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Experten-Vortrag hat Bülstedter Initiative Mut gemacht
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Energiewende-Bündnis ist elektrisiert

Johannes Heeg 20.11.2013 0 Kommentare

Windkraft in Wilstedt
Windräder, wie sie beispielsweise im benachbarten Wilstedt sauberen Strom erzeugen, wünscht sich das Energiewende-Bündnis für Bülstedt – allerdings in Bürgerhand. (Windkraft in Wilstedt)

Die Kraft der Sonne und des Windes zur Energiegewinnung nutzen und gleichzeitig die Region von der Wertschöpfung profitieren lassen – daran arbeitet das Bündnis Energiewende Bülstedt und umzu. Unter dem Titel „

Bürgerenergiegenossenschaft für Bülstedt?“ lädt die Initiative für Mittwoch, 11. Dezember, alle Interessierten zu einer öffentlichen Zusammenkunft ein, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Beginn ist um 20 Uhr in der Gaststätte Kösters in Bülstedt, Lange Straße 13.

Gegründet nach der Atomkatastrophe von Fukushima, will das Energiewende-Bündnis nun weitere Ideen sammeln, um die angestrebte Abkehr von Atom- und Kohlestrom zu beschleunigen. Für einen Motivationsschub sorgte ein Experte, der jetzt in Bülstedt einen Vortrag über Energiegenossenschaften gehalten hat. Der Diplom-Ingenieur Gunnar Gantzhorn ist Projektleiter bei Agrokraft im bayerischen Neustadt. Gesellschafter des 2006 gegründeten Unternehmens sind zu jeweils 50 Prozent der Bayerische Bauernverband und der Maschinen- und Betriebshilfsring Rhön-Grabfeld. Basierend auf der Genossenschaftsidee von Friedrich-Wilhelm Raiffeisen gehe es dabei darum, regionale Wertschöpfung zu schaffen. „Das Geld des Dorfes dem Dorfe“ sei Raiffeisens Ziel gewesen, und das sei immer noch aktuell, sagte Gantzhorn.

Er rief die Bülstedter auf, sich nicht von dem entmutigen zu lassen, was derzeit aus den Koalitionsverhandlungen von CDU und SPD in Berlin verlaute. „Die politische Großwetterlage in Deutschland ist im Moment nicht günstig für die Energiewende. Doch wir werden uns nicht einschüchtern lassen“, sagt Anne Christoph, eine der Sprecherinnen des Bülstedter Bündnisses. Offenbar wollten die Großkoalitionäre die Energiewende ausbremsen – zugunsten der Stromkonzerne, denen die Gewinne wegbrechen, weil immer mehr Strom dezentral aus erneuerbaren Quellen erzeugt werde.

„Gantzhorn hat uns Mut gemacht“, sagt Felix Pfeiffer vom Energiewende-Bündnis. Bereits jetzt stamme in Deutschland jede fünfte Kilowattstunde Strom aus erneuerbaren Quellen, die sich in Bürgerhand befinden. Insgesamt liege der Anteil des Ökostroms bei 28 Prozent. In Deutschland seien in den letzten Jahren mehr als 650 Energiegenossenschaften gegründet worden. Diese hätten inzwischen mehr als 130000 Mitglieder, die bereits über 1,2 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investiert haben, berichtete Gantzhorn in Bülstedt. Genossenschaften böten den Menschen die Möglichkeit, sich aktiv und unmittelbar für die Energiewende vor Ort einzusetzen und gleichzeitig die regionale Wertschöpfung ihrer Heimatregion zu fördern.

„Genau das haben wir vor“, betont Anne Christoph. Sehr beeindruckt habe sie in Gantzhorns Vortrag das Beispiel einer Fotovoltaikanlage auf der Tribünenüberdachung eines Sportvereins. „Ohne die Überschüsse aus dem Sonnenkraftwerk hätte das Dach überhaupt nicht gebaut werden können“, sagt sie und spricht von einer „win-win-Situation für beide Seiten“.

Für Bülstedt könnte sich Felix Pfeiffer einen Bürgerwindpark vorstellen. „Gantzhorn hat uns geraten, erst einmal klein anzufangen, mit einem Windrad.“ Wichtig sei es aber, sämtliche Grundstückseigentümer zusammen zu bringen und von der Genossenschaftsidee zu überzeugen. Nur so könnten auswärtige Investoren abgeblockt werden, die ganz gerne mal die Flächeneigner gegeneinander ausspielten, um die Pachtpreise zu drücken.

„Wenn das Geld im Dorf bleibt, können mit den Überschüssen der Genossenschaft und den zusätzlichen Steuereinnahmen noch weitere Projekte verwirklicht werden, die die Zukunftsfähigkeit der Ortschaft stärken, zum Beispiel ein Dorfladen“, sagt Anne Christoph.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...