Lichtblick schickt wieder Präventionsteam in Osterholz-Scharmbeck auf die Straße "Wir sind keine Polizisten"

Landkreis Osterholz. Das Präventionsteam Osterholz-Scharmbeck startete erneut seine "Fußstreife" durch die Straßen der Kreisstadt. Bereits von April 2008 bis September 2009 arbeitete das Team im Rahmen eines Pilotprojekts. Auf Nachfrage Jugendlicher wurde das Projekt nun fortgesetzt.
22.09.2011, 05:00
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Von Mareike addix

Landkreis Osterholz. Das Präventionsteam Osterholz-Scharmbeck startete erneut seine "Fußstreife" durch die Straßen der Kreisstadt. Bereits von April 2008 bis September 2009 arbeitete das Team im Rahmen eines Pilotprojekts. Auf Nachfrage Jugendlicher wurde das Projekt nun fortgesetzt.

Die Organisation Lichtblick, die 2006 gegründet wurde, bietet Hilfe für Opfer von Gewalttaten und kostenlose Beratung an. Sie steht in Verbindung mit über 15 Firmen, zum Beispiel mit der Elko-Gruppe, mit Nehlsen und Egerland. Diese Firmen bieten Minijobs und Praktika an. So soll den Jugendlichen der Einstieg in das Berufsleben erleichtert werden.

Ein Präventionsteam besteht aus drei bis vier Mitgliedern, die von etwa 19 bis 2 Uhr als Ansprechpartner auf den Straßen von Osterholz-Scharmbeck im Einsatz sind. Die ehrenamtlichen Mitglieder, die alle einen Erste-Hilfe-Kursus absolviert haben, tragen immer Handys bei sich, um bei einer Eskalation sofort die Polizei oder den Rettungswagen verständigen zu können. Die Botschaft lautet: "Durch reden Probleme lösen", sagt der Vorsitzende des Präventionsteams, Michael Folger. "Wichtig ist der respektvolle Umgang miteinander. Es ist egal, wo jemand herkommt oder wie er aussieht. Man sollte keine Vorurteile haben."

Folger arbeitet bereits 15 Jahre im Sicherheitsdienst des Weserstadions und weiß, wie gefährlich Gewalt ist: "Regeln sind erforderlich. Man muss nicht noch auf jemanden eintreten, der schon am Boden liegt. Wir zeigen Zivilcourage und verlangen von jedem, dass er hinsieht." Doch er betont auch: "Wir sind keine Polizisten oder Pädagogen und haben auch keine Sonderrechte. Wir mischen uns nicht ein, sondern bieten lediglich unsere Hilfe an."

Unterstützung erwünscht

Seit 2010 ist auch ein Präventionsteam in Bremen tätig. Es sei bis jetzt noch nie zu einem schweren Zwischenfall gekommen. Jugendliche würden kooperieren, da Hilfe für Verständnis sorge, betont Ralph Igel, Mitglied des Teams. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Präventionsteams Osterholz halten sich an den Wochenenden hauptsächlich an den Treffpunkten der Jugendlichen auf, wie zum Beispiel in der Drosselstraße und am Pumpelberg und sind dort auch für Hilfesuchende ansprechbar. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass sich freitags mehr Zwischenfälle ergeben als sonnabends. Aufgrund dessen ist die Startzeit der Streife variierbar.

Die Helfer sorgen gegebenenfalls auch für einen sicheren Weg nach Hause. Jugendliche, die stark alkoholisiert sind, werden mit gestelltem Handywecker in den Bus nach Hause gesetzt oder einfach ein Stück begleitet.

Deshalb ist die Kooperation mit dem Team der Disko-Meile Bremen so wichtig. "Wenn wir in Bremen jemanden in den Zug setzen, können wir unsere Partner in Osterholz-Scharmbeck darüber informieren, wann jemand ankommt, der Hilfe gebrauchen könnte", erklärt Igel.

Das Team - finanziert durch Spenden, eigene Aktionen, wie die "Party Night" und durch die Jugendstiftung der Kreissparkasse Osterholz-Scharmbeck - steht außerdem in Kontakt mit der Schuldenberatung und anderen Hilfsorganisationen und vereinbart Termine für die Jugendlichen.

Da die Präventionsteams in Osterholz-Scharmbeck bis jetzt nur aus 14 Mitgliedern bestehen, haben sie nur ein- oder zweimal im Monat die Möglichkeit als Helfer auf die Straße zu gehen . Darum ist Unterstützung immer erwünscht. Jugendliche ab 18 Jahren, die ehrenamtlich arbeiten wollen und teamfähig sind, können sich auf der Website der Organisation Lichtblick informieren. "Wir machen diese Arbeit aus Freude, Sinn und Pflicht etwas zu unternehmen.", sagt Michael Folger.

Unter der Internetseite www.lichtblick-online.info sind weitere Information zu finden.

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