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Feuerwehr-Pokalwettbewerbe in Lilienthal
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Kühe gehen ungern an die Angel

Johannes Kessels 27.09.2016 0 Kommentare

Auf gute Kommunikation kam es beim Kuh-Angeln an.
Auf gute Kommunikation kam es beim Kuh-Angeln an. (Feuerwehr)

Die armen Kühe! Zu fünft müssen sie in einem Wasserbassin schwimmen lernen, und ihr Helfer ist blind. Aber die Kühe sind zum Glück aus Plastik, und dem Helfer kann geholfen werden. Schwierig genug ist es trotzdem, die Viecher aus dem Wasser zu ziehen. Das merkten jetzt die Wettkampfgruppen der fünf Lilienthaler Ortswehren, die auf der Höge zum Gemeindepokalwettbewerb angetreten waren.

Sankt Jürgen war Ausrichter

Da die Gemeindewettbewerbe seit einigen Jahren nicht mehr der Qualifikation zum Kreiswettbewerb dienen, kann sie jede Gemeindefeuerwehr nach eigenen Regeln veranstalten. Diesmal war die Ortswehr von Sankt Jürgen der Ausrichter, und es ging es ein wenig ländlich zu.

Drei Stationen waren von den Wettkampfgruppen, die wie üblich aus neun Mann bestanden, zu absolvieren. Die erste gibt es bei jedem Wettbewerb: die Wasserentnahme. Doch die erfolgte diesmal nicht aus einem profanen Bassin, sondern aus der Alten Wörpe, die hinter dem Högegelände verläuft. Als die Rohre verlegt waren, nahm der Maschinist hinter der Spritze Aufstellung, der Melder kümmerte sich um den Verteiler, der Gruppenführer behielt die Übersicht und der je zweiköpfige Schlauch- und Wassertrupp stellte sich hinter einem landwirtschaftlichen Anhänger auf. In dem lag ein leicht schräg gestelltes Kanalrohr, das niedrigere, hintere Ende war mit einem Holzbrett versehen. Hinter dem Holzbrett lag ein Basketballball, der mit dem Wasserstrahl durch das Rohr nach oben heraus befördert werden musste. Das war für die geübten Feuerwehrleute nicht weiter schwierig: Nach fünf Sekunden kam der Ball am oberen Ende heraus. Schwerer war es da schon, den Ball im vorgesehenen Behälter aufzufangen.

Wann kommt der Ball aus dem Rohr? Eine Übung nicht ohne Tücken.
Wann kommt der Ball aus dem Rohr? Eine Übung nicht ohne Tücken. (Feuerwehr)

Feinmotorik gefragt

Bei der anderen Station, die vom ebenfalls zweiköpfigen Angriffstrupp absolviert werden musste, war noch erheblich mehr Feinmotorik gefragt. Fünf Kühe waren ins Wasser gefallen. Das Gewässer bestand aus einem Kunststoffbassin, und die Kühe waren ebenfalls aus Plastik; deshalb waren sie auch blau und hatten etwa Hundegröße. Ob Kühe schwimmen können, ist umstritten. Insa Helmken von der Sankt Jürgener Wehr glaubt es nicht, Gemeindebrandmeister Andreas Hensel meinte: „Doch, aber nicht gut und nicht lange.“ Und im wirklichen Leben komme es zuweilen vor, dass eine Kuh durch den Spaltenboden des Stalls breche und dann in dem liege, was sie und ihre Kolleginnen den ganzen Tag so hinter sich ließen. Das wirkt sich bestimmt nicht günstig auf ihre Schwimmkünste aus. Also ganz schnell raus mit ihnen!

Das Problem war nur, dass ihr Retter, der sie mit einer Angel aus dem Bassin herausziehen musste, Milchglasfolie auf seinem Helmvisier hatte. Wo er seine Angel hinhalten sollte, sagte ihm das andere Truppmitglied. „Miteinander kommunizieren und sich aufeinander verlassen können, das ist bei Löscheinsätzen sehr wichtig“, erklärte Andreas Hensel den Hintergrund der Spielidee. Das gelang am Bassin mal mehr, mal weniger gut, wie sich auch bei der Siegerehrung zeigte. Gewertet wurde ausschließlich nach den benötigten Sekunden, abgesehen davon, dass grobe Verstöße gegen die Unfallverhütungsvorschriften mit fünf Strafsekunden quittiert wurden, was aber kaum vorkam.

Nochmal ein Auftritt von Willy Hollatz

Ehe Andreas Hensel die Pokale verteilen konnte, hatte Noch-Bürgermeister Willy Hollatz seinen letzten Auftritt bei einem Feuerwehrwettkampf. Er bedankte sich für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen zwölf Jahren und nahm noch eine Amtshandlung vor: Er ernannte Rainer Wiechmann für weitere sechs Jahre zum Ortsbrandmeister von Seebergen.

Dann wurden die Platzierungen bekanntgegeben: Bei den Jugendfeuerwehren lag Lilienthal/Falkenberg vor Seebergen, und zwar deutlich, weil die Seeberger viel Zeit für die Rettung der Kühe benötigt hatten. Bei den Erwachsenen waren die Unterschiede noch größer: Worphausen gewann mit 224 Sekunden, gefolgt von Lilienthal/Falkenberg, Seebergen, Heidberg und dem Gastgeber Sankt Jürgen, der wegen der sturen Kühe fast viermal so lange gebraucht hatte wie der Sieger. Der Sankt Jürgener Ortsbrandmeister Detlef Murken war trotzdem zufrieden mit dem Tag: „Gute Atmosphäre, gutes Wetter“, meinte er zum Schluss.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...