Tierärztin Ines Winkler klärte auf Einladung des Vereins Therapie Tiere Teufelsmoor über geplantes Gesetz auf Wissenswertes zum Hundeführerschein

Osterholz-Scharmbeck. Die Niedersächsische Landesregierung bereitet ein neues Hundegesetz vor, das den Tierschutz verbessern und die Bevölkerung vor Beißattacken schützen soll. Neben einer Haftpflichtversicherung und einem elektronischen Chip sieht der Gesetzesentwurf einen Sachkundenachweis vor, mit dem der Hundehalter ab 2013 sein Wissen über das Tier und seine Haltung nachweisen muss. Befreit von diesem "Hundeführerschein" sollen Halter sein, die schon zwei Jahre lang einen Hund gehalten haben und nicht durch auffälliges Verhalten des Tieres aktenkundig geworden sind.
05.05.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von ILSE OKKEN

Osterholz-Scharmbeck. Die Niedersächsische Landesregierung bereitet ein neues Hundegesetz vor, das den Tierschutz verbessern und die Bevölkerung vor Beißattacken schützen soll. Neben einer Haftpflichtversicherung und einem elektronischen Chip sieht der Gesetzesentwurf einen Sachkundenachweis vor, mit dem der Hundehalter ab 2013 sein Wissen über das Tier und seine Haltung nachweisen muss. Befreit von diesem "Hundeführerschein" sollen Halter sein, die schon zwei Jahre lang einen Hund gehalten haben und nicht durch auffälliges Verhalten des Tieres aktenkundig geworden sind.

Versichern und Chippen des Vierbeiners ist für die meisten Halter selbstverständlich. Aber wie sieht ein Sachkundenachweis aus? Darüber informierte Dr. Ines Winkler auf Einladung des Vereins "Therapie Tiere Teufelsmoor" im Haus am Hang. Die Tierärztin für Verhaltenstherapie erörterte in ihrem Vortrag "Der Hundeführerschein - vom Sachkundenachweis bis zum Wesenstest", dass im Augenblick nur die Halter gefährlicher Hunde diesen Test absolvieren müssen. Mit der Sachkundeprüfung solle der Halter nachweisen, dass er in der Lage sei, seinen gefährlichen Hund so zu halten, dass dieser keine Gefahr für Leib und Leben anderer Menschen darstellt.

Der D.O.Q.-Test beispielsweise bestehe aus einem theoretischen einem praktischen Teil, den Tierärzte abnehmen können (Infos unter www.doq-test.de). Auch beim Bundesverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) könne man per Hundeführerschein nachweisen, dass man sein Tier im Alltag sicher unter Kontrolle habe. Kenntnisse über artgemäße Haltung und Erziehung der Hunde seien dabei ebenso gefordert wie die Fähigkeit zum Erkennen von Gefahrensituationen. Bei der Erziehung und Ausbildung von Welpen sei Konsequenz wichtig. "Hunde reagieren eher auf Körpersignale als auf Worte" so die Expertin. Sie riet, Kommandos wie Komm! Sitz! oder Platz! mit Handzeichen zu kombinieren. Auch der Kontakt zu gleichaltrigen und älteren Tieren sei in dieser Entwicklungsphase unverzichtbar. Der Besuch einer seriösen Hundeschule könne bei der Vorbereitung auf die Prüfung hilfreich sein, so der Tipp der Veterinärin.

Im praktischen Teil der Prüfung gehe es darum, die Grundgehorsamkeit unter Beweis zu stellen. Der Hund müsse zeigen, dass er Alltagssituationen bewältigen könne und sich nicht durch Geräusche oder die Begegnung mit Joggern, Kinderwagen und anderen Hunden ablenken lasse. Hierzu gehöre auch die problemlose "Leinenführigkeit" im Straßenverkehr.

Für verhaltensauffällige Vierbeiner oder Diensthunde sei ein standardisierter Wesenstest erforderlich, bei dem der Charakter des Tieres überprüft werde. Dieser nach verhaltensbiologischen und tiermedizinischen Erkenntnissen erstellte umfangreiche Test werde per Video dokumentiert und nach einem Punktesystem bewertet. Der Hund müsse alle Prüfungsaufgaben zwei Mal absolvieren. Das Testergebnis sei gerichtsverwertbar.

Im Anschluss an den Vortrag stellte das Team der Therapie Tiere Teufelsmoor seine Arbeit vor. Die ehrenamtlichen Helfer besuchen mit ihren Hunden Seniorenheime. Für viele Bewohner sei es ein Höhepunkt im monotonen Alltag, wenn sie Streicheleinheiten und Leckerlis an die Tiere verteilen dürften, so die Halter der Besuchshunde.

Im Kontakt mit den Tieren öffnen sich die Senioren und durchbrechen ihre Apathie. Sie gehen ein paar Schritte oder sprechen ein paar Worte - oft erstmals wieder nach langer Zeit. Das machte ein Film deutlich, den Volker Tenn vorführte. Das Team von Therapie Tiere Teufelsmoor führt eine Warteliste von Heimen, die auch gerne tierischen Besuch hätten und sucht dafür noch interessierte Hundebesitzer.

Über die Gestaltung des "Besuchsdienstes mit Hunden" hält Ulrich Oestreich vom Verein Therapie Tiere Teufelsmoor am 9. Juni ab 19 Uhr im "Haus am Hang" einen Vortrag. Weitere Informationen unter:

www.therapie-tiere-teufelsmoor.de

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