Der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden spricht bei der 800-Jahr-Feier in Süstedt Willi Lemke: Wir leben hier alle in einem Paradies

Von Karin Neukirchen-Stratmann
20.06.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Neukirchen-Stratmann

Süstedt. "Süstedt - es lebe hoch, hoch, hoch." Wenn einer dafür bekannt ist, Stimmung in ein Festzelt - oder in diesem Fall eine Festhalle - zu bringen, dann ist es Jan Ahlers, CDU-Landtagsabgeordneter. Er war, wie viele andere, zu Gast beim Festkommers anlässlich der 800-Jahr-Feier der Gemeinde Süstedt am Sonnabendnachmittag. Und während sich die meisten Grußworte der Ehrengäste doch im eher nüchtern-trockenen Bereich abspielten, sorgte Jan Ahlers für Stimmung, indem er die rund 250 Festgäste zunächst von den Sitzen holte und sie dann zu drei Hochrufen animierte.

Damit waren alle Anwesenden wach und aufgemuntert für den Hauptredner des Nachmittags: Willi Lemke, Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen (UN) für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden. Er begrüßte die Festgäste mit einem knackigen "Moin Süstedt". Über Kasan in Russland, Moskau, Lausanne und Genf sei er nun in Süstedt angelangt. Schnell kam Lemke zum Thema seiner Festansprache: das Ehrenamt und der Bedeutung von Sport. Er hielt den Besuchern aber auch einen Spiegel vor. "Wir leben hier alle in einem Paradies, wir wissen das nur zu selten." Seine Aufgabe als Sonderbeauftragter der UN sei es, "in die Welt zu gehen und diese durch Sport ein bisschen besser zu machen." Oft würde er gefragt, ob dies denn gehe. "Das ist eine völlig falsche Frage. Jeder kann die Welt verändern, jeden Tag." Lemke appellierte an die Besucher, schon mit kleinen Gesten anzufangen: "Ein Lächeln am Frühstückstisch reicht da schon."

Als "Anwalt und Förderer des Sports" in aller Welt sei dies sein "Mittel für Frieden und Entwicklung". Lemke engagiert sich dafür, dass weltweit mehr junge Leute sportlich aktiv werden. "Und zwar ihr Leben lang. Das hat auch einen guten Grund: Es hält gesund. Ich bin 64 und laufe noch Halbmarathon." Anschaulich schildert er Eindrücke seiner Reisen, die ihn in die Slums von Afrika oder Südamerika führten. "Ein Slum in Afrika ist flächenmäßig so groß wie Süstedt. Hier leben knapp 700 Menschen, dort sind es 700000." Menschen, die in Deutschland meinten, es gehe ihnen ganz schlecht, gehörten weltweit gesehen immer noch zu den am besten ausgestatteten Menschen. Das Fazit seiner kurzen Rede: "Wir können stolz auf unsere Heimat sein, packen Sie weiter an, grenzen Sie niemanden aus."

Global begrüßt wurden die Festgäste bereits zu Beginn der Veranstaltung durch die Flöten- und Gitarrenschüler von Susanne Block mit der Eurovisionshymne, dem Hauptthema aus dem Präludium des "Te Deum" von Marc-Antoine Charpentier. Süstedts Bürgermeister Reinhard Thöle und die Verwaltungsmitarbeiterin und Süstedter Bürgerin Christa Gluschak begrüßten anschließend die Gäste in der Festhalle und blickten auf die dreijährige Vorbereitungsphase zur 800-Jahr-Feier zurück. Anschließend sprachen die Vorsitzenden der Vereine und Institutionen aus Süstedt ihre Grußworte, dazu Samtgemeindebürgermeister und Gemeindedirektor Horst Wiesch sowie Vertreter der Politik.

Verwöhnt wurden die Festgäste mit frischem Butterkuchen, den der Süster Kring servierte, sowie mit "Süster Leinöl" - keineswegs eine Grundlage fürs Salatdressing, sondern vielmehr eine alkoholische Spezialität, die extra für die 800-Jahr-Feier abgefüllt worden war. Musikalisch und tänzerisch wurden die Gäste dann von der Kindertanzgruppe des TSV Süstedt unter Leitung von Carola Beckmann mit flotten Rhythmen nach einem rund zweistündigen Programm verabschiedet.

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