Autobahn zeitweise gesperrt

Waldbrand im Heidekreis: Wohnsiedlung evakuiert

Wegen eines großflächigen Brandes im Heidekreis ist das Wochenendgebiet Esseler Wald am Mittwochabend evakuiert worden. Grund war ein Brand westlich der Autobahn 7.
12.08.2020, 22:09
Lesedauer: 3 Min
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Waldbrand im Heidekreis: Wohnsiedlung evakuiert

Die A7 musste für die Löscharbeiten gesperrt werden.

Christian Butt

Ein Waldbrand direkt an der Autobahn 7 bei Schwarmstedt hat am Mittwochabend und in der Nacht zu einem Verkehrschaos in Fahrtrichtung Hannover geführt. Vorsorglich musste eine Wohnsiedlung evakuiert werden. Zeitweise waren über 150 Feuerwehrleute im Einsatz um die Flammen zu bekämpfen.

Alarmiert wurden die Brandbekämpfer um kurz nach 16 Uhr. Als die ersten Fahrzeuge auf der Autobahn eintrafen, brannte der Seitenstreifen zwischen der Anschlussstelle Westenholz und der Rastanlage Allertal bereits auf einer Länge von über einem Kilometer. Die Flammen fraßen sich rasend schnell in einen angrenzenden Wald. Umgehend wurde Großalarm für zahlreiche Feuerwehren ausgelöst.

Aufgrund der starken Qualmentwicklung musste die Autobahn über eine Stunde in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt werden. Anschließend konnte die Fahrbahn in Richtung Hamburg wieder freigegeben werden. Die Fahrbahn in Richtung Hannover blieb fast die gesamte Nacht gesperrt. Lkw-Fahrer im Stau mussten in ihren Führerhäusern übernachten. Pkw-Fahrer durften nach einigen Stunden als Geisterfahrer den Stau verlassen.

Waldbrand A7 Schwarmstedt

Im Heidekreis ist ein Waldstück in Brand geraten.

Foto: Christian Butt

Da der Qualm in Richtung Schwarmstedt und der umliegenden Ortschaften zog wurde die Bevölkerung per Rundfunk und Katastrophen-Apps gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Siedlung Am Arnoldsee traf es schlimmer. Die Bewohner wurden dazu aufgerufen ihre Häuser über Nacht zu verlassen. Zu schlimm war der Qualm. Betroffen waren 35 Bewohner, die von der Samtgemeinde Schwarmstedt anderweitig untergebracht wurden, soweit sie keine andere Unterkunft hatten. Verletzt wurde durch das Feuer niemand. Am Stauende kam es aber zu einem Unfall, bei dem der 40-jährige Verursacher schwer verletzt wurde.

Vor allem die Versorgung mit Löschwasser machte den Feuerwehrleuten zu schaffen. "An den Autobahnen gibt es keine Hydranten. Wir haben deshalb einen Pendelverkehr eingerichtet", sagt Feuerwehr-Pressesprecher Thomas Klamet. Sobald die Tanks der Einsatzwagen leer waren, steuerten die Fahrzeuge die Rastanlage Allertal an. Hier hatten Einsatzkräfte eine Zapfanlage für Wasser aufgebaut.

Löscharbeiten gestalteten sich als schwierig

Das Feuer zu löschen gestaltete sich als Stundenlange Sisyphusarbeit. Mit reichlich Löschwasser wurde der Waldboden getränkt und teils mit Forken und Feuerklatschen bearbeitet. Immer wieder loderten kleine Brandnester auf. Stinkender Qualm und Temperaturen um die 30 Grad erschwerte die Arbeit.

Das Feuer war am Donnerstagvormittag unter Kontrolle. „Es werden Nachlöscharbeiten durchgeführt, das macht die Sache sehr, sehr schwer“, sagte der Kreissprecher. Der Boden habe noch eine sehr hohe Temperatur. Unter einer nassen, schwarzen Schicht von ein bis zwei Zentimetern Dicke seien knochentrockener Heideboden und Humus. In mühsamer Handarbeit müsse der Boden aufgehackt werden, weil immer wieder kleinere Glutnester aufloderten.

Zeitweise arbeiteten nach Feuerwehrangaben rund 500 Einsatzkräfte in dem Waldgebiet. Neben den Feuerwehren des Heidekreises beteiligten sich auch die Bundesfeuerwehr und Feuerwehren aus den Landkreisen Harburg, Celle, Lüneburg, Uelzen, Rotenburg und der Region Hannover an den Löscharbeiten.

Unterstützt wurden die Feuerwehrleute von Landwirten. Diese füllten ihre Güllefässer mit Wasser und spritzten dieses im hohen Bogen in das betroffene Waldgebiet.

Die Autobahn blieb die Nacht über komplett gesperrt. Auch die Bewohner der betroffenen Siedlung durften erst am Morgen wieder in ihre Häuser.

Ursache des Feuers

Auslöser des am Mittwochabend ausgebrochenen Brandes war ersten Erkenntnissen zufolge ein Funkenschlag bei einem Lastwagen, wodurch die Böschung auf mehreren hundert Metern Länge Feuer fing. Starker Wind trieb die Flammen 200 Meter in den von Trockenheit geschädigten Wald. Insgesamt stand der Feuerwehr zufolge eine 28 Hektar große Fläche in Flammen.

++ Der Text wurde um 18.20 Uhr aktualisiert ++

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