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Lilienthaler Wörpebad
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100 Quadratmeter mehr Nachhaltigkeit

Silke Looden 21.05.2019 0 Kommentare

Der technische Leiter der Diakonischen Behindertenhilfe, Diethelm Wellbrock, erklärt die neue Solarthermieanlage auf dem Dach des Wörpebades.
Der technische Leiter der Diakonischen Behindertenhilfe, Diethelm Wellbrock, erklärt die neue Solarthermieanlage auf dem Dach des Wörpebades. (Foto: Maximilian von Lachner)

Lilienthal. Nur wer genau hinschaut, kann vom Neuenkirchener Weg aus von unten erkennen, was sich oben auf dem Flachdach des Wörpebades in Lilienthal verändert hat. Zwischen dem frischen Frühlingsgrün der Bäume scheint das Graublau der neuen Solarthermieanlage hindurch. 100 Quadratmeter Sonnenkraft hat die Diakonische Behindertenhilfe Lilienthal dort für 89 000 Euro installiert, davon kommen 15 520 Euro als Förderung vom Landkreis Osterholz. „Ein Leuchtturmprojekt für mehr Nachhaltigkeit“, sagt der Geschäftsführer der Diakonischen Behindertenhilfe Lilienthal, Christoph vom Lehn.

Der technische Leiter der Behindertenhilfe und damit des Wörpebades ist Diethelm Wellbrock. Er geht davon aus, dass die Anlage 25 Prozent Energie einspart. „Von Mai bis August können wir das Bad nahezu zu 100 Prozent mit Sonnenenergie beheizen“, freut sich Wellbrock. Das Prinzip sei einfach: Die Sonne wärme das Wasser in den Kollektoren. Mit dem warmen Wasser werde dann das Badewasser erwärmt. Wellbrock geht davon aus, dass sich die Investition schon in fünf bis sechs Jahren amortisiert hat.

Nach Angaben des Betreibers spart die Anlage 5600 Kubikmeter Erdgas pro Jahr ein. Das entspricht einer Reduzierung von 12 000 Kilogramm des klimaschädlichen Kohlendioxids. „Das ist in etwa so viel wie sechs bis sieben herkömmlich beheizte Einfamilienhäuser im Jahr verbrauchen“, rechnet vom Lehn vor. „Die Solarthermieanlage ist also nicht nur ein Beitrag zur Energieeffizienz, sondern auch ein Beitrag zum Klimaschutz.“

Tatsächlich braucht das Wörpebad mit bislang 230 000 Kilowattstunden pro Jahr besonders viel Energie, denn es ist eines der wenigen Schwimmbäder mit einer Wassertemperatur von 31 Grad Celsius. Am Warmbadetag sind es sogar 33 Grad Celsius. „Das warme Wasser ist ideal für unsere Klienten und Kunden“, sagt Elke Barkhoff, Sprecherin der Behindertenhilfe und Koordinatorin des Wörpebades. Ihren Angaben zufolge nutzen 150 Menschen mit Handicap und weitere 150 Externe jede Woche das Wörpebad.

Unter anderem für Spastiker oder Rheumatiker ist warmes Wasser wichtig. So wundert es nicht, dass neben den Bewohnern der Behindertenhilfe auch andere das Bad für sich entdeckt haben. Dazu zählen etwa die Rheuma-Liga Niedersachsen, die Volkshochschule Lilienthal, Grasberg, Ritterhude und Worpswede, eine Physiotherapie-Praxis sowie die Turnvereine Falkenberg und Lilienthal. „Das warme Wasser ist zum Beispiel optimal für das Babyschwimmen der Vereine“, weiß Barkhoff.

Anders als das Lilienthaler Hallenbad ist das Wörpebad kein öffentliches Bad. Idyllisch liegt es mitten im Grünen auf dem Gelände der Diakonie, direkt neben der Turnhalle. Das Schwimmbecken ist nur acht mal 16 Meter groß. Entscheidend ist aber nicht die Größe, sondern der Hubboden. Dieser kann  stufenweise von 1,80 Meter auf 30 Zentimeter abgesenkt werden. Mit einer besonderen Vorrichtung können Gelähmte sogar liegend ins Wasser gelangen.

„Das Wörpebad ist für uns besonders wichtig“, sagt denn auch Geschäftsführer Christoph vom Lehn. Anderswo seien ähnliche Einrichtungen wegen der hohen Kosten geschlossen worden. Mit der Solarthermieanlage will die Diakonie das Bad für die Zukunft sichern. „Wir gehen schonend mit den Ressourcen um, um Gottes Schöpfung zu bewahren“, betont vom Lehn.

So hat die Diakonie in den vergangenen Jahren ihr Fernwärmenetz modernisiert. Wellbrock: „Wir haben neue Heizkessel, hocheffiziente Wärmepumpen und eine Wärmerückgewinnungsanlage eingebaut.“ Zudem wurde die Beleuchtung auf dem ganzen Gelände auf LED umgestellt, um den Stromverbrauch zu reduzieren. Von der Versorgung profitieren vor allem die 270 Bewohner auf dem Campus der Diakonie. Vorbei ist auch die Zeit des kurzen Rasens zwischen den Gebäuden. Die Diakonie nutzt die Fläche als Streuobstwiese. „Das ist unser Beitrag zum Artenschutz“, sagt vom Lehn und freut sich über die farbenfrohe Wiese auf dem Weg zum Wörpebad. Für den Landkreis Osterholz ist es übrigens das erste Mal, dass Projekte zur Förderung der Energiewende auch ohne die Kofinanzierung von Bund, Land und EU unterstützt werden. Insgesamt 200 000 Euro stehen pro Jahr für Leuchtturmprojekte wie die Solarthermieanlage des Wörpebades zur Verfügung, finanziert aus rein kommunalen Mitteln, je zur Hälfte vom Landkreis und den Gemeinden.


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Ein Syrer und sein neues Leben in Rotenburg
Samer Tannous ist Hochschullehrer aus Damaskus, lebt mit seiner Familie seit 2015 in Rotenburg und arbeitet dort als Französischlehrer. In der Wümme-Zeitung schreibt er wöchentlich über seine Erlebnisse.
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Leserkommentare
suziwolf am 23.10.2019 13:09
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