Volker Wilsmann hat die Aquaristik zu seinem Beruf gemacht / Zierfische in allen Formen und Farben

Wasserwelten fürs Wohnzimmer

Volker Wilsmann hat die Leidenschaft zum Beruf gemacht. Der Aquarianer betreibt ein Geschäft für Zierfische in Ritterhude. Dort führt er unter anderem sämtliche Artikel für Süß- und Meerwasser-Aquarien. In seinem Kellergeschäft am Großen Geeren präsentiert er Tausende Fische, einige Schlangen und Echsen. Angler finden bei ihm die passende Ausrüstung. Flossentiere in vielen Größen buhlen schwimmend um die Gunst der Gäste. Ein Trend aus Asien schwappt nach Europa: Aquarien im Zwergformat wecken Lust an der tropischen Unterwasserwelt.
03.01.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Valek

Volker Wilsmann hat die Leidenschaft zum Beruf gemacht. Der Aquarianer betreibt ein Geschäft für Zierfische in Ritterhude. Dort führt er unter anderem sämtliche Artikel für Süß- und Meerwasser-Aquarien. In seinem Kellergeschäft am Großen Geeren präsentiert er Tausende Fische, einige Schlangen und Echsen. Angler finden bei ihm die passende Ausrüstung. Flossentiere in vielen Größen buhlen schwimmend um die Gunst der Gäste. Ein Trend aus Asien schwappt nach Europa: Aquarien im Zwergformat wecken Lust an der tropischen Unterwasserwelt.

Ritterhude. Die Mini-Unterwasserwelt am Eingang beeindruckt die Kunden. Im Nano-Aquarium auf dem Tresen flitzen zierliche Süßwassergarnelen und winzige Zwergbärblinge um die Wette. Millimetergroße Schnecken grasen den Grund ab. Schmalblättrige Wasserpflanzen wiegen sich in der Strömung. Die Biosphäre im Schuhkartonformat ist sensibel, weiß Wilsmann. Das zarte Biosystem sei eher etwas für erfahrene Aquarianer, so der Fachmann. Die Arbeit für große und kleine Aquarien sei ohnehin die gleiche, sagt er. Anfängern hat Wilsmann einige Stufen tiefer anderes zu bieten.

Der gelernte Industriekaufmann ist seit mehr als 35 Jahren dem Hobby verfallen. Im Jahr 2009 hat er sich mit Aquaristik selbstständig gemacht. Er fing in einem Keller in Osterholz-Scharmbeck und auf weniger als zehn Quadratmetern an. Die Leidenschaft für die Unterwasserwelt hatte sich früh entwickelt: Mit sechs Jahren kaufte Wilsmann den ersten Fisch. "Ich bin allein in die Zoohandlung gegangen und habe ihn zu Hause in die größte Blumenvase meiner Mutter gesetzt." Später habe er ein Eckaquarium mit gekitteter Frontscheibe bekommen. "Mein Vater hat dann auch mitgemacht und Barsche gezüchtet. Man wächst eben mit den Aufgaben", sagt er.

Verblüffende Farbenpracht

Seit März 2011 ist der 43-Jährige in seinem Kellergeschäft am Großen Geeren. Dort reihen sich auf zwei Ebenen Dutzende von Aquarien aneinander. "Wenn das Ladenlicht aus ist, wirken die Farben der Fische und Pflanzen noch intensiver", sagt er. Klick - wo soll man jetzt zuerst hinschauen? Das Angebot verwirrt. Während in der Süßwasserecke unter anderem Welse vom Amazonas und afrikanische Barsche um die Wette schwimmen, glänzen gegenüber die Meeresfische mit bunten Zeichnungen. Ein gelber Doktorfisch lugt zwischen Korallen hervor; nebenan putzen schwarze Anemonenfische die Glasscheiben. Seeanemonen tasten mit ihren fleischfarbenen Tentakeln nach Fressbarem.

Die Wasserpumpen gurgeln im Konzert. Unaufhörlich wirbeln sie Luft in die sensiblen Naturräume. Turbinen bringen Strömung in die Becken. Was passiert eigentlich, wenn der Strom ausfällt? Wilsmann zieht die Augenbrauen hoch. "Dann ist es hier unten duster", sagt er. Ein Energieausfall wäre ein großes Unglück für die Tiere und ihren Halter. Pumpen, Heizungen und Lampen würden ausfallen. Die Wassertemperatur würde sinken. Für wenige Stunden sei das kein Problem, sagt Wilsmann. Nur länger dürfe das nicht sein. Die Fische seien an eine halbwegs konstante Wasserwärme gewöhnt. Der künstliche Lebensraum sei so zerbrechlich wie die Natur.

Fische faszinieren den Unternehmer. Es sei spannend, das Leben unter Wasser zu beobachten, findet Wilsmann. Gerade die Zucht der Tiere sei bedeutend: "Wenn Elterntiere mit ihrem Nachwuchs durchs Wasser ziehen, macht mich das stolz", sagt er. Wenn man Glück habe, könne das Züchten sogar einträglich sein. Eine Zuchtgruppe von bis zu zwölf Tieren einer bestimmten Welsart könne auf dem Markt zwischen 2000 und 3000 Euro bringen. Manchmal würden europäische Großhändler auch bestimmte Zierfischarten in exotische Ursprungsländer exportieren, um frisches Blut in den Naturkreislauf zu bringen. Zierfische wie der Wels aus dem Amazonasgebiet sähen in den Seitenarmen des Flusses unterschiedlich aus. Die Farbe und die Körperzeichnung der Tiere variiere mit den jeweiligen Fangorten entlang des Flusslaufs. Eine Einteilung der Fische nach Alphabet und eine zusätzliche Nummerierung erleichtern den Profis die spätere Bewertung für den Verkauf.

Die Exportverbote der Herkunftsländer in Südamerika oder Afrika sowie eine unverändert hohe Nachfrage belohnen Zuchterfolge hierzulande mit steigenden Preisen. "Für mich ist ein Geschöpf wie ein Guppy aber genauso wertvoll wie ein Wels", sagt Wilsmann. "Es kommt eben manchmal auf die Sichtweise an."

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