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Der CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel fordert Umweltverträglichkeitsprüfung für das Verfahren
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Erneut Demo gegen Fracking geplant

Uwe Dammann 05.10.2011 0 Kommentare

Indes betreibt die Bürgerinitiative erneut aktiv Öffentlichkeitsarbeit und holt fachkundige Referenten in die Gemeinde. Diesmal hatte die BI Diplom-Ingenieur Volker Meyer, Geschäftsführer vom Rotenburger Wasserversorgungsverband, zur Diskussion eingeladen. 80000 Einwohner müssen durch den Rotenburger WVV (Wasserversorgungsverband) mit einwandfreiem Trinkwasser versorgt werden. Die leitungsführenden Trinkwasserrohre würden von der Länge her einmal nach München und zurück führen, wartete Meyer mit beeindruckenden Zahlen vor rund 100 Besuchern in dem Mehrzweckhaus der Gemeinde Hassendorf auf.

Um Verunreinigungen dieses langen Kanalnetzes und des darin fließenden Trinkwassers zu vermeiden, sollte Fracking vorsorglich in Wasserschutzgebieten verboten werden, meint Meyer. Aber auch Spülbohrungen für Wärmepumpen sind dem Wasserversorger nicht ganz geheuer. Meyer: "Alles, was in die Tiefe geht und Grundwasserschichten berühren kann, stellt eine potentielle Verunreinigungsgefahr dar."

Mit Wasser vorsichtig umgehen

Anschließend wurde der Referent mit zahlreichen Fragen von Bürgern bombardiert. Durch die umstrittene Frackingmethode (Sprengung tiefer Gesteinsschichten mit einem Chemie/Wassergemisch) scheint vielen Bürgern wieder bewusst geworden zu sein, dass mit der lebenswichtigen Ressource Wasser extrem vorsichtig umgegangen werden muss. Nach dem Beitrag von Meyer wurde lebhaft über den Vortrag im Zusammenhang mit dem geplanten Fracking in Bötersen diskutiert.

Die anwesenden Bürgermeister Klaus Dreyer (SPD), Hassendorf, und Hans-Jürgen Krahn (CDU), Sottrum, sicherten der Bürgerinitiative ihre Unterstützung zu. Gemeinsam mit den Grünen will die SPD und die CDU einen Antrag in die nächste Sitzung des Samtgemeinderates einbringen. Darin wird die Verwaltung gebeten, dass sie die Genehmigungsbehörden auffordert, Fracking so lange einzustellen, bis qualitative unabhängige Untersuchungen belegen, dass keine Gefahr durch diese umstrittene Bohrtechnik besteht. Der Widerstand gegen das Verfahren wird nicht nur auf Samtgemeindeebene fast von allen politischen Parteien gestützt. Selbst Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) fordert eine Prüfung, lediglich die FDP hat bisher keine Bedenken gegen das Fracking.

Die Werbekampagnen und sogenannten "offenen Dialoge" der Gasproduzenten können nicht Entscheidungsgrundlage einer Bohrmethode sein, die in Teilen der Welt und Europa bereits verboten ist, sind sich dagegen die Kritiker einig.

"Ich halte es für vernünftig, wenn bei allen Erdgaserkundungsbohrungen Umweltverträglichkeitsprüfungen zwingend vorgeschrieben sind. Dies würde eine frühzeitige Beteiligung der betroffenen Bürger und Kommunen sicherstellen", meint auch der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel zur aktuellen Diskussion im Landkreis Rotenburg zum Fracking-Verfahren. Der CDU-Politiker will jetzt vor Ort mit allen Interessensgruppen ins Gespräch kommen.

Dazu besucht Grindel am Freitag, 7. Oktober , zunächst um 10 Uhr den Erdgasproduktionsbetrieb von Exxon Mobil in Söhlingen. Anschließend trifft sich Grindel um 12.30 Uhr im Sottrumer Rathaus zu einem Gespräch mit Kommunalpolitikern und Vertretern von Bürgerinitiativen. Der Rotenburger CDU-Abgeordnete fügt hinzu, dass Exxon Mobil nach seinem Eindruck massive Fehler in der Kommunikation gemacht habe. "Viele Energieunternehmen haben nicht begriffen, dass wir es mit einer Zeitenwende zu tun haben. Die Erfahrungen mit der Asse, in Gorleben oder der CCS-Diskussion sollten eigentlich hinreichend klar gemacht haben, dass man die Sorgen der Menschen ernst nehmen muss, bevor man mit solchen Vorhaben beginnt", sagt Grindel.

Für Freitag, 14. Oktober hat die BI Fracklosbohren daher eine weitere Demonstration neben dem Bohrloch geplant. Betroffene und Interessierte sind zu einem weiteren "Grillen gegen Fracking" ab 18 Uhr eingeladen. Für Bratwürste und Getränke ist gesorgt. Die "Anti-Fracking-Wiese" befindet sich direkt neben dem Bohrloch an der B75/Abzweig nach Jeerhof. Am heutigen Mittwoch will die BI die Veranstaltung ab 19.30 Uhr in Hassendorf vorbereiten.


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Leserkommentare
holger_sell am 21.10.2019 13:11
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peteris am 21.10.2019 12:30
Vielleicht wissen wir am 1.11. um 11:11h mehr.


Sie meinen sicher den 11.11. um 11:11h?