Vorlesewettbewerb 2010/11: Zwölf Mädchen und Jungen wetteifern beim Schulausscheid der KGS Tarmstedt

Wort für Wort zum Sieg

Tarmstedt. Kevin Hölzels Finger hüpft unter den Worten über die Seite. Die Aufregung hat ihm die Wangen rosa gefärbt. Eine Seite weiter hat der Sechstklässler seinen Rhythmus gefunden beim "Vorlesewettbewerb 2010/11" in der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Tarmstedt, ausgeschrieben vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels.
01.12.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Wort für Wort zum Sieg
Von Undine Zeidler

Tarmstedt. Kevin Hölzels Finger hüpft unter den Worten über die Seite. Die Aufregung hat ihm die Wangen rosa gefärbt. Eine Seite weiter hat der Sechstklässler seinen Rhythmus gefunden beim "Vorlesewettbewerb 2010/11" in der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Tarmstedt, ausgeschrieben vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Hölzel lässt seine Krimi-Helden herzhaft schimpfen und liest lebhaft, bis ein leises "ding" sagt, seine Zeit ist um. Applaus. Die Schulkameraden zeigen "Daumen hoch". Dass er sich mit seinem "Rätsel um die alte Villa" für den Vorlesewettbewerb auf Kreisebene qualifiziert, damit hatte Kevin jedoch nicht gerechnet.

Zwölf Mädchen und Jungen der Tarmstedter KGS - die Klassenbesten der Haupt-, Real- und Gymnasialzweige - lasen beim Schulausscheid in der Schul- und Gemeindebücherei vor den kritischen Ohren der Jury. Bewertet wurden der Gesamteindruck, Lesetechnik, Textgestaltung und Textverständnis. Um von sich zu überzeugen, hatte jeder Schüler zwei Minuten zur Einführung ins Buch und drei Minuten Vorlesezeit.

Die Bücher handelten von Kriminalfällen, Halbgöttern, dem Zauberlehrling Harry Potter und anderen magischen Wesen. Einige Mädchen zogen Verwicklungen um die Liebe vor, was bei den Jungen gelegentlich ein Grinsen ins Gesicht beförderte. Gespannt verfolgten die Kinder die Auftritte der Schulkameraden, applaudierten jedem, machten sich in der Pause Gedanken um die Sieger und unterhielten sich über ihre Bücher.

Florian macht ersten Platz

Florian Stechmann wurde in der Pause von den Mitschülern als Favorit für den Gymnasialzweig gehandelt. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich den ersten Platz gemacht habe", sagte er selber und gestand, dass er mit Herzklopfen an den Vorlesetisch gegangen sei. Dort ließ er ein Quidditch-Spiel aus Harry Potter lebendig werden, las mit verstellten Stimmen und begeisterte damit seine Zuhörer. Er wird die Gesamtschüler auf Kreisebene vertreten, so die Schulwettbewerbs-Organisatorin, Helene Peniuk, Fachbereichsleiterin Deutsch.

"Unsere Schüler lesen noch", sagte stolz Schulleiter Günter Moje, der zur Siegerehrung gekommen war. Der Wettbewerb gehöre "schon ewig" zur Schule. Er mutmaßte seit Gründung der KGS 1975. Leseförderung und "den Spaß am Lesen wach halten" seien die Beweggründe dafür. Moje lässt keinen Zweifel: "Bücher gehören zur Schule". Seiner Ansicht nach müsse jede Schule mit einer Bibliothek ausgestattet sein.

Auf den Wettbewerb hatten Schule und Bücherei die Schüler auch gemeinsam vorbereitet. Bibliotheksleiterin Leonore Holsten erzählte von einer Unterrichtseinheit in der Bibliothek. Da wurde unter anderem "konzentriertes Lesen" geübt, sich beim Vortrag von nichts ablenken zu lassen. Anthomi Illing aus der 6b ließ sich zudem von Leonore Holsten bei der Buchauswahl beraten. Diese zählte ebenso zur Jury, wie Peniuk, Schülersprecher Faruk Maulawy, Claudia Krall-Nowack vom Schulverein und Susanne Matthias von der Sparkasse Tarmstedt.

Obwohl die meisten Lesekunden von Leonore Holsten Mädchen seien, widerlegten die Jungen bei diesem Wettbewerb das Vorurteil vom nichtlesenden Jungen. Mit sieben Startern waren sie in der Überzahl. Fast alle seien "Stammkunden in der Bücherei", freute sich Leonore Holsten. Drei von ihnen belegten erste Plätze, neben Stechmann und Hölzel war das Tobias Meyer.

Von den Mädchen wurde Lilith Lassen mit dem ersten Preis bedacht. Eine Urkunde und einen Sparkassen-Gutschein für die Buchhandlung gab es indes für alle Vorleser auf den Plätzen eins bis drei.

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