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Freitag Vortrag in Bülstedt: Wie Genossenschaften die Energiewende voranbringen können
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Das Geld des Dorfes bleibt im Dorf

Johannes Heeg 13.11.2013 0 Kommentare

Bülstedt
Gunnar Gantzhorn spricht am Freitag, 15. November, in Kösters Gaststätte in Bülstedt über „Energie in Bürgerhand“. (LYDIA KRUEGER , frei)

Die Gemeinde Bülstedt erzeugt die Energie, die ihre Einwohner verbrauchen, komplett selbst. Und zwar auf nachhaltige Weise, indem erneuerbare Energien wie Wind und Sonne genutzt werden. Noch ist das eine Vision, doch das Bündnis Energiewende Bülstedt und umzu arbeitet daran, dass aus der Idee eines Tages Wirklichkeit wird. Den Akteuren schwebt zunächst die Gründung einer Genossenschaft vor, die die Energieversorgung für den Bereich des 730-Einwohner-Dorfes Bülstedt oder gleich der Samtgemeinde Tarmstedt in die Hand nehmen könnte.

Um seine Mitglieder und möglichst viele andere Menschen zu informieren, wie so etwas wie die Gründung einer Genossenschaft denn überhaupt funktioniert, hat das Bündnis einen Experten eingeladen, der sich mit so etwas auskennt. Der Diplom-Ingenieur Gunnar Gantzhorn wird am kommenden Freitag, 15. November, ab 20 Uhr in Kösters Gaststätte, Lange Straße 13 in Bülstedt, einen Vortrag halten. Sein Thema: „Energie in Bürgerhand – Zukunftsmodell Bürgerenergiegenossenschaft?“

Regionale Wertschöpfung

Gantzhorn ist Projektleiter bei Agrokraft im bayerischen Neustadt. Gesellschafter des 2006 gegründeten Unternehmens sind zu jeweils 50 Prozent der Bayerische Bauernverband und der Maschinen- und Betriebshilfsring Rhön-Grabfeld. „Die Agrokraft soll Projekte zur Nutzung der erneuerbaren Energien im ländlichen Raum anstoßen, umsetzen und optimieren“, sagt Gantzhorn. Basierend auf der Genossenschaftsidee von Friedrich-Wilhelm Raiffeisen gehe es dabei darum, regionale Wertschöpfung zu schaffen. „Das Geld des Dorfes dem Dorfe, das war Raiffeisens Ziel, das unserer Auffassung nach immer noch aktuell ist“, meint er.

Als Beispiel für eine gelungene Energiewende verweist Gantzhorn auf das als „Bioenergiedorf“ ausgezeichnete Großbardorf. Die kleine ländliche Gemeinde im bayerischen Unterfranken erzeugt fast fünf Mal so viel Strom wie ihre 920 Einwohner verbrauchen und 90 Prozent des Wärmebedarfs der 230 Haushalte – und zwar in eigenen Anlagen vollständig aus erneuerbaren Energien. Gleichzeitig schafften und sicherten die Einnahmen aus der Energieerzeugung Arbeitsplätze am Ort und in der Region und seien Ausgangspunkt für eine nachhaltige Dorfentwicklung.

Wärmequelle in Großbardorf ist laut Gantzhorn eine Biogasanlage, die von 41 Landwirten gemeinsam betrieben wird. 2011 wurden in den Bürgeranlagen insgesamt 7,6 Millionen Kilowattstunden Strom und 2,8 Millionen Kilowattstunden Wärme erzeugt. Der Umwelt sei dabei die Verbrennung von 300000 Liter Öl und ein Ausstoß von 810 Tonnen CO 2 erspart worden. Zur lokalen Wertschöpfung sagt Gantzhorn: „Vier Millionen Euro für die Anlageninvestitionen wurden direkt an örtliche und regionale Firmen vergeben. Die Anlagen erwirtschaften jährlich circa zwei Millionen Euro aus der Stromerzeugung; die Landwirte erhalten jährlich 400000 Euro für die Lieferung von Substraten an die Biogasanlage, und die Gemeinde hat heute schon jährliche kommunale Steuereinnahmen von 60000 Euro aus den Anlagen.“ Durch gesamtwirtschaftliche Multiplikatoreffekte ergebe sich aus diesen Einkünften eine weitere Steigerung der regionalen Wertschöpfung von etwa 3,5 Millionen Euro jährlich. Ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen mit aktuell 120 Mitarbeitern habe sich aufgrund der langfristig günstigen Konditionen für den Wärmebezug in Großbardorf neu angesiedelt.

„Energie in Bürgerhand – Zukunftsmodell Bürgerenergiegenossenschaft?“ ist der Vortrag überschrieben, zu dem das Bündnis Energiewende Bülstedt und umzu für Freitag, 15. November, 20 Uhr in Kösters Gaststätte einlädt.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...