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Erstmals Bundesministerin bei Tarmstedter Ausstellung
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Landwirte in bewegten Zeiten

Johannes Heeg 13.07.2013 1 Kommentar

Ein Kalb reibt sich am Langhornrind:  Weit mehr als 100 Tiere sind bei der  landwirtschaftlichen Ausstellung zu sehen. F
Ein Kalb reibt sich am Langhornrind: Weit mehr als 100 Tiere sind bei der landwirtschaftlichen Ausstellung zu sehen.  (dpa)

Tarmstedt. Seit 1949 gibt es die Tarmstedter Ausstellung. Am Freitag hat mit Ilse Aigner zum ersten Mal eine Bundesministerin die Landwirtschafts- und Verbrauchermesse eröffnet. Bis Montag präsentieren 700 Firmen und Institutionen ihre Produkte und Dienstleistungen.

Für Landwirte seien es bewegte Zeiten, sagte Ausstellungs-Chef Dirk Gieschen in der Eröffnungsveranstaltung. Derzeit erlebten sie gerade die zweite Agrarwende, und da sei es wichtig, Vertrauen zwischen Landwirten und Politikern aufzubauen. Eines der Foren dafür sei die Messe, zu der Gieschen einige Eckdaten nannte. Rund 100000 Besucher erwarten die fast 700 Firmen und Institutionen, die sich zur 65. Tarmstedter Ausstellung angemeldet haben.

Bis Montag präsentieren sie ihre Produkte und Dienstleistungen auf dem 18 Hektar großen Freigelände, auf dem sich gestern bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen zahlreiche Besucher tummelten. Es gibt elf Ausstellungshallen, zwei Gastronomiezelte und 270 000 Quadratmeter Parkplatzfläche. Zu den besonderen Anziehungspunkten gehören die Tierschauen. "Wir sind ein Treffpunkt für Landwirte und Verbraucher", sagte Gieschen, der auf ein Team von 200 Aktiven sowie auf weitere 120 Helfer aus Vereinen und Verbänden bauen kann.

Ilse Aigner sprach nicht zum ersten Mal in einem Bierzelt, das merkte man gleich. Locker und flockig geriet der aus Bayern stammenden Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gestern Morgen die Festrede zur Eröffnung der 65. Tarmstedter Ausstellung. Vor 800 geladenen Gästen kam sie schnell vom Small Talk ("Sturmfest und erdverwachsen sind nicht nur die Niedersachsen, sondern auch die Landwirte") zu den ernsten Themen ihres Ressorts.

Bundesagrarministerin Ilse Aigner, Ex-Minister Hans-Heinrich Ehlen und Tarmstedts Bürgermeister Frank Holle.
Bundesagrarministerin Ilse Aigner, Ex-Minister Hans-Heinrich Ehlen und Tarmstedts Bürgermeister Frank Holle. (Henning Hasselberg)

Dazu gehört beispielsweise die von der EU angestrebte weitere Ökologisierung der Landwirtschaft. Um die Natur zu schützen, sollten nach den Plänen der EU sieben Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen stillgelegt werden. Letztlich habe man sich in harten Verhandlungen auf fünf Prozent geeinigt. Um eine Vorstellung von der Dimension zu vermitteln, verwies Aigner auf die jüngsten Überschwemmungen: "Da waren 500000 Hektar unter Wasser, was zwei bis drei Prozent unserer landwirtschaftlichen Flächen entspricht." Ob das eine Verteuerung der Nahrungsmittel mit sich bringe, werde sie gelegentlich gefragt. Auszuschließen sei das nicht, sagte sie.

Werben um Wertschätzung

Zelte dicht an dicht auf dem Messegelände.
Zelte dicht an dicht auf dem Messegelände. (dpa)

Aigner unterstrich, dass in der Bevölkerung das Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln gesteigert werden müsse. Das Essen wachse schließlich nicht in der Tiefkühltruhe. Um dies klarzumachen, seien Veranstaltungen wie die Tarmstedter Ausstellung wichtig. Sie zeige, wie nachhaltige Landwirtschaft funktioniert und wie durch moderne Technik erreicht werde, dass Landwirte konkurrenzfähig blieben.

Mit einem Wunsch wandte sich Landrat Hermann Luttmann als Schirmherr der Landwirtschafts- und Verbrauchermesse an den Gast aus Berlin: Angesichts des demografischen Wandels sowie des Strukturwandels in der Landwirtschaft möge der Bund ein Förderprogramm auflegen, um die Gemeinden bei Rückbau und Umnutzung nicht mehr benötigter landwirtschaftlicher Gebäude zu unterstützen.

Noch allerdings blickten die hiesigen Landwirte optimistisch in die Zukunft. "Kein anderer Berufszweig hat in den letzten Jahren mehr investiert", berichtete er. Als positiv stellte er weitere Fortschritte in der Energiewende heraus. Mittlerweile werde im Landkreis Rotenburg schon mehr Ökostrom erzeugt als verbraucht. Dies sichere Landwirten zusätzliches Einkommen, sorge für regionale Wertschöpfung und sei gut für den Klimaschutz.


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Ein Syrer und sein neues Leben in Rotenburg
Samer Tannous ist Hochschullehrer aus Damaskus, lebt mit seiner Familie seit 2015 in Rotenburg und arbeitet dort als Französischlehrer. In der Wümme-Zeitung schreibt er wöchentlich über seine Erlebnisse.
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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?