Linie 4: Ersatzverkehr ab 9. Mai Erste Arbeiten an der Flutbrücke zwischen Borgfeld und Lilienthal

Die Vorbereitungen für den Neubau der Flutbrücke zwischen Borgfeld und Lilienthal beginnen. Der Straßenbahnverkehr wird auf Busse verlegt. Vom 9. Mai bis 18.Mai endet die Linie 4 in Borgfeld.
03.05.2020, 22:30
Lesedauer: 3 Min
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Von Petra Scheller

Die Vorbereitungen für den Flutbrückenneubau beginnen. Am Samstag, 9. Mai, starten die Bauarbeiten an der Straßenbahnbrücke zwischen Borgfeld und Lilienthal. Diese wird für den Pkw-Verkehr umgebaut, damit sie während des Abrisses und des Neubaus der benachbarten Straßenbrücke von Autos, Lkw und Bussen befahren werden kann. Ab 9. Mai enden deshalb alle Fahrten der Linie 4 in Borgfeld. Von dort aus werden im 20-Minuten-Takt Ersatzbusse zur Endhaltestelle Lilienthal eingesetzt. Der Ersatzverkehr endet voraussichtlich am 18. Mai. Das teilt Bremer Straßenbahn-AG-Sprecher Andreas Holling mit.

Gleisbauingenieur Andreas Probian von der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) inspiziert zurzeit die Gleise auf der Borgfelder Flutbrücke. Ab Donnerstag, 7. Mai, beginnt hier die Einrichtung der Baustelle auf dem Verbindungsstück zwischen Borgfeld und Lilienthal. Ab Sonntag, 10. Mai, wird der Fuß- und Fahrradweg über die Flutbrücke wegen Leitungsarbeiten gesperrt werden. „Voraussichtlich wird das zwei Tage dauern“, teilt der Leiter des Flutbrückenprojektes Arend Kiefer vom Bremer Amt für Straßen und Verkehr (ASV) mit. Ab Dienstag, 12. Mai, sollen die Wege für Fußgänger und Radfahrer wieder passierbar sein.

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Während der Baustellenzeit werden die Busse Richtung Lilienthal etwas seltener fahren als der reguläre Straßenbahnverkehr, teilt BSAG-Sprecher Holling mit. Alle Haltestellen würden jedoch nach wie vor angefahren. Teilweise werden Ersatzhaltestellen am Straßenrand eingerichtet. Für den Autoverkehr werde es keine Einschränkungen geben.

Brückenabriss im Spätsommer

Zurzeit arbeitet das ASV gemeinsam mit der BSAG am Feinschliff für die Verkehrsplanung während der Bauphase. Im Sommer sollen die Abrissarbeiten der alten Flutbrücke vorbereitet werden, berichtet Projektleiter Kiefer. Dann werde zunächst eine Spundwand neben der Straßenbahnbrücke gezogen. Im Spätsommer, wohl Ende August oder Anfang September, werde die alte Flutbrücke abgerissen. Ab diesem Zeitpunkt ändert sich die Verkehrsführung auch für Autos und Lastwagen. Der Straßenverkehr soll dann über die Gleise gelenkt werden. „So viel verändert sich gar nicht“, sagt Kiefer optimistisch. „In beiden Fahrtrichtungen bleibt der Verkehr einspurig – genauso wie bisher.“

Die Herausforderung liege darin, den Verkehrsfluss zwischen Schienen- und Autoverkehr „intelligent zu lenken“. Dazu sei ein Experten-Team einberufen worden. Am Computer simulieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom ASV und der BSAG das Verkehrsaufkommen zwischen Lilienthal und Borgfeld. Auf der ohnehin staulastigen Straße solle der Verkehr „weiterhin so gut oder – zu Stoßzeiten – so schlecht fließen wie bisher“, sagt Kiefer.

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Nach dem Brückenabriss könnte im Herbst mit der Pfahlgründung für das neue Bauwerk begonnen werden. „Der Zeitplan hängt allerdings letztendlich von den Hochwasserständen der Wümme ab“, so der Projektleiter. Läuft alles nach Plan, wird anschließend das Brückenfundament erstellt. 115 Meter lang soll das neue Bauwerk werden.

Das Nadelöhr an der Borgfelder Allee könnte während der Bauarbeiten über die Warfer Landstraße und Borgfelder Landstraße entlastet werden. Kiefer betont jedoch, dass eine Entlastung über die Warfer Landstraße nicht vorgesehen sei. Im Vorfeld der Planungen gab es bereits Abstimmungen mit der Nachbargemeinde Lilienthal.

Maßnahmen für einen besseren Verkehrsfluss gefordert

Die Forderung des Borgfelder Beirates nach einem fundierten Verkehrskonzept für die Zeit des Flutbrückenbaus wurde bislang behördenseitig abgelehnt. Per Beschluss hatte der Beirat von der Behörde gefordert, zusätzlichen Staus vorzubeugen. Auch Lilienthaler Politiker hatten Maßnahmen für einen besseren Verkehrsfluss in der Bauphase gefordert. Die Bremer Verkehrsbehörde wollte bislang jedoch kein Verkehrskonzept für die Zeit des Flutbrückenbaus vorlegen. Für Montag, 23. März, war dazu ein Gespräch zwischen dem Borgfelder Beirat und Verkehrssenatorin Maike Schaefer geplant. Der Austausch fiel aufgrund der Corona-Pandemie aus.

Aus fachlicher Sicht sei es nicht nötig, Maßnahmen zur Verkehrslenkung vorzubereiten, hieß es bislang aus dem Bremer Amt für Straßen und Verkehr. Die Borgfelder hatten bereits im November ein Verkehrskonzept für die Zeit des Flutbrückenbaus gefordert, weil sie befürchten, dass es zu viele Staus geben wird, Rettungsfahrzeuge nicht pünktlich zu den Einsatzorten gelangen und die Schulwege unsicherer werden. Deshalb solle der Verkehr großräumig um Borgfeld und Lilienthal herumgeführt werden, fordert der Beirat.

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