DELMENHORSTER KURIER VOR 25 JAHREN Spiel mit architektonischen Vorbildern

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege gönnt sich im Herzen Delmenhorsts einen Neubau. Und andere Geschichten, die vor 25 Jahren das Stadtgespräch bestimmten.
03.05.2020, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Volkmar Friedrichs

Richtkrone über dem Neubau der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege an der Fischstraße. Den symbolischen letzten Nagel hatte bei strahlendem Sonnenschein der Vorstandsvorsitzende der Berufsgenossenschaft, der frühere Hamburger Bausenator Rolf Bialas, eingeschlagen. Erst vor zwei Jahren, im Mai 1993, hatte die Berufsgenossenschaft in Delmenhorst in angemieteten Räumen auf dem Nordwollegelände ihre Bezirksverwaltung eröffnet. Neun Monate später erfolgte der erste Spatenstich für den Neubau – ausgeführt von Niedersachsens Ministerpräsidenten Gerhard Schröder. Das von dem Bochumer Architekten Wulf Schmiedeknecht konzipierte Bauwerk besteht aus vier Bauteilen mit einem vorgelagerten Rondell und soll ein Kupferdach bekommen.

Für das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes wurde bereits vorhandene Delmenhorster Architektur aufgegriffen. So erinnern das Rondell an die Markthalle und der mit Backsteinen gemauerte Bau an den Backsteinbau der Städtischen Kliniken. Die Berufsgenossenschaft hat ihren Hauptsitz in Hamburg und ist neben weiteren Berufsgenossenschaften Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und damit ein Zweig des deutschen Sozialversicherungssystems. Sie prüft Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, entschädigt die Opfer und leitet medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation ein. Zurzeit beschäftigt die Berufsgenossenschaft 1500 Arbeitnehmer und betreut rund 400 000 Mitgliedsbetriebe mit fünf Millionen Versicherten; ihr Etat beträgt über eine Milliarde Mark. Nach ihrer Fertigstellung sollen in der direkt neben den Delmenhorster Stadtwerken gelegenen Bezirksverwaltung einmal 100 Arbeitsplätze vorhanden sein. Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft ist übrigens Gerhard Mehrtens, der Sohn des früheren Delmenhorster Oberstadtdirektors und Ehrenbürgers Jürgen Mehrtens, was bei der Entscheidung der Berufsgenossenschaft für Delmenhorst als Sitz der Bezirksverwaltung eine gewisse Rolle gespielt haben dürfte. (5. Mai 1995)


Freibad- und Hallenbadbereich des Delfina wachsen zusammen. Mit Beginn der Freiluftsaison können die Besucher mit einem Ticket künftig beide Bäder benutzen und problemlos vom Hallen- ins Freibad und umgekehrt wechseln. Vom Sommer an gilt dann auch ein neuer und wegen der erweiterten Bademöglichkeiten etwas teurerer Tarif. So wird zum Beispiel künftig eine Tageskarte für Jugendliche von sechs bis 15 Jahren 3,50 Mark kosten, Besucher ab 16 Jahren zahlen sechs Mark. Und es gibt noch weitere Neuerungen im Delfina: So steht den jüngsten Badegästen im Nichtschwimmerbecken künftig eine Rutsche zur Verfügung. In sie ist – passend zum Namen „Delfina“ – ein Delfin integriert. Ferner wird die Liegewiese erweitert, und das Schwimmerbecken erhält eine breitere Umrandung. Die Saunagäste können künftig in einem abgesperrten Bereich ebenfalls das Freibad benutzen. „Wunder bewirkt“ haben übrigens, sagt Delfina-Leiter Henry Peukert, die seit etwa fünf Monaten im Umkleidebereich installierten Videokameras. Seitdem habe es nicht einen einzigen Schrankaufbruch mehr gegeben. (4. Mai 1995)


Im vergangenen Jahr war in den Delmenhorster Hotels im Durchschnitt jedes vierte Bett belegt. Das geht aus einer von der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) veröffentlichten Statistik für den Reiseverkehr hervor. Gewertet wurden elf Hotels mit mehr als neun Betten. Mit dieser Bettenauslastung bleibt Delmenhorst unter dem Landesdurchschnitt. Der Delmenhorster Verkehrsverein sieht dies aber nicht als dramatisch an. In anderen Mittelzentren wie Jever oder Cloppenburg sehe es ähnlich aus, und auch die Großstadt Bremen verzeichne in jüngster Zeit einen drastischen Übernachtungsrückgang. Für Delmenhorst, teilt der Verkehrsverein mit, sei vor allem der Tagestourismus wichtig. Im Landkreis Oldenburg war laut IHK-Statistik das Übernachtungsgewerbe in Hude am besten ausgelastet. Im Klosterort waren im Sommer 44 Prozent der Betten belegt und im Winter sogar fast 50 Prozent. Damit führt Hude die Winterauslastung in der Fremdenverkehrstabelle der Oldenburger Region an. (5./6. Mai 1995)


Bei Forellen Abel in Habbrügge gibt es jetzt die grätenfreie Forelle. Dabei handelt es sich nicht um eine Laune der Natur oder das Ergebnis jahrelanger Züchtung, sondern möglich macht das lukullische Vergnügen die pfiffige Erfindung einer Maschinenbaufirma aus Lübeck: die Entgrätungsmaschine. Von ihr gibt es bisher erst drei Exemplare in Deutschland – und eines davon jetzt auch in Ganderkesee-Habbrügge bei Familie Abel. Das Entgräten geht recht schnell. Die Forelle wird auf eine Schiene gelegt und von dort ins Innere der Erfindung gezogen, wo sie von mehreren Messern in einem ausgeklügelten System filetiert wird. Am Ende kommt die Forelle fast so wieder heraus, wie sie hineingezogen wurde, allerdings ohne Gräten. Die Maschine schafft 300 Forellen pro Stunde. Firmenchef Kurt Abel rechnet damit, auf diese Weise rund 300 000 Forellen pro Jahr entgräten zu können. (3. Mai 1995)


Auch Dünsen hat jetzt eine Kindertagesstätte. Sie ist nach Groß Ippener und Kirchseelte die dritte Kita der Samtgemeinde Harpstedt, bereits seit dem 15. März in Betrieb und nun offiziell eingeweiht worden. 25 Mädchen und Jungen werden in dem neuen Domizil betreut. (5. Mai 1995)


Wer noch weiter in Geschichten aus früheren Zeiten stöbern möchte, kann das unter www.weser-kurier.de/plus/archiv tun.

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