Harald Giese, Joachim Twiefel und Hubert Schipke kandidieren für die Sozialdemokraten / AWG löst sich zur Kommunalwahl auf

Wählergemeinschaft wagt Neuanfang mit SPD-Axstedt

Axstedt. Die politischen Karten für den Axstedter Gemeinderat werden neu gemischt. Wenn die Bürger am 11. September ihre Vertreter in den Rat wählen, werden sie auf dem Wahlzettel vergeblich nach der Axstedter Wählergemeinschaft (AWG) suchen. "Wir haben uns dazu entschlossen, auf der Wählerliste der SPD zu kandidieren und auch der SPD beizutreten", teilt Harald Giese, Vorsitzender der Wählergemeinschaft, der Redaktion mit. Bis zum Tag der Wahl werde die Wählergemeinschaft im Rat wie bisher weiterarbeiten und ihre Ziele vertreten. Nach dem 11. September werde die AWG sich auflösen.
10.02.2011, 05:00
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Wählergemeinschaft wagt Neuanfang mit SPD-Axstedt
Von Brigitte Lange

Axstedt. Die politischen Karten für den Axstedter Gemeinderat werden neu gemischt. Wenn die Bürger am 11. September ihre Vertreter in den Rat wählen, werden sie auf dem Wahlzettel vergeblich nach der Axstedter Wählergemeinschaft (AWG) suchen. "Wir haben uns dazu entschlossen, auf der Wählerliste der SPD zu kandidieren und auch der SPD beizutreten", teilt Harald Giese, Vorsitzender der Wählergemeinschaft, der Redaktion mit. Bis zum Tag der Wahl werde die Wählergemeinschaft im Rat wie bisher weiterarbeiten und ihre Ziele vertreten. Nach dem 11. September werde die AWG sich auflösen.

Es sei kein einzelnes Ereignis gewesen, dass sie zu diesem Schritt bewogen habe, berichten Harald Giese und die beiden AWG-Ratsmitglieder Joachim Twiefel sowie Hubert Schipke. 2000 sei die Wählergemeinschaft gegründet worden. "Wir wollten bürgernahe Politik machen", erinnert der Vorsitzende. "Unsere Devise lautete damals, dass wir etwas für Axstedt bewegen wollen", so Schipke. Damit hatten sie einen Nerv getroffen, schafften mit drei Kandidaten den Sprung in den Rat, stellten den Bürgermeister. Projekte wie die Prioritätenliste für neue Straßenlaternen und die Ausweisung der Baugebiete An den Deichwiesen und Am Schulwald hätten sie angestoßen und vorangebracht. Giese: "Wir hatten Spaß daran, etwas im Rat mit anzuschieben." 2006 wählten die Axstedter zwei AWG-Mitglieder in den Rat. Die CDU sicherte sich sechs Mandate, die SPD erhielt drei Sitze. Das Blatt wendete sich. "In den vergangenen Jahren haben wir immer weniger machen können", so Giese: "Wir möchten

uns einbringen, aber dass uns das gelingt, können wir im Augenblick nicht sehen." Die AWG hat das Gefühl, dass ihre Anträge von der Ratsmehrheit nicht wahrgenommen, nicht ernsthaft in Betracht gezogen würden. Sie fühlen sich kaltgestellt.

Aber, und das betont Schipke, es gehe ihnen nicht darum, einfach gegen alle zu wettern. "Wir wollen mit allen gemeinsam eine vernünftige Politik in und für Axstedt machen." Diese solle möglichst öffentlich betrieben werden. Für Gieses, Schipkes und Twiefels Geschmack sind zu viele Entscheidungen in den vergangenen Monaten im Verwaltungsausschuss und damit unter Ausschluss der Öffentlichkeit getroffen worden. Ihr Ziel, bürgernahe Politik zu betreiben, gerate ins Hintertreffen.

Diese, so hoffen sie, werden sie künftig mit der SPD-Axstedt machen können. "Wir haben gemerkt, dass die SPD ähnliche Ziele und Interessen wie wir verfolgt", erklärt Giese die Entscheidung. Er, Twiefel und Schipke können sich eine Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten mehr als gut vorstellen. Sie verweisen aber darauf, dass sie sich dabei auf Axstedt konzentrieren wollen. In den Samtgemeinderat ziehe es sie nicht. "Wir wollen hier vor Ort bleiben", bestätigt Twiefel. Die SPD selbst habe ihr Ansinnen positiv aufgenommen. Rahmenbedingungen seien gesteckt worden, mit denen sie alle gut leben könnten, versichern die AWG-ler.

"Als ich die Anfrage der AWG bekommen habe, war ich mehr als überrascht", berichtet Udo Mester, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Gemeinde Axstedt der Redaktion. Durch das Ansinnen der Wählergemeinschaft hätte sich die SPD ein "stückweit geehrt" und in ihrer Arbeit für Axstedt "bestätigt"gefühlt. Bevor er jedoch Gieses, Twiefels und Schipkes Wunsch nachkam, klärte er zunächst, wie groß die Schnittmenge der Interessen ist und unter welchen Rahmenbedingungen sie zusammen arbeiten könnten. "Die Gespräche mit der AWG verliefen durchweg sachlich, ehrlich und konstruktiv", berichtet Mester. Schließlich holte er sich das Okay seiner Fraktion, Parteigenossen und - das sei ihm besonders wichtig gewesen - der für September ausgespähten Kandidaten. "Der Beschluss fiel einstimmig für die AWG aus", teilt Mester mit. Bemerkenswert, denn das sei nicht immer der Fall. Er ergänzt: "Wir sind froh darüber, dass sich die AWG für die SPD entschieden hat."

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