Konzert

Walzerschwung bei „Champagnergalopp“

Das traditionelle Neujahrskonzert der Klassischen Philharmonie Nordwest begeisterte am Sonntag zahlreiche Zuhörer in Syke und Varrel.
05.01.2020, 18:58
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Von Dagmar Voss
Walzerschwung bei „Champagnergalopp“

Schwungvoll und bestens aufgelegt begeisterte die Klassische Philharmonie Nordwest das Publikum in Syke.

Vasil Dinev

Syke/Stuhr. Vermutlich ist eine große Zahl der Besucher bei den Neujahrskonzerten der Klassischen Philharmonie Nordwest langjährige Anhänger dieses Orchesters. Das jedenfalls erschloss so sich am Sonntag beim diesjährigen Neujahrskonzert im ausverkauften Konzertsaal der Kreissparkasse in Syke – und später am Nachmittag in der ebenfalls ausverkauften Gutsscheune Varrel. „Immer wieder gern dabei“, „Jedes Mal schön“ oder „Herrlich für den Jahresanfang“, war da zu hören. Dirigent Ulrich Semrau und seine gut 40 Musiker sowie Koloratursopranistin Marie-Christine Haase begeisterten ihr Publikum mit bestens gespielten Werken. Langanhaltender Beifall nach fast jedem Stück war ihr verdienter Lohn.

Für zwei Teile hatte Semrau mit seinen Instrumentalisten verschiedene schwungvolle Kompositionen zusammengetragen: „Der erste Teil eher klassisch geprägt, der zweite in Richtung Wien und Johann Strauß“, erläuterte der gut gelaunte musikalische Leiter. Ouvertüren und Arien bekannter und weniger bekannter Opern oder Operetten sowie diverse Tänze standen auf dem Programm. Wie der „Ungarische Tanz Nr. 1“ von Johannes Brahms, der „Kaiserwalzer“ oder auch „Die schöne blaue Donau“ bis hin zum „Radetzkymarsch“ – eine der Zugaben.

Schon der Auftakt, die dramatische Ouvertüre aus „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart, uraufgeführt im Oktober 1787, dürfte den meisten Gästen bekannt gewesen sein. Und sie blieben noch ein wenig bei Mozart, denn weiter ging es mit der ersten Arie der Königin der Nacht „Zittre nicht“ aus der Zauberflöte. Ausgesprochen brillant gesungen von der Solistin mit glockenreiner Stimme – ebenso wie die zweite Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“.

Ganz wunderbar das beschwingte „Barcarole“, einstmals ein venezianisches Gondellied, aus der fantastischen Oper „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach, uraufgeführt 1881. Weniger bekannt hingegen der „Tanz der Stunden“ aus der Oper „La Gioconda“ des italienischen Komponisten und Musikpädagogen Amilcare Ponchielli (1834-1886). Uraufgeführt wurde es 1876 in Mailand. Dennoch dürften manche Takte dem einen oder anderen Zuhörer bekannt vorgekommen sein. Nutzt ein Kuchenbäcker sie doch in Werbespots für seine Tiefkühltorten.

Noch einen Italiener hatte das Orchester im Programm, nämlich Gaetano Donizetti (1797-1848). Bei der Arie aus seiner Oper „Don Pasquale“ konnte die Sängerin wiederum stimmlich glänzen. Gleichfalls bei zwei weiteren Arien im zweiten Set, nämlich die der Adele aus der Johann Strauß Oper „Fledermaus“: „Spiel ich die Unschuld vom Lande“ und „Mein Herr Marquis“.

Für mildes Mitschwingen und -wippen sorgten weitere Melodien von Strauß, wie die oben beschriebenen Walzer und der von Haase bestens vorgetragene „Frühlingsstimmen Walzer.“ Nur die wunderschöne Ouvertüre zur Oper „Der Kalif von Bagdad“ und deren Schöpfer François-Adrien Boieldieu (1775-1834) könnten weithin unbekannt gewesen sein.

Für Zuhörerin Edeltraud Wolframm stand fest: „Das gefällt mir alles sehr gut, obwohl ich eigentlich ein rein instrumentales Konzert bevorzuge.“ Und Gerd Eden war deutlich hin und weg: „Das ist klasse, die Sängerin umwerfend. Ich bin ja ein erklärter Fan von Ulli Semrau und der Klassischen Philharmonie Nordwest, gehe wenn möglich zu allen Konzerten und hab schon Karten für Mai.“

Wer gern zu einer weiteren Aufführung des Neujahrskonzerts gehen möchte, dem seien folgende Termine empfohlen: Sonnabend, 11. Januar, ab 19 Uhr im Gymnasium Twistringen; Sonntag, 12. Januar, ab 17 Uhr in der Kirche Lunsen.

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