Bis zu 16 Grad am Wochenende Sieben Anzeichen für das Frühlingserwachen in Bremen und Niedersachsen

Nach den frostigen Tagen steigen die Temperaturen in Niedersachsen und Bremen spürbar an. Erste Frühblüher strecken ihre Knospen gen Sonne - es sind nicht die einzige Zeichen, dass nun der Frühling naht.
19.02.2021, 16:37
Lesedauer: 3 Min
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Von Lennart Stock, dpa

Im Harz schmelzen Schneereste, am Wattenmeer sind die Eisschollen, die zuletzt noch den Fährverkehr behinderten, kaum noch zu sehen. Kein Wunder, denn an diesem Wochenende locken zweistellige Temperaturen bei nahezu T-Shirt-Wetter ins Freie. Für Bremen sagt der Deutsche Wetterdienst am Samstag und Sonntag jeweils Temperaturen bis zu 16 Grad und zehn Sonnenstunden voraus. Es sind nicht die einzigen Hinweise, die darauf hindeuten, dass sich in Niedersachsen und Bremen langsam der Frühling bereit macht.

SONNENSTRAHLEN: Es ist schon deutlich zu spüren: Die dunkele Jahreszeit verabschiedet sich, die Tage werden wieder länger. Aktuell liegen laut Deutschem Wetterdienst zwischen Morgen- und Abenddämmerung acht bis neun Stunden Tageslicht. An diesem Wochenende können Sonnenhungrige es nahezu komplett ausschöpfen. „Am Sonntag liegt die Sonnenscheinausbeute bei 90 Prozent im Osnabrücker Raum“, prognostiziert eine DWD-Meteorologin. An der Elbmündung soll immerhin zu 70 Prozent der Tageszeit die Sonne scheinen und auch am Samstag soll sich bei nur etwas mehr Wolken verbreitet die Sonne zeigen.

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FRÜHBLÜHER: In den Grünanlagen und Parks vieler Städte sprießen die ersten Frühblüher. Im Berggarten in den Herrenhäuser Gärten in Hannover reihen sich gelbe Winterlinge und Schneeglöckchen an einander. „Sogar die ersten lila Krokusse öffnen sich nun, wenn die Sonne auf sie strahlt“, berichtet Parksprecherin Anja Kestennus. Gärtner sind dabei, Stauden zurückzuschneiden. Auch für die heimischen Gärten gilt: Was vor der sogenannten Vegetationsperiode nicht gefällt oder geschnitten ist, darf den Sommer über stehen bleiben.

STÖRCHE: Die ersten Störche warten gar nicht erst auf den Frühlingsbeginn. Niedersachsens wohl bekanntester Storch Fridolin und seine Partnerin Mai sind schon aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt. „Fridolin ist am Dienstag wieder auf seinem Nest auf unserem Schornstein gelandet“, sagte die Geschäftsführerin des Nabu-Artenschutzzentrums in Leiferde im Kreis Gifhorn, Bärbel Rogoschik. Schon kurz nach der Heimkehr konnten die beiden bei ersten Paarungsversuchen beobachtet werden.

SAISONSTART: Trotz ungewisser Corona-Lage bereiten sich an der Küste die Tourismusbetriebe langsam auf die Saison vor. Noch stehen die Strandkörbe in den Winterlagern. In Norddeich müssen in den nächsten Wochen noch einige repariert werden, bevor es sich Urlauber in ihnen wieder gemütlich machen können, wie die zuständige Kurverwaltung mitteilte. In dieser Saison sollen die Strandkörbe dort digital gebucht werden können - dafür werden nun 200 Schlösser angebracht.

OSTERPOST: Bis Ostern sind es noch einige Wochen. Das Osterhasenpostamt im Dorf Ostereistedt nimmt aber schon ab diesem Montag wieder Briefe und selbstgemalte Bilder von Kindern aus aller Welt an. Wer bis Ende März Hanni Hase unter der Adresse Am Waldrand 12 in 27404 Ostereistedt schreibt, kann sicher mit einer Antwort des Osterhasen rechnen. Im vergangenen Jahr bekam Hanni Hase eine Rekordzahl an Briefen - 59 000. Ob es diesmal wieder so viele werden?

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KRÖTENWANDERUNG: Klettern die Temperaturen dauerhaft über die Fünf-Grad-Marke, setzen Erdkröten, Grasfrösche und Molche bei feuchtem Wetter zur Wanderung in ihre Laichgewässer an. Um sie auf ihrem Weg an befahrenen Straßen zu schützen, bauen Freiwillige in diesen Wochen im Landkreis Göttingen Krötenzäune mit Fangeimern auf, die die Tiere nicht überwinden können. Denn um eine Fahrbahn zu überqueren, brauchen die Amphibien rund fünf Minuten. Autos können da zur tödlichen Gefahr werden. Für den Aufbau werden Helfer gesucht.

LANDWIRTSCHAFT: Auf dem Land läutet zum Teil der strenge Geruch von Gülle und Mist das Frühjahr ein. Nach der Frostperiode sind Landwirte seit Anfang Februar dabei, Grünland und Getreideäcker zu düngen. „Das ist wichtig, damit es genug Nährstoffe für eine reiche Ernte im Sommer und Herbst gibt“, erklärt Wolfgang Ehrecke, Sprecher der Landwirtschaftskammer. Für den Ackerbau und den Obstanbau erwartet der Landesbauernverband Landvolk zudem Tausende Saisonkräfte in den nächsten Wochen, die etwa bei der Erdbeerernte oder beim Spargelstechen helfen werden.

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