die schlechte Nachricht zuerst: Die bisher gewährten Vergünstigungen für ehrenamtlich Tätige in der Jugend- und Sozialarbeit wird es in Lilienthal ab dem 31. Dezember nicht mehr geben. Das macht aber nichts, denn die guteNachricht ist: Mit dem neuen Jahr wird die Gemeinde Lilienthal die sowohl in Niedersachsen als auch in Bremen gültige Ehrenamtskarte einführen. Die ermöglicht in vielen Städten und Gemeinden vom Harz bis zur Nordsee und in der Hansestadt ein Vielfaches an Vergünstigungen bereit.

Mit dem Ratsbeschluss wurde die Verwaltung beauftragt, Vorschläge zu machen, wie auch unter 18-Jährige in den Genuss von Vergünstigungen kommen können. Auf dieses Manko der Ehrenamtskarte, dass nämlich Jugendliche nicht in den Genuss der Vorteile kommen, hatte die Grüne Gisela Velde-Gestrich hingewiesen. Gerade auch Jugendliche müssten spüren, dass es gern gesehen werde, wenn sie ehrenamtlich tätig seien, gab die Grüne zu bedenken. Derweil freute sich für die Christdemokraten Klaus Grotheer, dass der Rat nun offenbar dieser "schönen und guten Sache" zustimmen werde, nachdem der Antrag seiner Fraktion anfangs nur auf Ablehnung gestoßen sei. Das allerdings wollte das FDP-Fraktionsmitglied Heidi Kupsch denn doch etwas relativiert haben. Wenn man nicht sogleich mit fliegenden Fahnen hinter dem Antrag gestanden habe, sei das deshalb gewesen, weil man sich zunächst über die Vor- und Nachteile sowie über die Vergabekriterien habe informieren wollen.

Mindestalter: 18 Jahre

Denn tatsächlich sind an die Vergabe der niedersächsischen Ehrenamtskarte, die im ersten Quartal 2012 laut einstimmigem Ratsbeschluss nun auch in der Wümmegemeinde eingeführt werden soll, klare Bedingungen geknüpft: So beträgt das Mindestalter des Inhabers 18 Jahre. Die ehrenamtliche Tätigkeit muss seit mindestens drei Jahren - oder falls kürzer mindestens seit Gründung des Vereins oder der Initiative ausgeübt werden und das mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden jährlich. Gültig bleibt die Karte für drei Jahre. Ein Blick auf die Internetseite www.freiwilligenserver.de und dort weiter unter Ehrenamtskarte und Vergünstigungen zeigt eine Auflistung von Orten in Niedersachsen, in denen Karteninhaber bevorzugt behandelt werden. In der Landeshauptstadt Hannover gewährt das Landesmuseum freien Eintritt, immerhin 50 Prozent Rabatt auf den Eintrittspreis gibt es im Kestner- und im Sprengelmuseum sowie in diversen Bädern.

Einen um die Hälfte reduzierten Eintrittspreis zahlt man in Bremerhaven für die Kunsthalle, während der Rabatt beim Besuch des Zoos am Meer mit zehn Prozent deutlich niedriger ausfällt - und das gilt auch nur dienstags bis freitags. In Bremen gewährt das Universum 25 Prozent Eintrittsrabatt, und auch die Bremer Bäder, die Schiffsflotte der Reederei Hal Över, das Überseemuseum und sogar die Philharmonische Gesellschaft versprechen Vergünstigungen in unterschiedlicher Höhe.

Weil aber das Prinzip der Ehrenamtskarte auf einem Geben und Nehmen beruht, muss nun auch die Gemeinde Lilienthal überlegen, was sie als Angebot beisteuern kann. Da wären laut Ordnungsamtsleiter Andreas Cordes, der schon die eine oder Idee hat, die aber noch nicht spruchreif ist, zum einen Anreize, die die Gemeinde analog zu anderen Städten und Gemeinden selbst geben könnte, etwa kostenlose Beglaubigungen oder ermäßigte Eintrittskarten - wenn es sich um Einrichtungen der Gemeinde handelt. Denn soviel ist klar, und das steht auch so im Beschluss: Ein finanzieller Ausgleich an Anbieter von Vergünstigungen ist nicht vorgesehen.

Und das gilt im Prinzip genauso für Wirtschaftsbetriebe wie das Hallenbad sowie auch für erst noch einzuwerbende Angebote von privaten Sponsoren der Ehrenamtskarte. In Bremen etwa verschenkt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) einen Radwegeplan, da gibt ein Hotel Ermäßigungen auf Zimmerpreise, und da verzichtet auch das Theaterschiff auf einen Teil des Eintrittspreises. Die Beispiele zeigen, dass sich auch Vereine und private Anbieter beteiligen können. Hier ist es dann aber ein Geben ohne Nehmen. Wer sich vorstellen kann, die Ehrenamtskarte auf diesem Wege als privater Sponsor noch attraktiver zu machen, der kann sich im Rathaus bei Andreas Cordes unter der Nummer 04298/929150 melden.

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