Bestürzung über Tod des Soldaten in Afghanistan / Fußballer spenden Wildeshausen trauert

Wildeshausen. Auf einmal ist Afghanistan gleich um die Ecke. Der Tod des Soldaten Tobias Lagenstein bei einem Selbstmordanschlag in der Provinz Tachar hat das entfernte Geschehen vielen Wildeshausern schmerzlich ins Bewusstsein gerückt. Dort lebte der in Hannover stationierte 31-Jährige mit seiner Freundin und deren Kind.
31.05.2011, 05:00
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Von Ute Winsemann

Wildeshausen. Auf einmal ist Afghanistan gleich um die Ecke. Der Tod des Soldaten Tobias Lagenstein bei einem Selbstmordanschlag in der Provinz Tachar hat das entfernte Geschehen vielen Wildeshausern schmerzlich ins Bewusstsein gerückt. Dort lebte der in Hannover stationierte 31-Jährige mit seiner Freundin und deren Kind.

Bürgermeister Kian Shahidi, der wie Lagenstein im Feldjägerbataillon 152 gedient hat, zeigte sich "erschüttert und voller Trauer" von der Nachricht. Er wird am Freitag an einer zentralen Trauerfeier für den getöteten Hauptfeldwebel sowie zwei weitere in Afghanistan ums Leben gekommene Soldaten in Hannover teilnehmen. Ihre sterblichen Überreste wurden gestern Abend auf dem Flughafen Köln-Wahn erwartet.

Bestürzt reagierten vor allem die Menschen im näheren Umfeld von Tobias Lagenstein. So sagte die zweite Herrenmannschaft des VfL Wittekind, zu der er gehört hatte, am Sonntag ihr Fußballspiel gegen den TV Dötlingen ab. Stattdessen trafen sich die Spieler, um über die Ereignisse und ihre Erinnerungen an den Mannschaftskameraden zu sprechen. "Das war eine furchtbare Stimmung", schilderte der Vereinsvorsitzende Wolfgang Sasse, der selbst auch dabei war. Afghanistan, das sei immer "ganz weit weg, ganz abstrakt" gewesen, und nun sei alles anders. Die anderen Männer hätten dem Personenschützer, der "begeisterter Soldat" gewesen sei, vor allem ihren Respekt gezollt. Die erste Mannschaft trat ihr Spiel an, spielte aber nach einer Gedenkminute mit Trauerflor in einem Stadion, über dem merkwürdige Ruhe gelegen habe, sagte Sasse. Die Einnahmen aus dem Spiel sollen dem Bundeswehrsozialwerk zugutekommen.

Gedanken machen sich die Sportler auch über Tobias Lagensteins Freundin und das Kind. Da das Paar nicht verheiratet war, sind die Versorgungsansprüche unklar. Shahidi drückte den Hinterbliebenen aller Gefallenen sein Mitgefühl aus.

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