Fehlende Wirtschaftlichkeit

Wintershall Dea gibt Erdgassuche im Landkreis Verden auf

Die Wintershall Dea hat jetzt angekündigt, ihre Erlaubnis für die Erdgassuche in den Gebieten „Werder“ und „Unterweser“ vorzeitig zurückzugeben. Eigentlich sollte diese noch bis Juli 2021 gelten.
15.10.2020, 17:02
Lesedauer: 2 Min
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Wintershall Dea gibt Erdgassuche im Landkreis Verden auf
Von Elina Hoepken
Wintershall Dea gibt Erdgassuche im Landkreis Verden auf

Für die Nutzung sogenannter Vibro-Trucks für die Erdgassuche hätte Wintershall Dea noch einmal einen separaten Antrag stelle müssen. Das ist jedoch nicht geschehen. Stattdessen hat das Unternehmen die Erlaubnis zur Erdgassuche vorzeitig zurückgegeben

Focke Strangmann

Bis Juli 2021 sollte sie noch gelten - die vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) erteilte Genehmigung für Wintershall Dea, mit der das Unternehmen im sogenannten Erlaubnisfeld „Werder“, das die Stadt Achim und Teile Thedinghausens umfasst, nach Kohlenwasserstoffen suchen darf. Doch den Zeitraum will die Dea nun gar nicht ausschöpfen. Das hat das Unternehmen am Donnerstag erklärt. Das gleiche soll auch für das Erlaubnisfeld „Unterweser“ gelten, dessen Fläche zu 40 Prozent in Bremen und zu 60 Prozent in den Landkreisen Verden, Rotenburg und Osterholz liegt. „Wintershall Dea gibt die beiden bergrechtlichen Erlaubnisse ,Unterweser' und ,Werder' beim niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie vorzeitig zurück“, heißt es in der Mitteilung. Damit verzichte das Unternehmen auf das Recht, innerhalb dieser beiden Gebiete nach Erdgas und Erdöl zu suchen.

Fokus auf bestehende Projekte

„Wir haben in den vergangenen Monaten unsere inländischen Aktivitäten auf den Prüfstand gestellt, detailliert betrachtet sowie bewertet und dann die Entscheidung getroffen, uns auf die bereits bestehende heimische Erdgas- und Erdölförderung in Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu fokussieren“, erklärt Dirk Warzecha, Leiter des Deutschlandgeschäftes der Wintershall Dea den Schritt. In den jetzt vorzeitig zurückgegebenen Erlaubnisgebieten hat Wintershall Dea nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren insbesondere die vorliegenden umfangreichen Bestände geologischer Daten intensiv analysiert und ausgewertet. „Dabei stellte sich heraus, dass nur eine geringe Wahrscheinlichkeit besteht, innerhalb der beiden Gebiete ein neues Erdgasfeld zu entdecken, aus dem wirtschaftlich erfolgreich gefördert werden kann.“

Erst Anfang dieses Jahres war die Genehmigung für „Werder“ mit einer Fläche von rund 85 Quadratkilometern für weitere eineinhalb Jahre erteilt worden, nachdem sie im Februar 2012 erstmals erteilt und 2017 für zunächst drei Jahre verlängert worden war. Die Erlaubnis „Unterweser“ mit einer Fläche von knapp 790 Quadratkilometern hat Wintershall Dea erstmalig im März 2015 bekommen.

Die jüngste Verlängerung der Genehmigung für „Werder“ war in Achim und Thedinghausen auf großen Widerstand gestoßen. Sowohl die Stadt als auch die Samtgemeinde hatten in einer offiziellen Stellungnahme ihre Ablehnung gegenüber den Plänen kundgetan. Darin bezweifelten sie, dass Wintershall Dea das Gebiet in den acht Jahren, in denen die Erlaubnis schon galt, nicht ausreichend untersuchen konnte. Das LBEG entschied sich aber zu Beginn des Jahres trotzdem für eine Verlängerung.

„Begrüßen Entscheidung sehr“

Umso erfreuter war man im Achimer Rathaus natürlich, dass die Erlaubnis nun vor dem Ablauf der eigentlichen Frist zurückgegeben wurde. „Wir begrüßen die jetzige Entscheidung sehr“, sagte der Erste Stadtrat Bernd Kettenburg. „Sie zeigt, dass wir auch damals schon mit unserer Stellungnahme auf dem richtigen Weg waren.“ Schon mit der Suche nach Erdgas seien aus Sicht der Stadt Risiken verbunden – „und unsere Argumentation war schon immer, dass der Schutz der Einwohner Vorrang haben muss.“

Doch nicht nur in den betroffenen Städten und Gemeinden, sondern auch auf Landesebene stieß die Ankündigung von Wintershall Dea auf positive Resonanz. So bedankte sich der hiesige Landtagsabgeordnete Axel Miesner (CDU) in einem kurzen Statement etwa auch bei den Mitbürgern vor Ort für die Geschlossenheit, die sie bei dem Thema gezeigt hatten und „mit der zum Ausdruck gebracht wurde, dass sich unsere dicht besiedelten Landkreise nicht für die Erdgasförderung eignen.“

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