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Endlager-Suche
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129 potenzielle Standorte

Jörg Hübner 11.02.2019 0 Kommentare

Reeßums Bürgermeister Marco Körner sprach ebenfalls zu den rund 300 Bürgern, die sich informieren wollten.
Reeßums Bürgermeister Marco Körner sprach ebenfalls zu den rund 300 Bürgern, die sich informieren wollten. (Björn Hake)

Landkreis Rotenburg. Seitdem eine Liste der Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“ aufgetaucht ist (wir berichteten), beschäftigt sie die Bürger aus der Region. Daher hatten Vertreter der Gemeinden Horstedt, Bülstedt und Reeßum zusammen mit dem „Bündnis Energiewende Bülstedt“ eine Infoveranstaltung auf die Beine gestellt, zu der rund 300 Interessierte kamen.

Auf besagter Liste tauchen etwa Taaken und Thedinghausen, aber auch Lilienthal und Lesum auf, weil sie mit mit ihren Vorkommen geologischer Salzstrukturen in der oberen Erdkruste ein potenzielles Endlager für Atommüll darstellen könnten. Laut der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) würde eine Entscheidung über die Standortbestimmung erst 2031 fallen und eine Einlagerung der Abfälle frühestens ab dem Jahr 2050 erfolgen. „Ausgestrahlt“ hat 129 Orte in Deutschland aufgeführt, die über unterirdische Salzstöcke verfügen und daher als Endlager in Frage kämen.

Es war die zweite Versammlung zu diesem Thema. Bereits im Dezember 2018 gab es eine kleinere Ortsveranstaltung in Taaken. “Ob aber Taaken oder Thedinghausen überhaupt sichere Lagerstätten sein könnten, ist auch laut der Bürgerinitiative „Bündnis Energiewende Bülstedt und Umzu“ sehr fraglich. Ihre Vertreter kritisierten, dass die Suche nach einem Endlagerstandort nicht wissenschaftlich genug sei. „Ob Salzstöcke überhaupt geeignetes Lagermaterial darstellen, ist auch gar nicht erwiesen. Wahrscheinlich sind sie eher ungeeignet“, sagte Anne Christoph, Sprecherin der Bürgerinitiative. Auswahlkriterium wäre bei dem derzeit angewandten Verfahren nicht maximale Sicherheit, sondern minimale zu erwartende Gegenwehr. Außerdem würde die Umgebung in einem Trinkwassergebiet liegen. Nun gelte es gemeinsam der Kommission klarzumachen, dass in der Region mit großem Widerstand zu rechnen sei, sollte einer dieser beiden Standorte tatsächlich ausgesucht werden.

Bürgerversammlung

„Schön wäre es, wenn sich nun zusätzlich eine örtliche Bürgerinitiative bildet, die sich um das Thema kümmert“, meinte Reeßums Bürgermeister Marco Körner dazu und begründete seinen Rat wie folgt: „Das Verfahren zur Standortsuche wird die jetzige und auch nächste Legislaturperiode weit überschreiten. Daher ist es sehr wichtig, dass sich eine unpolitische Organisation langfristig damit befasst“. Es werde zudem kurzfristig weitere Gespräche mit behördlichen Stellen geben und danach nochmals eine Bürgerversammlung zwecks Weitergabe der erhaltenen Informationen organisiert werden.

Bürger hätten nur die Möglichkeit, vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen und müssten dann die Beweislast tragen, dass die Standortentscheidung des Bundestages tatsächlich Grundrechte verletzen würde. Bürger der infrage kommenden Standorte sollten daher so schnell wie möglich ein wirklich faires und ergebnisoffenes Suchverfahren einfordern. Ein Verfahren, das sie als Betroffene mitgestalten und mitbestimmen könnten.

Rolf Wedemeyer, Anwohner in Taaken, engagiert sich im Namen der örtlichen Bürger in der Sache und hatte Kontakt zur Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“ aufgenommen und als Referentin Angela Wolff gewonnen. Seit zwei Jahren beschäftigt sie sich mit dem Verfahren der Standortsuche für Atommüllendlager. In ihrem Vortrag berichtete die Expertin über das gesetzliche Auswahlverfahren. Dabei nahm sie die bisherige Praxis kritisch unter die Lupe und klärte über die zu erwartenden Folgen auf. Der Ablauf des gesetzlichen Standortauswahlverfahrens ließe sich in drei Phasen unterteilen. Am Ende jeder Phase träfen Bundesrat und Bundestag Standortentscheidungen per Parlamentsbeschluss und würden ihnen somit Rechtswirksamkeit verleihen.

In der ersten Phase führe die BGE bei den geologischen Landesämtern eine Anfrage durch und werte alle Daten anhand der im Standortauswahlgesetz (StandAG) vorgegebenen geologischen Kriterien und Anforderungen aus. Per Ausschlussverfahren ermittelt sie zunächst Teilgebiete und im weiteren Prozess schließlich die Gebiete, die sie für die übertägige Erkundung vorschlägt. In der zweiten Phase führe die BGE übertägige Erkundungen der vom Bundestag und Bundesrat bestimmten Standorte durch, etwa mit Bohrungen und seismischen Messungen. Der Ausschluss weiterer Standorte erfolge anhand geologischer Kriterien. Die Phase ende mit der Festlegung von mindestens zwei Standorten zur untertägigen Erkundung. In der dritten Phase erkunde die BGE die verbliebenen Standorte unter der Erde. Danach werte sie die Ergebnisse aus und vergleiche die Standorte miteinander. Abschließend erfolge die Standortbestimmung für die Atommüllendlagerung.

Von den Bürgern gab es auch kritische Fragen und Kommentare zu hören. Einige hielten der Referentin vor, eine zu einseitige Sicht der Dinge vermittelt zu haben. Von Angst- und Panikmache war die Rede. Es kam zu einer, teils emotionalen Debatte.


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Leserkommentare
kkahle am 21.10.2019 15:04
Achtung, Achtung!
Der kleine Jan hat sich im Internet verlaufen und sucht jetzt seine Mutti.
Wer ihm begegnet, möge ihm den Weg nach ...
suziwolf am 21.10.2019 15:04
Weit weg ... @Jubi ... ist Erdogan.

Nicht nur geografisch, sondern auch
,Ihrer Vorfreude entsprechend‘ 🙀 !

Und, wenn ...