Ehrenmale in Stuhr

Wiederhergestelltes Gedenken

Im Jahr 2017 wurden die Ehrenmale in Fahrenhorst und Groß Mackenstedt von Metalldieben zerstört. Nun ist der Schaden wieder behoben.
09.08.2018, 17:41
Lesedauer: 2 Min
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Wiederhergestelltes Gedenken
Von Eike Wienbarg

Stuhr. Die Betroffenheit in der Stuhrer Bevölkerung war groß, als im vergangenen Jahr die Metallplaketten mit den Namen der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege der Ehrenmale in Groß Mackenstedt und Fahrenhorst entwendet wurden (wir berichteten). Nun hat die Stuhrer Gemeindeverwaltung die Tafeln ersetzt. Die Namen sind ab sofort aber ein Stein gemeißelt.

Rückblende: Im Sommer 2017 meldete die Stuhrer Gemeindeverwaltung den Diebstahl der metallenen Plaketten am Ehrenmal in Groß Mackenstedt. Damals wurden die zwei Tafeln mit den Namen der Gefallenen aus dem Zweiten Weltkrieg aus der Steinumfassung herausgebrochen und gestohlen. Die dritte Tafel mit den Namen der Toten des Ersten Weltkrieges wurden wiederum nicht entwendet. Vermutet wurde, dass die dritte Tafel aufgrund ihrer Positionierung hin zur Delmenhorster Straße nicht ins Visier der Diebe geraten ist. Im Herbst desselben Jahres wurden dann auch die Tafeln des Ehrenmals auf dem Fahrenhorster Friedhof an der Warwer Straße entwendet. Die Gemeinde erstattete laut eigenen Angaben Anzeige gegen Unbekannt.

"Die polizeilichen Ermittlungen blieben leider ohne Erfolg", berichtet Henning Winter, bei der Gemeinde Stuhr für den Landschaftsbau zuständig, nun. Vermutlich machten sich allerdings Metall-Diebe an den Ehrenmalen zu schaffen, erläutert er weiter. Ähnliche Vorfälle habe es bereits auch auf Friedhöfen in der Region gegeben, weiß der Verwaltungsmitarbeiter zu berichten. Hinweise auf einen politischen Hintergrund der Taten in den beiden Stuhrer Ortsteilen habe es aber nicht gegeben, sagt Bürgermeister Niels Thomsen.

"Der Diebstahl hat große Betroffenheit ausgelöst", berichtet Thomsen weiter. Zahlreiche Bürger hätten ihn im Nachgang der Taten angerufen. "Es geht immer um Menschen", sagt er mit Blick auf die zahlreichen Schicksale hinter den Namen auf den Ehrentafeln. Nicht nur für die Schützenvereine und am Volkstrauertag seien die Mahnmale wichtig.

Daher habe sich die Gemeinde für eine Erneuerung eingesetzt. In Absprache mit der Denkmalbehörde wurden die neuen Tafeln aber nicht aus Metall gefertigt, um nicht erneut das Opfer von Dieben zu werden, sondern aus Stein gemeißelt. In Fahrenhorst wurde der sogenannte Main-Sandstein verwendet. "Das ist der härteste Sandstein", kann Henning Winter berichten. In Groß Mackenstedt wurde der Naturstein Impala aus Südafrika als Material für die neuen Tafeln gewählt, so der Verwaltungsmitarbeiter weiter.

Gleichzeitig wurden mithilfe sachkundiger Bürger aus den Ortsteilen auch einige Fehler in den ursprünglichen Platten korrigiert. Insgesamt mussten so mehr als 2800 Buchstaben in die neuen Platten eingearbeitet werden, berichtet Hennig Winter aus der Stuhrer Gemeindeverwaltung. "Die Orte müssen ihre Würde behalten", beschreibt Bürgermeister Niels Thomsen die Wichtigkeit der Wiederherstellung der beiden Ehrenmale. Daher habe sich die Gemeinde die Erneuerung der beiden Ehrenmale auch einiges kosten lassen. Laut Henning Winter betrugen die Kosten für beide Wiederherstellungen 24 000 Euro. Beide Ehrenmale wurden rechtzeitig zu den Schützenfesten vor Ort fertiggestellt, sagt er.

In Zukunft hofft die Gemeinde nun, dass die Ehrenmale von derartigen Vorfällen verschont bleiben. So seien die Namen auf den Denkmalen in Heiligenrode, Stuhr und Brinkum bereits in Stein verewigt.

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