Ritterhuder Schienentrasse

Wände gegen Zuglärm kommen 2015

Ritterhude. Die Deutsche Bahn will die Anwohner in Ritterhude vor Zuglärm schützen. Bis Mitte 2015 sollen fast dreieinhalb Kilometer Schienentrasse in Alt-Ritterhude mit Schallschutz-Elementen ausgerüstet werden.
10.01.2014, 08:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Valek
Wände gegen Zuglärm kommen 2015

Im Frühjahr 2015 soll unter anderem die Schienentrasse entlang der Ritterhuder Luisenstraße mit Schallschutz-Wänden ausgerüstet werden. Die Gesamtlänge aller „hoch schallabsorbierenden Leichtmetall-Elemente“ soll 3360 Meter betragen. EIn Mitarbeiter der Deutschen Bahn wird Anwohner am 21. Januar, ab 18 Uhr im Hamme-Forum darüber informieren. (CVA)·

Christian Valek

Ritterhude. Die Deutsche Bahn will die Anwohner in Ritterhude vor Zuglärm schützen. Bis Mitte 2015 sollen fast dreieinhalb Kilometer Schienentrasse in Alt-Ritterhude mit Schallschutz-Elementen ausgerüstet werden. Ein Bahn-Verantwortlicher wird die Anlieger darüber öffentlich informieren.

Das Wohnen an der Bahntrasse in Ritterhude soll deutlich leiser werden. Die Deutsche Bahn (DB) wird dazu den Schienenstrang von der Landesgrenze in Marßel bis zum Ortsausgang in Richtung Scharmbeckstotel mit Lärmschutz-Elementen nachrüsten. Insgesamt sollen 3360 Meter Bahnstrecke mit schallschluckenden Elementen geschützt werden, teilt die Gemeinde Ritterhude mit.

Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im Januar 2015 beginnen und Mitte 2015 in Ritterhude abgeschlossen sein. Ralf Beckmann von der DB Projektbau GmbH aus Hannover wird die Investitionsmaßnahme sowie die Bauabschnitte anhand einer Karte interessierten Bürgern vorstellen. Er ist mit der Realisierung der Schallschutz-Maßnahme betraut.

Diskussion zum Thema

Eine Diskussion zum Thema findet am Dienstag, 21. Januar, ab 18 Uhr im Hamme-Forum statt. Neben Ralf Beckmann werden Bürgermeisterin Susanne Geils und weitere Vertreter der Gemeinde Ritterhude anwesend sein. Auch auf Bremer Gebiet werden Lärmschutzwände entlang der Trasse installiert. „Die Ritterhuder Schallschutz-Elemente werden sich daran anschließen“, wie Beckmann auf Nachfrage des Osterholzer Kreisblatts erläutert.

Geplant ist, dass die Schutzwände in Höhe der Landesgrenze auf Nord- und Südseite der Trasse an unterschiedlichen Punkten beginnen. Während auf der Südseite eine durchgehende Wand entlang der Kiepelbergstraße entstehen soll, ist die Schall-isolierung auf der Nordseite nicht durchgehend. Hier beginne die Lärmschutzwand – aus Richtung Bremen gesehen – unterhalb der ehemaligen Zivildienstschule, etwa 50 Meter vor dem Bahnübergang Am Eickhof, so Beckmann. Anschließend verlaufe die neue Schutzwand beiderseits der Trasse bis etwa in Höhe Hegelstraße.

Weitere Elemente werden kurz vor dem Bahnhof stehen. Nach dem Bahnhof reicht eine einseitige Reihe der Elemente bis zum Ortsausgang in Richtung Scharmbeckstotel. Der Verlauf sei abhängig von den baulichen Gegebenheiten im Bereich des Bahnhofs und deshalb nicht durchgehend. Immerhin: „In Ritterhude kann man fast alles schützen“, stellt Beckmann mit einem Blick in seine Unterlagen fest. Den genauen Verlauf der Schallschluck-Wände wird er in einem Streckenplan am 21. Januar den Bürgern bekanntgeben.

Die jeweils fünf Meter langen Elemente sind gut zehn Zentimeter dick. Die Platten haben es in sich, wie Beckmann betont: Zwischen den zwei gelochten Aluflächen steckt ein Kern aus Mineralwolle. „Durch die Perforation sind sie schallschluckend auf beiden Seiten.“ Das sei eine Vorgabe des Schallgutachters, so Beckmann. Die Planung zur Lärmsanierung laufe bereits seit etwa zwei Jahren. Die Vorstellung der eigentlichen Maßnahme gehöre jetzt zum sogenannten Planungssicherungsverfahren. Die eigentlichen Arbeiten an der Bahntrasse sollen erst in gut einem Jahr beginnen.

Der Schallschutz für die Gemeinde Ritterhude kostet etwa fünf Millionen Euro. Bundesweit sind in 1534 Ortslagen Lärmsanierungen in Planung, in Bau oder bereits abgeschlossen, heißt es aus dem Ritterhuder Rathaus. Der Bund stellt für diese sogenannte freiwillige Leistung jährlich 100 Millionen Euro aus Haushaltsmitteln zur Verfügung. Neben der aktiven Lärmschutzsanierung mit schallschluckenden Elementen seien auch passive Maßnahmen für die Anrainer geplant. Unter anderem ist das Nachrüsten mit Isolierfenstern im Gespräch. Dieses Angebot gelte für Besitzer von Gebäuden, die vor dem 1. April 1974 gebaut wurden, so Beckmann. Betroffene Bürger würden von der DB angeschrieben. Näheres möchte er am 21. Januar mitteilen.

Auch nördlich von Ritterhude, in Richtung Scharmbeckstotel, geht der Lärmschutz weiter. Die gesamte Strecke bis Bremerhaven soll zunächst überprüft werden. Zurzeit sei die „schalltechnische Untersuchung für Osterholz-Scharmbeck in Bearbeitung“, erläutert Ralf Beckmann. „Wir wissen schon ungefähr, in welchen Abständen die Wände hinkommen.“ Detaillierte Angaben kann er noch nicht machen. Beckmann geht davon aus, dass Osterholz-Scharmbeck in Sachen „Lärmschutz“ im Jahr 2016 an der Reihe ist. Nördlich davon, also in Richtung Oldenbüttel, Lübberstedt und bis Bremerhaven, soll es 2017 mit dem Schallschutz vorangehen.

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