Serie „Wanderlust“ – Teil 10 Rund um den Dümmer: Vom Wasser hoch in die Berge

Zum Abschluss der Serie „Wanderlust“ geht es vom Dümmer See aus in die Dammer Berge und wieder zurück. Zur Belohnung gibt es ein Aalbrötchen im Olgahafen in Dümmerlohausen.
18.09.2020, 06:19
Lesedauer: 3 Min
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Rund um den Dümmer: Vom Wasser hoch in die Berge
Von Marc Hagedorn

Zum Abschluss gönnen wir uns den Klassiker: ein Brötchen mit Aal von Hoffmann. Die Aalräucherei Hoffmann ist hier am Dümmer eine Institution. Direkt am Olgahafen in Dümmerlohausen gelegen, gehört es zu einem anständigen Dümmer-Trip dazu, hier ein Fischbrötchen zu essen. Tatsächlich machen das an diesem Tag, es ist noch nicht einmal Mittag, viele, viele Besucher. Am Fischtresen hat sich eine lange Schlange gebildet, und das liegt nicht nur an Corona und den Abstandsregeln, sondern auch am guten Wetter nach zuletzt einigen Tagen mit eher kühleren Temperaturen. Gut, dass wir um diese Zeit schon wieder am Ziel unserer Route sind. Wie immer waren wir schon früh, so gegen halb acht, auf der Piste.

Ganz ruhig lag um die Zeit der Dümmer noch da. Ein paar Möwen kreischten, ein paar Vögel zwitscherten, Nebel lag über dem Ufer, noch machte das Leben Pause. Ein paar Stunden später ist das anders. Mehr als zwei Dutzend Segler sind auf dem Wasser unterwegs, Motorradfahrer haben sich den Dümmer für einen Zwischenstopp ausgeguckt, Fußgänger und Radfahrer umrunden Niedersachsens zweitgrößten See. Ein Spaziergang um den Dümmer ist eine feine Sache, aber wir heben uns diese Tour jedes Jahr für den Herbst – oder noch besser – für den Winter auf. Dann ist hier deutlich weniger Verkehr.

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Wir kehren an diesem Morgen dem Dümmer den Rücken und wandern hoch in die Dammer Berge Richtung Nordwesten. Es dauert gut eine Stunde, bis die Dammer Berge uns verschlucken. Bis dahin geht es über Wiesen und entlang von Maisfeldern immer weiter weg vom See.

Warum die Dammer Berge auch die Schweiz des Oldenburger Münsterlandes heißen, wird beim Blick nach vorne schnell klar. Sanft erhebt sich ein mächtiger Höhenzug vor uns, rund 25 Kilometer ist er lang und nicht sehr breit. Die höchste Erhebung mit rund 146 Metern ist der Signalberg zwischen Damme und Steinfeld, in dessen näherer Umgebung sich der Aussichtsturm Mordkuhlenberg befindet.

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Der 20 Meter hohe Turm, 1992 wiederaufgebaut und 2013 saniert, ist eines unserer Ziele; ideal zum Pausemachen und ein Ort für Geschichten. Auf sechs Tafeln wird das Märchen von den sechs Räubern erzählt, die hier in einer Höhle gelebt und das Mädchen Anna Maria entführt haben sollen. „Adlerauge, Gänsekiel, Eisenmann, Koch, Doofmann und der raubeinige Räuberhauptmann hatten über den Weg, der von Steinfeld nach Damme führt, dünne Fäden gespannt, und wenn die Hufe der Pferde vor den Kutschen die Fäden berührten, erklangen Silberglocken, die an den Fäden befestigt waren. Dann sprangen die Räuber aus ihrem Versteck.“ So beginnt die Erzählung, die auf jedem Absatz des Turms fortgesetzt wird.

Mit Märchen haben sie es hier in den Dammer Bergen überhaupt. Entlang einer ausgeschilderten Räuberradroute werden 13 Sagen erzählt. Kein Wunder, dass düstere Geschichten hier Konjunktur haben, denn die Pfade durch die Dammer Berge sind verwinkelt und wirken an manchen Stellen tatsächlich wie verwunschen. Das ist sehr reizvoll, macht aber die Orientierung nicht gerade leicht. Zwar begegnen uns immer wieder Zahlen und Markierungen an den Bäumen am Wegesrand, aber mit der Zuordnung tun wir uns schwer. Gut, dass wir uns vorher auf der Karte einen Weg ausgesucht und diesen ins Handy eingespeichert haben. So absolvieren wir unsere Runde, ohne dass wir uns verlaufen.

Für drei Routen bieten spezielle Broschüren detaillierte Einblicke in die Natur: Naturspaziergang Bexaddetal, Wander-Waldlehrpfad Dammer Berge und Naturpfad Dammer Berge. Die Karten sollte man sich unbedingt besorgen und vorher studieren. Hügelige Waldgebiete wechseln sich ab mit weitläufigen Wiesen und Tälern, Feldern und Weideflächen.

Gut zwei Stunden sind wir im Wald unterwegs, dann wird es Zeit für die Rückkehr ans Wasser. Wir nehmen denselben Weg wie auf dem Hinweg und freuen uns schon aufs Ziel und unsere Belohnung: das Aalbrötchen im Olgahafen.

Mit dieser Folge endet unsere Serie Wanderlust.

Info

Zur Sache

Anreise: mit dem Auto zum Olgahafen in Dümmerlohausen
Länge der Strecke: 22,2 Kilometer
Dauer: 4:26 Stunden (ohne Pause)
Wegbeschaffenheit: anfangs Schotter- und Feldwege, in den Dammer Bergen dann fast ausschließlich Waldwege

Tipps für die kleine Pause am Wegesrand:
Strandhaus Schomaker, Dümmerstraße 41, Dümmerlohausen, ab 11.30 Uhr

Dümmerhotel Strandlust, Seestraße 51,
Lembruch, täglich von 11 bis 22 Uhr

Villa am Dümmer See, Rohrdrommelweg 35, Hüde, geöffnet mittwochs bis sonntags ab 11.30 Uhr

Bar dü Mar, Am Fischerhafen 40a, Hüde,
geöffnet täglich von 10 bis 22 Uhr

Weiterführende Informationen im Netz:
www.wald-frieden.de
www.stiftung-naturschutz-diepholz.de
www.dammer-berge.de
www.duemmer-museum.de

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