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Out-of-the-Blue-Chef Paul Hayman plant eine neue Einrichtung direkt am Goosort / Verwaltung wartet noch ab
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Investor bietet Gemeinde Kita-Bau an

Timo Sczuplinski 27.02.2016 0 Kommentare

Lilienthal Grundstück für neue Kita im Hintergrund die Feuerwehr
Zwischen Feuerwehr und Goosort-Einfahrt könnte gleich hinter dem Zaun an der Moorhauser Landstraße eine neue Kita entstehen. (Hans-Henning Hasselberg)

An der Moorhauser Landstraße wird seit einigen Monaten kräftig gearbeitet. Die Zufahrt zum großen Baugebiet am Goosort wird vorbereitet. An die 200 Wohneinheiten sollen dort in den nächsten Jahren entstehen. Auch eine ganze Reihe junger Eltern mit kleinen Kindern werden wohl unter jenen sein, die in die neuen Häuser und Wohnungen ziehen werden. Die passende Kindertagesstätte dazu könnte in der direkten Nachbarschaft entstehen – auf einem Grundstück rechts neben der neuen Zufahrt in den Goosort. Der Unternehmer Paul Hayman hat der Gemeinde Lilienthal das Angebot gemacht, dort eine Kita zu bauen.

Hayman ist Chef der Lilienthaler Firma Out of the Blue – eines Großimporteurs unter anderem für Spielzeug und Scherzartikel. Ein Scherz ist sein Angebot nicht. Er hat das Grundstück bereits gekauft, für einen mittleren sechsstelligen Betrag vom Vorbesitzer Hans Meierdierks. Auch die Kosten für den Neubau auf dem Grundstück, wo bis vor ein paar Jahren noch ein altes Bauernhaus stand, würde Hayman übernehmen. Die Gemeinde käme als Betreiber und Pächter ins Spiel. Laut Neil Munslow, Logistikchef der Firma und Haymans rechte Hand, wäre eine Vertragslaufzeit von etwa 15 Jahren denkbar.

„Wir möchten der Gemeinde etwas zurückgeben“, sagt Munslow. In der Unternehmensspitze habe man in den vergangenen Monaten intensiv verfolgt, dass es in Lilienthal einen Mangel an Kindergartenplätzen gebe. Mehr als 30 Kinder stehen für das laufende Kita-Jahr noch auf einer Warteliste. Auch für das kommende Kita-Jahr rechnet man in der Gemeinde damit, dass der Bedarf weiter wachsen wird. Seit Monaten hat die Gemeindeverwaltung den Auftrag, nach möglichen Räumen für je eine fehlende Krippen-, Kindergarten- und Hortgruppe zu suchen. Bisher ohne Erfolg.

Da scheint es ein Glücksfall zu sein, dass nun ein privater Investor kommt und eine neue Kindertagesstätte bauen möchte. Laut Neil Munslow soll es kein Betriebskindergarten werden, die Kita soll von allen Gemeindebewohnern genutzt werden können. Auch eine Bevorzugung von Familienmitgliedern, die im Unternehmen tätig sind, sei bei der Platzvergabe nicht angedacht. Das gekaufte Gelände sei kein Firmengelände, sondern nun im Privatbesitz von Paul Hayman. Eine geschätzt gute halbe Million Euro hat er mit dem Grundstückserwerb bereits investiert, ein Neubau würde eine siebenstellige Summe verschlingen. Der Wümmekieker etwa, der am anderen Ende des Baugebiets von der Gemeinde neu gebaut wurde und vom Roten Kreuz betrieben wird, kostete etwa 2,4 Millionen Euro.

Man sei in ersten Gesprächen mit der Gemeinde, aber man stehe noch ganz am Anfang, sagt Neil Munslow. Die Investition kann sich auch für Hayman lohnen. Es soll zwar kein Investitionsmodell sein, mit dem man reich wird, wie Munslow betont. Aber mit einem langfristigen Pachtvertrag hätte der Investor über Jahre sichere Einkünfte. Zudem dürften für den Bau einer Kita Zuschüsse fließen.

Im-Bruch-Gespräche auf Zielgeraden

Im Rathaus freut man sich über das Angebot. Ein Investor, der aus eigenen Mitteln eine Kita bauen möchte: Etwas Besseres könnte einer Gemeinde, die ein Problem mit Kitaplätzen hat, ja im Grunde auch kaum passieren. Sie würde die immensen Baukosten sparen, müsste nur die fällige Pacht bezahlen und die Kita betreiben oder sie an einen freien Träger abgeben.

„Sehr löblich“, nennt das zum Beispiel Bürgermeister Willy Hollatz, der das Angebot von Paul Hayman bestätigt. Bevor man sich aber konkreter mit der Sache auseinandersetzt, will man im Lilienthaler Rathaus die nächsten Ausschuss- und Ratssitzungen abwarten. Denn bevor sich der Bedarf für ein solches Projekt genauer beziffern lasse, müsse erst einmal eine Entscheidung über die Weiternutzung der frei werdenden Schulen in Frankenburg und Seebergen fallen.

In Seebergen werden aller Voraussicht nach zwei Kitagruppen in dem alten Schulgebäude untergebracht. In Frankenburg gäbe es Platz für vier Gruppen, in der Politik favorisiert man zur Zeit aber zunächst nur eine Belegung mit zwei Kita-Gruppen. Eine Entscheidung soll in den kommenden Wochen fallen.

Auf dem Hayman-Grundstück an der Moorhauser Landstraße denkt die Gemeindeverwaltung nach Informationen dieser Zeitung aktuell über einen Neubau für vier Gruppen nach. Außerdem müsste noch der Bebauungsplan geändert werden, denn bisher ist die freie Fläche in drei Teile – Gewerbegebiet, Wohn- und Industriegebiet unterteilt. Das muss erst noch unter einen Hut gebracht werden. „So etwas könnte innerhalb einiger Monate gelingen“, sagt Neil Munslow zur Bebauungsplanänderung. Er glaubt, dass die neue Kita in den nächsten ein bis zwei Jahren vielleicht schon stehen könnte – wenn alles nach Plan läuft und die Gemeindeverwaltung es denn möchte.

Das Angebot jedenfalls bringt die Verwaltung in eine neue Situation. Man hat nun zwar weiterhin nicht die Qual der Wahl. Aber nachdem man über Monate Hände ringend nach Lösungen gesucht hat, um die dringend benötigten Kindergarten- und Krippenplätze zu schaffen, hat man nun sogar eine Auswahl.

Neben den Standorten Frankenburg und Seebergen gibt es ja auch noch die Immobilie Im Bruch, die die Gemeinde mieten könnte. Da befindet sie sich laut Bürgermeister Willy Hollatz auf der Zielgeraden zu einer Einigung. Eine Entscheidung soll in Kürze fallen. Räume für zwei Gruppen sollen in den kommenden Monaten im ehemaligen Diabeteszentrum – Besitzer ist der Friseur Michael Timm – entstehen. Und nun bietet sich mit dem Grundstück direkt am Goosort die nächste Möglichkeit. Man müsste sie bloß noch nutzen.


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Leserkommentare
Bunker-F76 am 20.10.2019 11:04
Ich habe in diesem Artikel ganze achtmal des Wort Rechtsextrem(ismus) registriert.
Linksextrem(ismus) kein einziges mal.
Dabei sollte ...
Opferanode am 20.10.2019 10:48
"Endlich mal ein Angebot, wo Bremen offenbar einen Spitzenplatz hält, und interessierte Menschen die Qual der Wahl haben."
Das kann ja wohl ...