Klimahaus Bremerhaven macht Tierinventur

Weißbauchigel auf der Waage

Messen, wiegen, zählen: Das Klimahaus Bremerhaven macht zurzeit Tierinventur in seinen Aquarien und Terrarien. Für die Pfleger ist das mitunter herausfordernd.
02.08.2019, 16:12
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Weißbauchigel auf der Waage

Igel "Oxana", ein afrikanischer Weißbauchigel, sitzt, bevor er gewogen wird in einer Hand.

Carmen Jaspersen/dpa

Das Stumpfkrokodil will partout nicht aus dem Wasser. Immer wieder versucht Zootierpflegerin Lina Arnskötter, das aufgeregte Tier mit einem beherzten Griff zu packen - zunächst vergeblich. Schließlich schafft sie es und legt es auf den Boden vor dem Terrarium. Ihr Chef Lutz Fischer steht schon mit dem Maßband bereit: Das vier Jahre alte Tier ist 84 Zentimeter lang. Arnskötter ist zufrieden. Das Krokodil lebt seit zweieinhalb Jahren im Klimahaus in Bremerhaven: „Es hat sich gut entwickelt“, sagt die Pflegerin.

So wie das Stumpfkrokodil müssen alle 250 Tierarten und rund 1000 Individuen, die im Klimahaus leben, regelmäßig untersucht werden. Dazu gehört auch, dass die Bewohner bei einer Inventur einmal im Jahr gemessen, gewogen und gezählt werden. Am Freitag sind neben dem Stumpfkrokodil auch die Moorlemminge, die Europäischen Sumpfschildkröten und eine Königspython an der Reihe.

Die Würgeschlange ist zwar ungiftig sowie „treu, ruhig und charmant wie Labradore“, wie Arnskötter betont. Dennoch darf die Tierpflegerin keine Sekunde beim Herausnehmen zögern, sonst könnte die Schlange zubeißen. Das Zentimetermaß zeigt 115 Zentimeter, die Waage 1700 Gramm. „Das ist ordentlich, ein Traum-Body-Maß-Index“, freut sich die Pflegerin. „Sie hat auch letzte Woche erst was gefressen.“ Königspythons bekommen einmal im Monat Futter.

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Die Schlange lebt hinter den Kulissen des Klimahauses in der Quarantänestation. Sie soll demnächst in den nachgebildeten Nachtregenwald im Ausstellungsbereich „Kamerun“ wechseln. Im Klimahaus erfahren die Besucher nicht nur Wissenswertes über die unterschiedlichen Klimazonen der Erde, sie begegnen auch vielen Tierarten. So schwimmen in der Unterwasserwelt von „Samoa“ Kugel-, Doktor- und Clownfische, in „Kamerun“ haben Warane, Galago-Affen und Stumpfkrokodile eine neue Heimat gefunden. Das Klimahaus, das im Juni seinen zehnten Geburtstag feierte, gehört zu den besucherstärksten Touristeneinrichtungen im Norden.

Das Stumpfkrokodil, dessen Länge Arnskötter misst, lebt so wie die Python hinter den Kulissen. Es wird nur dann aus dem Terrarium geholt, wenn es unbedingt sein muss - so wie bei der Inventur. „Für das Tier ist das Stress“, weiß Arnskötter. Das ist für jeden erkennbar: Das Krokodil gibt unentwegt Warnlaute von sich. „Grunzen trifft es ganz gut“, sagt die Pflegerin.

Das Messen dauert nur kurz, dann ist das Tier wieder im Wasser. Arnskötter weiß, dass es die Aktion trotzdem nicht so schnell vergessen wird. „Die Krokodile sind sehr nachtragend. Es wird jetzt erst mal eine Woche nichts essen - wie eine beleidigte Katze.“ Normalerweise bekommt es zwei bis dreimal pro Woche tote Mäuse, Ratten, Küken und Fisch zu fressen. Dass es sich nun selbst auf Diät setzt, macht nichts. „Wir müssen sogar aufpassen, dass es nicht zu dick wird.“ (dpa)

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