Der Freibad Check

Wer traut sich, vom Fünfer zu springen?

Bei 36 Grad in Weyhe. Der dritte Teil unserer Serie "Der Freibad-Check" führt uns in die Weyher Hauptstadt, Kirchweyhe. Und es gibt eine gute Wasserball-Punktzahl
29.07.2018, 13:33
Lesedauer: 4 Min
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Von Lena Mysegades
Wer traut sich, vom Fünfer zu springen?

Im Nichtschwimmerbecken tummeln sich die Kinder mit Schwimmflügeln.

Udo Meissner

Weyhe. „36 Grad und es wird noch heißer, mach den Beat nie wieder leiser, 36 Grad kein Ventilator, das Leben kommt mir gar nicht hart vor.“ Wer außer der SYKER KURIER-Redaktion in dieser Woche noch den Sommerhit „36 Grad“ von der Elektropop-Band Zweiraumwohnung im Ohr hatte, hat sich sicher einmal mehr gefragt, wo er bei diesen Temperaturen baden sollte. Der Freibad-Test meldet sich zum zweiten Mal in dieser Woche: Diesmal sind wir im Freibad Weyhe vom Fünfer gesprungen. Doch hat das Weyher Bad in den neun anderen Kategorien auch so viel zu bieten, wie beim Sprungvergnügen?

Preis: Kinder zahlen nur einen Euro, Erwachsene 3,50 Euro. Für Kinder ein Schnäppchenpreis. Der Erwachsenenpreis ist in Weyhe bisher der Teuerste des Freibad-Checks. Weyhes Dauerkarten liegen für Erwachsene bei 75 Euro, Familien zahlen 85 Euro. Die Familienkarte ist verhältnismäßig günstig, denn bis zu zwei Erwachsene und zehn Kindern (wenn sie alle Geschwister sind) können mit der Familienkarte schwimmen gehen. Ob des eher hohen Tagestarifs für Erwachsene, der aber günstigen Familienkarte, ist ein halber Wasserball für die Preise gerechtfertigt.

Kinder und Jugendfreundlichkeit: Gleich an der Kasse wird im Freibad Weyhe klar: es handelt sich hier um ein kinder- und jugendfreundliches Schwimmbad. Denn das Preisangebot ist an Familien angepasst. Dazu kommt noch, dass Eltern an der Kasse ein solides Sortiment an Schwimmbadartikeln finden. Für Babys sind die Schwimmwindeln ideal, die auch wiederverwendet werden können und mit 5,50 Euro im Bereich des Möglichen liegen. Schwimmflügel, Poolnoodeln und Tauchringe gibt es auch. Bei einem weiteren Blick über das Areal des Freibads bleibt der kinderfreundliche Eindruck: Familien und kleine Kinder tummeln sich überall. Jugendliche, vor allem die männlichen unter ihnen, versuchen, sich gegenseitig mit waghalsigen Sprüngen zu beeindrucken. Der SYKER KURIER schenkt dem Weyher Freibad einen Wasserball für die Kinder-und Jugendfreundlichkeit.

Extras im Wasser: Im Babybecken gibt es eine Sprudel-Ente und ein Wasserspiel. Da die anderen Becken keine Holzinsel, einen Springbrunnen oder Bodensprudler haben, gibt es in dieser Kategorie lediglich einen halben Punkt.

Gastronomie: Pommes, Bratwurst, Frikadelle, Kroketten kosten am Imbiss nur zwei Euro. Currywurst und Chicken-Nuggets und Salate gibt es auch zum kleinen Preis. Kaffee, Slush- und Stiel-Eis bietet das Spaßbad ebenso. Der Sitzbereich des Imbiss' ist mit Sonnenschirmen geschützt und es gibt Sitzmöglichkeiten für circa 20 Menschen. Wem es draußen zu sonnig ist, der kann zum Essen auch in die schattigere Kiosk-Halle gehen. Den dritten Wasserball hat Weyhe seinem Kiosk zu verdanken.

Weitläufigkeit/Platz: Ja, mit seiner Größe kann das Weyher Freibad punkten. Es gibt hier und da immer noch ein freies Plätzchen. Ob nun in den Strandkörben, auf der Liegewiese oder gar in einer selbst mitgebrachten Strandmuschel. Die insgesamt, Babybecken eingeschlossen, fünf Becken sind geräumig. Die Grünflächen erstrecken sich weit über das Schwimmbadgelände und bieten viel Sonnenschutz unter großen Bäumen. Einziger Abzugspunkt: Der Rasen erstrahlt nicht in frischem Grün, sondern wirkt eher gelblich. Dennoch für den vielen Platz und den gepflegten Gesamteindruck erhält das Bad einen Wasserball.

Rutschvergnügen: Die kleine Eisenrutsche im Weyher Freibad fordert Rutsch-Staus heraus. Da das Bad so gut besucht ist, wäre hier eine breitere, vielleicht sogar in Wellenform angelegte, Rutsche schöner für die jüngeren Gäste. Denn jeder möchte einmal rutschen. Leider gibt es hier daher keinen Wasserball für Weyhe

Sprungvergnügen: Fünf Sprungbretter gibt es im Weyher Freibad. Je zwei Einer und Dreier sowie auch einen Fünfer. Da kann das Weyher Bad fast mit seinem Bremer Pendant, dem Stadionbad mithalten, das sogar einen Zehner anbietet. Für Adrenalinbegeisterte, sollte aber auch der Fünfer schon reichen. Lieber nicht nach unten schauen und ab ins Tief: Das macht Spaß. Dieser Wasserball ist Weyhe sicher.

Sportangebot: Das Sportangebot in Weyhe kann sich sehen lassen: Von der Tischtennisplatte über das Beachvolleyballfeld bis hin zum Bolzplatz können sich Sportskanonen auf der Grünfläche des Freibads austoben. Den Kopf anstrengen, können Besucher beim überdimensionalen Schachbrett mit seinen großen Plastikfiguren. Respekt, wer bei diesem Wetter noch konzentriert genug für eine Partie Schach ist oder noch ungenutzte Energie für einen Fußball-Sprint hat. Die Möglichkeiten dazu bietet das Kirchweyher Bad auf jeden Fall. Wir finden, das hat einen sportlichen Wasserball verdient.

Hygiene: Pünktlich zum Saisonstart hat das Weyher Freibad seine Außentoiletten renoviert. Und das ist nicht die einzige Neuerung für 2018: In den Umkleideräumen und in den Duschbereichen sind die Decken saniert worden und eine LED-Beleuchtung sorgt jetzt für wärmeres Licht. Auch positiv zu bewerten, ist der Platz im Hygiene-Bereich. Es gibt genug Duschen und Umkleiden, um bei Besucheranstürmen Staus vor dem Klo zu vermeiden. Das bringt dem Weyher Bad seinen siebten Punkt.

Barrierefreiheit: Das Nichtschwimmerbecken bietet sich mit seiner Tiefe von 50 bis 70 Zentimetern gerade für Schwangere und Menschen mit Behinderung an. Babys finden Wasserspaß im Babybecken. Hier geben ein Wasserspiel aus Zylindern und eine Wasserente, die Wasser aus ihrem Metall-Gefieder sprudeln lässt. Das Weyher Freibad kann den letzten möglichen Wasserball für seine Barrierefreiheit kassieren.

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