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Kitas in Lilienthal
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Eltern fordern längere Betreuungszeiten

Michael Wilke 13.04.2015 0 Kommentare

kita gebühren vs. längere betreuungszeiten lilienthal
Der Betrieb der 14 Kindertagesstätten in der Gemeinde kostet Lilienthal 2,28 Millionen Euro im Jahr. Geld, das die Kommune nicht hat. Gleichwohl wird der Ruf von Eltern nach einer möglichst ganztägigen Betreuung lauter. (Lars Fischer)

Die Lebenshilfe reagiert auf die wachsende Nachfrage. Sie will die Betreuungszeiten in ihren drei Krippengruppen am Schoofmoor von 14 auf 15 Uhr verlängern. Einigen Eltern reicht das nicht. Sie fordern Ganztagskindergärten und Ganztagskrippen. So weit sind Andreas Cordes, Fachbereichsleiter im Lilienthaler Rathaus, und andere Kindergarten-Träger wie Kirche, DRK und Lebenshilfe noch lange nicht. Denn die Verlängerung der Betreuungszeiten kostet viel Geld – das die Kommune nicht hat.

500 Kindergartenplätze gibt es in Lilienthal, dazu kommen 155 Krippenplätze. Der Betrieb der 14 Kindertagesstätten (Kitas) kostet die Gemeinde 2,28 Millionen Euro im Jahr – Geld, das sie nicht hat. Seit den 90er-Jahren überzieht die Kommune ihr Konto, zahlungsfähig bleibt die Gemeindekasse nur durch Millionenkredite. Die Schuldenpolitik bringt Lilienthal alle Jahre wieder eine Rüge ein. Die Kommunalaufsicht im Kreishaus genehmigt die Haushaltspläne nur noch mit strengen Auflagen. Die Gemeinde soll ihre Ausgaben senken und die Einnahmen erhöhen. All das hat der für die Kitas zuständige Fachbereichsleiter Andreas Cordes im Kopf. Die Kindergartengebühren sind zum 1. August 2013 und dann noch mal zum 1. August 2014 erhöht worden.

Ärger über fehlende Krippenplätze

Zugleich wurden die Elternbeiträge stärker nach dem Einkommen gestaffelt. Seitdem gibt es sechs Preisstufen. Für vier Betreuungsstunden am Tag müssen Eltern je nach Einkommen 90 bis 190 Euro überweisen. Jede Stunde Verlängerung kostet sie pro Monat 22,50 bis 47,50 Euro mehr. Dazu muss man wissen, dass 49 Prozent aller Eltern in der höchsten Gebührenstufe gelandet sind. Eine Betreuung von 8 bis 15 Uhr am Tag kostet Geringverdiener 157,50 Euro und die Besserverdienenden der höchsten Stufe 333 Euro – ohne Mittagessen und Feriendienst.

Den Eltern reicht’s. Sie fordern die Verlängerung der Betreuungszeiten ohne Gebührenerhöhungen. „Lilienthal profitiert wie kaum ein anderer Ort der Region vom Zuzug junger Familien und deren Einkommen, Steuerzahlungen und Kaufkraft“, betonen die Familienthaler, die die Interessen der Eltern vertreten. Zuerst nannten sie sich Saure Muttis. Der Ärger über fehlende Krippenplätze und hohe Gebühren bescherte ihnen viel Zulauf. Jetzt firmieren die Muttis und Vatis als Familienthaler. Sie sind dabei, mit anderen Akteuren ein lokales Bündnis für Familien zu etablieren (wir berichteten). „Lilienthal signalisiert mit der regelmäßigen Ausweisung neuer Baugebiete, dass junge Familien und ihre Kinder hier erwünscht sind“, argumentieren die Familienthaler. „Nun müssen den hohen Investitionen in Infrastruktur, Wirtschaft und Verkehr dringend die Investitionen in die Familien folgen.“

Bisher böten nur drei Kitas eine Betreuung bis 16 Uhr an, kritisieren die Familienthaler. Betreuungszeiten bis 17 oder 18 Uhr gebe es nirgends, die meisten Einrichtungen schlössen um 14 Uhr oder früher. Im Rathaus sieht Fachbereichsleiter Cordes den wachsenden Bedarf. „Zeiten bis 15 oder 16 Uhr werden stark nachgefragt“, sagt er.

Die Nachfrage nach Betreuungszeiten bis 17 oder 18 Uhr sei geringer und von Einrichtung zu Einrichtung verschieden: „Das macht es so schwer.“ Schwer macht es auch die Kostenfrage. Es gibt einen Ratsbeschluss, den die Verwaltung umsetzen muss: Die Kita-Gebühren sollen 30 Prozent der Kosten decken. „Noch liegen wir knapp darunter“, schätzt Cordes.

Die Abschaffung der Extragebühren für den Feriendienst haben die Politiker im Sozialausschuss mit großer Mehrheit empfohlen. Bisher zahlen Eltern drauf, wenn sie ihre Kinder an 25 Ferientagen in die Kita schicken. Doch wenn die Extragebühren wegfallen, geht die Rechnung der Gemeinde nicht auf: Die Betriebskosten an Ferientagen bleiben ja. Würde die Gemeinde sie übernehmen, wäre der 30-Prozent-Kostendeckungsgrad bei den Gebühren nicht zu erreichen. Im ersten Quartal 2016 will Cordes den Politikern die Gesamtrechnung ohne Feriendienst-Gebühr präsentieren.

Die Lebenshilfe will die Krippenzeit in der Tornéeschule am Schoofmoor von 14 auf 15 Uhr verlängern. Das war der Wunsch von 13 Eltern. Fünf wünschen sich eine Betreuungszeit bis 16 Uhr, zwei eine Öffnung bis 17 Uhr. Mindestens fünf Kinder müssten es bei einer Verlängerung schon sein, sagt Cordes, der gerade dabei ist, den Gesamtbedarf in Lilienthal zu ermitteln. „Die anderen Träger gucken noch.“ Cordes sieht ein weiteres Problem: Längere Öffnungszeiten erfordern mehr Personal. Doch Fachkräfte seien schwer zu finden. Überall in Deutschland richten Kommunen Krippengruppen ein, weil Eltern jetzt einen Rechtsanspruch darauf haben. So schnell wie die Zahl der Krippengruppen wächst die Zahl der Erzieher nicht.


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Leserkommentare
bremenkenner am 21.10.2019 18:08
Leider sehen das hier sehr viele genau anders herum und sind im festen Glauben dass Afrika zig mal in Europa reinpasst. Und viele Afrikaner glauben ...
peteris am 21.10.2019 17:36
Der Erdteil Afrika ist so groß, da passt Europa zig mal rein.

Es fallen dort nicht überall den Menschen Bomben auf den Kopf. ...