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Mit Verspätung präsentiert Worpswede die ersten anthrazitgrauen Infotafeln, die Touristen durch den Ort lotsen
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Endlich kommt das neue Leitsystem

Michael Wilke 03.05.2013 0 Kommentare

Stelen mit dem gelbgrünen Worpswede-Logo informieren  über Sehenswürdigkeiten.
Stelen mit dem gelbgrünen Worpswede-Logo informieren über Sehenswürdigkeiten. (Has)

VON CORNELIA HAGENAH UND

Worpswede. An manchen Stellen im Ortskern stoßen Touristen in Worpswede auf ein Sammelsurium von kleinen dunkelgrünen Wegweisern. An einigen Straßenecken sind es mehr als ein Dutzend Schildchen. Sie weisen auf alles Mögliche hin: auf Galerien und Gewerbebetriebe, Museen und Künstlerateliers, auf Rathaus und Schule. 30 hätten es sein sollen, doch im Laufe der Jahre wurden es immer mehr. Heute stehen über 100 Schildchen im Ort. Ein Wirrwarr, das irritiert statt orientiert.

"Schon vor 15 Jahren gab es die Forderung nach einem einheitlichen Leitsystem", betont Worpswedes Bürgermeister Stefan Schwenke. Doch lange fehlte der verschuldeten Gemeinde das Geld. Dann initiierte das Land einen Masterplan für Worpswede; mit Millionensummen wurden die Museen saniert und modernisiert. Dazu kam die Ortskernsanierung mit Zuschüssen aus dem Städtebauförderungsprogramm, auch ein Millionen-Projekt, das dazu diente, die Bergstraße in eine Flaniermeile zu verwandeln. Aus beiden Töpfen bezahlt Worpswede auch das neue Leitsystem mit anthrazitgrauen Wegweisern und Schautafeln. So sei die Errichtung und Gestaltung eines professionellen und nachhaltig angelegten Besucherleitsystems möglich geworden, erklärte Schwenke bei der Präsentation der ersten Leitsystem-Teile.

Inzwischen sind in der Bergstraße die ersten Stelen mit dem neuen Design zu sehen. Im schlichten Anthrazit gehalten wie die Straßenlaternen, verweisen die Infotafeln auf die Sehenswürdigkeiten des Ortes. Fünf Schautafeln von zwei Metern Höhe und knapp 80 Zentimetern Breite stehen schon: vor der Tourist-Information im Philine-Vogeler-Haus in der Bergstraße und vor der Kunsthalle Netzel, vor der Großen Kunstschau, vor dem Haus im Schluh und vor dem Barkenhoff. Weitere etwas schmaler gehaltene Stelen sollen in Kürze vor den anderen Worpsweder Sehenswürdigkeiten aufgestellt werden.

Alle Informationen auf den dunkelgrauen Tafeln sind auch ins Englische übersetzt und zeigen auch den Ortsplan im Kleinformat. Diese 24 als Objektstelen bezeichneten Hinweistafeln verweisen zum Beispiel auf den Niedersachsenstein und die Zionskirche, aber auch auf die Worpsweder Mühle und die Käseglocke. Ergänzt wird das Leitsystem durch 14 niedrigere Wegweiser, die den Worpswede-Besucher mit Entfernungsangaben zur nächstgelegenen Sehenswürdigkeit lotsen. Dazu kommen fest installierte Ortspläne an verschiedenen Stellen des Dorfes sowie eine große Bodenkarte hinter der Tourist-Information in der Bergstraße. Die alten grünen Schilder sollen nach einem Beschluss des Worpsweder Gemeinderats entfernt werden.

Voller Stolz verkündet Worpswedes Bürgermeister Stefan Schwenke, dass der Kostenrahmen von 200000 Euro für die Realisierung der insgesamt 48 Stelen nicht überschritten, sondern sogar deutlich unterschritten worden sei. Die Herstellungs- und Baukosten schlagen nach seinen Worten mit 96300 Euro zu Buche. Dazu kommen zirka 50000 Euro für die Planung, Konzeption und Gestaltung des Leitsystems und der Stelen, die das Bremer Design- und Kommunikationsbüro Gruppe für Gestaltung (GfG) kassiert, die auch das neue Worpswede-Logo kreiert hat.

Allerdings bleiben bei den genannten Summen einige Positionen unberücksichtigt: die Kosten für die Betonfundamente der neuen Stelen und für die Überprüfung der Bodenverhältnisse an den Standorten, die verhindert, dass beim Graben Kabel beschädigt werden. Auch die Kosten für die Formulierung der Infotexte durch Birgit Nachtweih, Mitarbeiterin der Worpsweder Touristik- und Kulturmarketing GmbH (WTG), samt englischer Übersetzung floss nicht in die Rechnung ein.

Der Museumsverbund trägt 43 Prozent der Kosten für das neue Leitsystem, die Gemeinde 57 Prozent. Den Löwenanteil bezahlen beide mit den Fördermitteln von Bund, Land und EU. Jetzt sind sowohl Matthias Jäger, Geschäftsführer des Museumsverbundes, als auch Bürgermeister Stefan Schwenke glücklich über das ausgeklügelte System. "Man kann von Punkt zu Punkt gehen und so den Ort erforschen", meint Schwenke, während Jäger noch auf das kleine Kopfhörer-Symbol auf einigen Stelen hinweist. Dort wird es künftig über Leihgeräte oder per Smartphone die Möglichkeit geben, eine App herunterzuladen, die weiterführende Informationen über die einzelnen Sehenswürdigkeiten bereithält.

Zu der zeitlichen Verzögerung hinsichtlich der Aufstellung des Leitsystems begründet Schwenke, dass es sich um eine langen Prozess gehandelt habe, in dem viele Details abgestimmt werden mussten. "Lieber gründlich als schnell", assistiert Jäger. Beide sind überzeugt davon, dass sich das neue Leitsystem bewähren wird. Fußgängern, die durch den Ort schlendern, erleichtern die neuen Stelen und das schlüssige Leitsystem-Konzept nun die Orientierung. Was fehlt, ist ein Verkehrsleitsystem, das die Ankunft mit Pkw und Bus erleichtert und eine bessere Orientierung am Steuer ermöglicht.

Endlich kommt das neue Leitsystem

Mit Verspätung präsentiert Worpswede die ersten anthrazitgrauen Infotafeln, die Touristen durch den Ort lotsen

Zitat:

"Lieber gründlich

als schnell."

Matthias Jäger vom Museumsverbund


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