Vorranggebiet wächst von 38 auf 154 Hektar /Neue Fläche in Meyenburg an der A 27 Windpark Aschwarden wird größer

Schwanewede. Aschwarden-Bruch bleibt Vorranggebiet für Windenergie und wird sogar vergrößert. Nicht wachsen soll der bestehende Windpark in Krokhorst bei Brundorf. Dafür kommt ein neues Vorranggebiet in Meyenburg an der Autobahn A27 hinzu. So sieht die Windenergie-Zukunft für Schwanewede nach neuen Plänen des Landkreises aus. Im Planungsausschuss der Gemeinde hat Kreisdezernent Richard Eckermann den überarbeiteten Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) vorgestellt.
18.02.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Gabriela Keller

Schwanewede. Aschwarden-Bruch bleibt Vorranggebiet für Windenergie und wird sogar vergrößert. Nicht wachsen soll der bestehende Windpark in Krokhorst bei Brundorf. Dafür kommt ein neues Vorranggebiet in Meyenburg an der Autobahn A27 hinzu. So sieht die Windenergie-Zukunft für Schwanewede nach neuen Plänen des Landkreises aus. Im Planungsausschuss der Gemeinde hat Kreisdezernent Richard Eckermann den überarbeiteten Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) vorgestellt.

Der Ausschuss stimmte der neuen Version zu, weil sie eine Reihe von Schwaneweder Wünschen berücksichtigt. Dazu gehört ein höherer Schutzabstand von Windrädern zur Wohnbebauung. Wo sollen Windräder im Gemeindegebiet aufgestellt werden? Nicht nur den Ausschuss sondern auch die vielen anwesenden Bürger interessierte diese Frage am meisten. Wie andere Gemeinden im Landkreis hatten die Schwanewede den ursprünglichen Schutzabstand zwischen Windpark und Wohnbebauung kritisiert: 550 Meter sei zu wenig. Schwanewede schlug 1000 Meter vor. Der neue Entwurf des Kreises sieht 800 Meter vor.

154 statt 38 Hektar Windpark

Zu besonders wertvollen Landschaftsgebieten sind 500 Meter Abstand zu halten. Die neuen Abstandsregelungen haben Folgen. "Mehr als die Hälfte der im ersten Entwurf vorgesehenen Vorranggebiete sind dadurch weggefallen", so Eckermann. Der Kreis musste Ersatz suchen und ist fündig geworden. Auch in Schwanewede. Hier ist ein neues Gebiet an der Autobahn A 27 im Bereich Klingenberg in Meyenburg geplant. Größe: 52,7 Hektar.

Betroffen ist vor allem Aschwarden. "Das Vorranggebiet wird deutlich vergrößert", so Eckermann. Statt 37,8 sind 154,4 Hektar nördlich des Viehstieg geplant. Mit zusätzlichen 116,6 Hektar fängt Aschwarden fast 40 Prozent dessen auf, was andernorts an Vorranggebieten wegfällt. Bei der Entscheidung für die Vergrößerung sind laut Eckermann "Vorbelastungen berücksichtigt worden". Drei Windkraftanlagen seien bereits genehmigt und würden in Kürze aufgestellt. Der Windpark Uthlede liege in Sichtweite. Auch Hochspannungsleitungen zögen sich durch die Landschaft am Viehstieg. Dafür rückt das vergrößerte Gebiet jetzt mindestens 800 Meter weit von den Häusern ab. Auch der Abstand zum Aschwardener Flutgraben wird erweitert. 150 Meter müssen es sein. So sieht es der neue Entwurf für Gebiete vor, in denen Fledermäuse gesichtet werden. Der Flutgraben in Aschwarden gehört dazu.

Wie viele Anlagen könnten in Aschwarden und Meyenburg entstehen? "Bei einer Anlage von drei Megawatt und einem Flächenbedarf pro Megawatt von drei bis fünf Hektar wären in Aschwarden 10 bis 17 Anlagen möglich und in Meyenburg drei bis sechs", so Eckermann auf Nachfrage der NORDDEUTSCHEN. Das Vorranggebiet in Brundorf-Krokhorst, wo ebenso wie an der Loge in Eggestedt schon vier Windräder in den Himmel ragen, bleibt bestehen. "Es wird in seiner Ausdehnung auf die Darstellung im Schwaneweder Flächennutzungsplan begrenzt." Laut Nicole Büchner vom Bauamt Schwanewede heißt das: "In Krokhorst kommt nichts hinzu."

Auf einem anderen Blatt steht, ob die bestehenden Anlagen durch höhere ersetzt werden können. Der Flächennutzungsplan legt für Eggestedt und Brundorf Anlagen von maximal 99,8 Meter fest. So hoch sind die vorhandenen Windräder. Der neue RROP-Entwurf sieht keine Höhenbegrenzung vor. Die von den Schwanewedern festgesetzte Höhe wird damit laut Eckermann "nicht automatisch" aufgehoben. De facto wird es für die Gemeinde laut Büchner aber schwierig. "Anlagen von 100 Metern entsprechen nicht mehr dem technischen Standard. Beharren wir darauf, könnte das als Verhinderungstaktik ausgelegt werden. Das wäre juristisch nicht haltbar."

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