Dank Jagdpächter Michael Kuik können sich die Nutzer freuen / Betriebsgelände bleibt aber weiterhin eingezäunt

Warflether Sand: Zaun wird abgebaut

Mit dem Abbau des Zaunes findet eine unsägliche Geschichte ihr Ende, die für große Empörung im Deichbereich gesorgt, aber auch den sozialen Zusammenhalt gestärkt hatte. Begonnen hatte es auf dem Warflether Sand im September 2007.
24.04.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Mit dem Abbau des Zaunes findet eine unsägliche Geschichte ihr Ende, die für große Empörung im Deichbereich gesorgt, aber auch den sozialen Zusammenhalt gestärkt hatte. Begonnen hatte es auf dem Warflether Sand im September 2007.

Von Hannelore Johannesdotter

Warfleth. Darüber dürften sich alle Nutzer des Warflether Sandes freuen: Der Zaun auf dem Grundstück wird abgebaut. Lediglich das Betriebsgelände der Schiffs- und Stahlbau Berne bleibt weiterhin eingezäunt. Im Zusammenhang mit der jüngsten Aufräumaktion waren Hans-Martin Wöbken, Mitglied des Hegerings Stedingen, seine Frau Martina und von der Jugendfeuerwehr Neuenkoop-Köterende die Mitglieder Lars Pape, Dennis Hollmann, Sönke Schwarting und Kevin Bartels damit beschäftigt, den Zaun von seinen Befestigungen zu lösen und jeweils 150 bis 200 Metern zu Rollen aufzuwickeln. Die Maßnahme geschehe mit Genehmigung der Firma Schiffs- und Stahlbau Berne (SSB), war von Jagdpächter Michael Kuik zu erfahren.

Große Empörung

Mit dem Abbau des Zaunes findet eine unsägliche Geschichte ihr Ende, die für große Empörung im Deichbereich gesorgt, aber auch den sozialen Zusammenhalt gestärkt hatte. Begonnen hatte es im September 2007, als Mitarbeiter der Detlef-Hegemann-Rolandwerft das beliebte bis dahin für jedermann frei zugängliche Naherholungsziel mit einem rund zwei Meter hohen stabilen Zaun einfassten. Die Werft bestätigte, das Gelände erworben zu haben, und nannte versicherungstechnische Gründe für die Einzäunung. Die Empörung in der Bevölkerung war groß. Es gab Bürgerversammlungen, Eingaben an verschiedene Behörden, Plakataktionen. Kritisiert wurde unter anderem die Höhe des Zaunes, der - wie sich schnell herausstellte - ohne Genehmigung errichtet worden und höher als zulässig war.

Naturschützer machten geltend, dass das Wild bei der Flucht den Zaun nicht überwinden könne. Niederwild wie Hasen müssten bei Hochwasserständen ertrinken. Die Empörung der Bevölkerung fand ihren Höhepunkt im November 2007 bei einem gut frequentierten Fackellauf auf dem Deich entlang des Sandes. Einige Bürger schafften Fakten, indem sie Felder des Zaunes zwischen den Pfosten herausschnitten.

Die Rolandwerft lenkte aufgrund der massiven Proteste insoweit ein, als sie die Tore im Zaun geöffnet ließ. Dieser Status quo blieb zwei Jahre bestehen. Dann geriet die Rolandwerft im Herbst 2009 in akute Liquiditätsschwierigkeiten und bot ihren Betrieb zum Verkauf an. Zum 1. Juni 2010 zog Firma Lürssen als neue Besitzerin auf das Gelände. Einige Monate später gründete Lürssen eine Holding mit Firma Fassmer. Die benachbarte Werft stieg in die neu gegründete Schiffs- und Stahlbau Berne (SSB) ein. Inzwischen war Michael Kuik, Betriebsleiter bei Fassmer, Jagdpächter auf dem Warflether Sand geworden.

In einem ersten Schritt ließ das neue Unternehmen den Zaun, der quer über den Strand bis in die Weser verlief, auf diesem Teilstück zurückbauen. Auch wenn sich Firma Fassmer zwischenzeitlich wieder aus dem Unternehmen zurückgezogen hat, konnte Michael Kuik, der sich sehr engagiert um seine Jagdpacht kümmert, die Beseitigung des übrigen Zaunes erreichen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+