Sinnvolle Nutzung nach dem Fest Wertvoller Weihnachtsbaum

Ein Weihnachtsfest ohne Weihnachtsbaum – für viele undenkbar. Der Weihnachtsbaum ist aber auch nach dem Fest keinesfalls wertlos; die Möglichkeiten ihn zu entsorgen sind vielfältig.
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Von Michael Thurm

Ein Weihnachtsfest ohne Weihnachtsbaum – für viele undenkbar. Doch wo bleiben die Bäumchen, die gefällt, unbeachtet in der Ecke stehen bleiben? Und was geschieht mit den geschmückten Tannen, die im Januar, noch halb mit Lametta behängt, respektlos auf dem Gehsteig landen? Die Antworten: Der Weihnachtsbaum ist auch nach dem Fest keinesfalls wertlos; die Möglichkeiten ihn zu entsorgen sind vielfältig.

Roy Sylvester verkauft Weihnachtsbäume in großem Stil – jährlich verlassen Nordmanntannen im fünfstelligen Bereich die Nadelholzkultur in Oerel im Kreis Rotenburg. Bereits seit zehn Jahren pflegt das Unternehmen Sylvester auch die Partnerschaft zu Meyerhoff und zur Stadt Osterholz-Scharmbeck. Wer einmal den Weihnachtsbaumverkauf auf dem Gelände des Möbelhauses verfolgt hat, glaubt kaum, dass nur ganz wenige der Bäume Heiligabend nicht in irgendeinem Wohnzimmer in Norddeutschland verbringen werden. Und doch behalten Roy Sylvester und seine Mitarbeiter nur wenige traurige Gestalten über. „Wir haben schon Erfahrung, wie viele Bäume wir brauchen und liefern jeden Tag frisch“, erklärt Sylvester, „im vergangenen Jahr hatten wir nur zwölf Bäume übrig.“ In Oerel verarbeiten sie die Restbestände gern zu Trauergestecken, der Rest wird Feuerholz. „Vom Baum bleibt nichts übrig“, lacht Sylvester.

Auch bei der Baumschule Thölken hat jeder Baum eine Zukunft. „Alle unsere Bäume kommen aus dem eigenen Bestand, da bleibt kaum ein Baum einmal stehen“, sagt Geschäftsführer Stephan Thölken. Wenn doch? Dann werden die Zweige und Äste dieser Bäume gern als Winterschutz für andere Pflanzen genutzt.

Private Anbieter oder Landwirte, die einen kleinen Weihnachtsbaumverkauf im Nebenbetrieb betreiben, schreddern ihre Restbestände oder lagern sie fürs Osterfeuer. Dort muss der alte Weihnachtsbaum aber nicht unbedingt landen. Auch die Bäume, die beispielsweise im Landkreis Osterholz von der Abfall-Service-Osterholz GmbH (Aso) abgeholt werden, haben auch später noch einen großen Nutzen. Aso-Betriebsleiter Jens Bartels erklärt die kommunale Tannenbaum-Sammlung, wie die Entsorgung so schön im Behördendeutsch heißt: „Wir sind ab 7. Januar bis Ende des Monats im ganzen Landkreis unterwegs und sammeln etwa 100 bis 120 Tonnen Weihnachtsbäume ein. Die Bäume werden geschreddert und zur Kompostierung zur KNo nach Bremen gebracht.“ Das ist die Kompostierung Nord GmbH. Nach dem Rotteprozess kehrt der einstige Weihnachtsbaum als Bremer Kompost in den Landkreis zurück.

Es gibt aber noch eine andere Art der Weihnachtsbaum-Entsorgung. Viele Tiere freuen sich über Weihnachtsbäume, da sie die Nadeln gern fressen. Deswegen kann man den alten Weihnachtsbaum auch einem Tierhalter oder einem Verein spenden, der ihn an seine Tiere verfüttern wird. Wer selbst ein Pferd hat oder regelmäßig auf den Reiterhof geht, kann dort anfragen, ob sich die Pferde über den Weihnachtsbaum freuen würden.

Viele Pferdehalter legen den Baum einfach auf die Weide der Tiere und lassen ihn dort so lange liegen, bis er vollständig kahl gefressen ist. Das Holz kann anschließend klein geschnitten und auf den Misthaufen gegeben werden. Auch Wildtiere wie Rehe oder Wildschweine freuen sich über einen alten Weihnachtsbaum.

Tiergehege oder Zoos nehmen die alten Bäume nach einem Anruf ebenfalls gern als nachweihnachtliche Leckerei für ihre Tiere an. Geld bekommt man zwar seltener für den Weihnachtsbaum und muss ihn selbst bringen, hat allerdings eine sinnvolle Möglichkeit der Entsorgung gefunden.

Es gibt also genügend Möglichkeiten den Weihnachtsbaum sinnvoll statt wild zu entsorgen. Er darf nämlich nicht einfach in der Natur abgelegt werden, auch wenn er dort von wilden Tieren gefressen werden würde. Man kann zwar den Förster fragen, ob er einen Verwendungszweck für den Baum hätte, sollte ihn aber nicht auf eigene Faust in den Wald bringen.

Auch im Feld darf er nicht entsorgt werden, da der Bauer ihn im Frühling bei der Feldarbeit übersehen würde, sodass die teuren landwirtschaftlichen Geräte beschädigt werden könnten. Verlassene Industriegelände sowie abgelegene Straßen sind ebenso tabu.

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