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Erdwall für Schießgelände
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260 Meter lang und 20 Meter hoch

Irene Niehaus 18.09.2019 0 Kommentare

Auf der Rhadereistedter Schießanlage sind die Bagger und Arbeiter angerückt. Das Gelände bekommt einen Erdwall mit Schallschutzwand.
Auf der Rhadereistedter Schießanlage sind die Bagger und Arbeiter angerückt. Das Gelände bekommt einen Erdwall mit Schallschutzwand. (Schießstand)

Rhadereistedt. Die gelben Raupenbagger buddeln mit ihren dunkelblauen Greifarmen kräftig in der Erde. Die Schaufeln tragen auf dem Gelände des Schießstandes Rhadereistedt die obere Bodenschicht ab. Auf dem weitläufigen abgesperrten Areal laufen die Vorarbeiten für einen riesigen Erdwall auf Hochtouren. Das Bauwerk soll künftig den Lärm der Tontaubenschießanlage abhalten und die Munition auffangen. 260 Meter lang und 63 Meter breit wird der Wall werden. Wenn er fertig ist, ragt er 17 Meter aus der Erde und schließt mit einer drei Meter hohen Schallschutzwand ab. Der gemeinnützige Betreiberverein hat mit dem Wall ein imposantes Vorhaben vor der Brust, bei dem 150 000 Kubikmeter Material bewegt werden. Anwohner sehen vor allem das stärkere Verkehrsaufkommen kritisch.

Wie es auch für Waakhausen geplant war, soll der Wall nicht nur die Geräuschbelastung verringern und das Aufsammeln der Munitionsreste vereinfachen. Anders aber als in dem Worpsweder Ortsteil mit seinem moorigen Untergrund entsteht das Bauwerk in Rhadereistedt auf vorwiegend sandigem, dichtem Grund mit Mergelschicht. Auch soll es nicht aus belastetem Z2-Material bestehen, sondern aus unbedenklicher eingestuften Baustoffen der Klassen Z1 und Z1.2.

Maximal 24 Laster pro Tag

Darüber und über viele weitere Details der Planungen informierte der Verein Schießstand Rhadereistedt am Dienstagabend rund 40 Bürger, allen voran der Vorstand um den Hepstedter Arndt-Christian Voß, den Breddorfer Andreas Rugen und den Kirchtimker Hermann Taege. Es gab einigen Redebedarf seitens der Bürger, die Debatte verlief jedoch sachlich. Die Veranstalter waren redlich bemüht, mit ihren Ausführungen für Transparenz zu sorgen. Aber auch nach zwei Stunden Info-Veranstaltung sahen Zuhörer vor allem die Nachteile, die der Erdwall aus ihrer Sicht mit sich bringt. Ganz besonders die stärkere Verkehrsbelastung, die durch die Anlieferung des Materials entstehen würde.

Um den Wall der Tontaubenschießanlage, die vor allem Jäger nutzen, aufzuschütten, muss nämlich über Monate insgesamt 150 000 Kubikmeter Material herangeschafft werden. Wohl bis zum Winter 2020 werden dafür nach Angaben des Schießstandvereins gut 8824 Lastwagen mit einem Gewicht von je 40 Tonnen unterwegs sein – natürlich auch in Rhadereistedts Nachbargemeinden. Der Verein rechnet mit maximal 24 Lkw, die pro Tag von Hamburg aus zur Anlage fahren müssten. Die Brummis sind dann im Einbahn-Verkehr unterwegs, um die Belastung für die Anwohner möglichst gering zu halten. Die Einhaltung dieser Routen werde kontrolliert. Halten sich die Fahrer nicht daran, sollten die Bürger das dem Verein melden.

Bevor die Arbeiten am Wall starten, wird das Gelände von Altlasten befreit, von den Relikten der alten Wurfscheiben-Schießanlage, von Blei, Plastik und Munitionshülsen. Rund 5000 Kubikmeter Erde soll abgetragen werden, die auf Gifte untersucht werden. Das kontaminierte Material soll komplett entsorgt und nicht zwischengelagert werden. „Wir wollen einen Neuanfang“, betonte Arndt-Christian Voß.

Laut Schießstandverein soll das Projekt rund 1,6 Millionen Euro kosten, die er nicht alleine wuppen kann. Er profitiert zum einen von Fördermitteln aus dem Dorferneuerungsprogramm, die 300 000 Euro betragen. Das Land Niedersachsen unterstütze damit die Verbesserung des Schallschutzes, so Voß. „Ohne dieses Geld hätten wir den Umbau der Anlage nicht gestartet.“ Geld kommt zudem von der Landesjägerschaft, von den Jägerschaften Bremervörde, Rotenburg und Zeven sowie vom Kreissportbund. „Das Ganze rechnet sich aus der Vielzahl der Zuschüsse“, so Voß. Ein Teil der Kosten wird dadurch refinanziert, dass der Schießstandverein für das Material, das im Wall landet, nichts bezahlen muss. Dennoch muss der Verein, der rund 140 Mitglieder hat, eine erhebliche Summe alleine stemmen. Mit der Modernisierung der Anlage und dem Erdwall reagiert der Verein auf die Kritik von Bürgern aus Ostereistedt und Rhadereistedt am Schießlärm. Sie hatten eine Initiative gegründet. Von den ersten Planungen bis zur Baugenehmigung vergingen fast drei Jahre. „Es war eine intensive Zeit“, so Voß. Die neue Anlage darf werktags von 8 bis 20 Uhr betrieben werden, erlaubt sind maximal 3050 Einzelschüsse.


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Ein Syrer und sein neues Leben in Rotenburg
Samer Tannous ist Hochschullehrer aus Damaskus, lebt mit seiner Familie seit 2015 in Rotenburg und arbeitet dort als Französischlehrer. In der Wümme-Zeitung schreibt er wöchentlich über seine Erlebnisse.
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Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
1. Der Umweltausschuss des Beirats Blumenthal tagt am nächsten Montag ...
IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.