DNA-Untersuchungen laufen Wolfsrudel wird nach möglicher Attacke auf einen Mann beobachtet

Am Dienstag wurde ein Mann im Landkreis Rotenburg möglicherweise von einem Wolf gebissen. Nun steht das verdächtige Rudel in Niedersachsen unter Beobachtung.
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Nach dem möglicherweise ersten Angriff eines Wolfes auf einen Menschen in Deutschland seit Rückkehr der Tiere wird das verdächtige Rudel in Niedersachsen nun überwacht. "Wir werden das Wolfsmonitoring intensivieren", sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums in Hannover. "Alle Informationen über die Tiere sollen zusammentragen werden." So sollen Kameras installiert und sämtliche Sichtungen erfasst und in einer Rudelchronik zusammengetragen werden, kündigte sie am Freitag an. Ein Wolfsrudel sei dort erstmals im vergangenen Juli bestätigt worden.

In Steinfeld (Landkreis Rotenburg) war ein Gemeindearbeiter am Dienstag nach eigener Schilderung von einem Wolf in die Hand gebissen worden. Drei weitere Wölfe hätten das beobachtet. Nun sollen DNA-Untersuchungen zeigen, ob es sich bei dem Angreifer wirklich um einen Wolf handelte. "Die Proben sind im Senckenberg-Institut", sagte die Sprecherin. In der kommenden Woche soll ein Ergebnis vorliegen.

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Unterdessen warnte der Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck vor einer Bejagung von Wölfen. "Die Zahl der Wölfe ist noch weit davon entfernt, dass man in die Bestände eingreifen müsste", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mit Blick auf einen Vorschlag der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, den Schutzstatus von Wölfen zu senken. "Und für den Umgang mit verhaltensauffälligen Tieren haben wir ja Regelungen: Zur Gefahrenabwehr dürfen dem Artenschutzrecht entsprechend Tiere in Einzelfällen vergrämt oder getötet werden, also etwa Wölfe, die die natürliche Scheu verloren haben", erklärte er.

"Wölfe, die sich an Menschen gewöhnen, sind ein Problem", ergänzte Habeck. Doch Deutschland sei ein wichtiger Lebensraum für den Wolf: "Raubtiere gehören zur Natur dazu", sagte er. "Wenn wir alle Tiere, die uns Probleme bereiten, ausrotten wollen, dann hätten wir keine Biber, keine Fischotter und keine Kormorane mehr." Niedersachsen setzt sich schon länger für eine stärkere Kontrolle der Wölfe ein, in dem Agrarland kommt es zu besonders vielen Rissen von Nutztieren. (dpa/lni)

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