Sichtungen häufen sich Wolf mitten auf der Borgfelder Heerstraße unterwegs

Ein Wolf wurde mitten auf der Borgfelder Heerstraße gesehen. Die Sichtungen in dem Ortsteil häufen sich, weil die Tiere dort ein urbanes Nadelöhr passieren müssen, berichten Bremer Jäger.
03.04.2020, 21:25
Lesedauer: 2 Min
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Von Lars Fischer

Die Wolfssichtungen im Bereich Borgfeld und Lilienthal häufen sich. Wie berichtet war bereits Anfang der Woche ein Video im Internet aufgetaucht, das ein Tier zeigt, das in Timmersloh eine Wiese überquerte. Nun meldet die Landesjägerschaft Bremen weitere Sichtungen, unter anderem mitten im Ortsteil. Demnach wurde am Montagmorgen gegen 9.15 Uhr ein Wolf auf der Borgfelder Heerstraße zwischen der Bürgermeister-Kaisen-Allee und dem Kuhweideweg gesehen. Das Tier lief auf dem Grünstreifen der Straßenbahnspur zwischen den Fahrbahnen in Richtung Kuhweideweg, teilweise bis auf 20 Meter nah an Autos vorbei. Am selben Tag wurde ein weiterer Wolf – oder womöglich derselbe – am Hamfhofsweg gesichtet, ebenfalls tagsüber.

Bilder oder andere Belge gibt es für die neuen Sichtungen nicht. Marcus Henke, Vorsitzender der Landesjägerschaft, aber hält sie für sehr glaubhaft. Formal werden sie als C3-Meldungen, also als unbestätigte Verdachtsfälle beurteilt, aber aufgrund der Beschreibungen könnten andere Tiere wie Hunde ausgeschlossen werden, so Henke. Unter anderem stammten die Beobachtungen von einem Biologen-Ehepaar, sodass er sie als verlässlich einordnet. Die Beobachtungen stützen Vermutungen, die die Jäger schon länger haben. Sie glauben, dass Wölfe schlichtweg den bequemsten Weg wählen, um entlang der Wümme aus Richtung Fischerhude nach Blockland oder Trupe zu wechseln. Direkt am Fluss sei es ihnen zu nass und aufgrund des Bewuchs zu beschwerlich, sodass sie den urbanen Raum passieren.

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Ob es sich um ein und denselben Wolf handelt, der sich dort ansiedeln will, oder der nur durchzieht und vielleicht zum Garlstedter oder Gnarrenburger Rudel gehört, sei laut Henke nicht klar. „Aufgrund der vielen Kilometer, die diese Tier pro Tag laufen, ist so eine Aussage nicht möglich.“ Für Henke aber ist klar, das Verhalten des Tieres oder der Tiere sei „völlig normal“.

Häufungen von Sichtungen habe es in diesem Bereich auch schon in den Jahren 2016 bis 2019 gegeben. Er führt das darauf zurück, dass diese Stelle quasi das Nadelöhr auf ihren Wanderungen ist. „Dort fallen die Tiere aber auf, weil dort auch viele Menschen sind.“ Die Jäger versuchen in enger Abstimmung mit der Bremer Umweltbehörde, das Geschehen so genau wie möglich zu beobachten. Deshalb appelliert er, Sichtungen unbedingt zu melden: Entweder bei den Jägern unter der Rufnummer 0171/ 582 52 92 oder bei Wolfsberater Hannes Ledebur unter 0176/ 98 38 98 64. „Wir brauchen so viele Meldungen wie möglich, um zu verstehen, was passiert“, macht Henke deutlich. Und man brauche die Meldungen zeitnah, um mögliche Spuren sichern zu können.

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