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Alte Telefonzelle in Bülstedt
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Literatur für jedermann

LINDA EGGERT 02.12.2014 1 Kommentar

Wenn von Büchereien die Rede ist, denken viele an große Räume, schwere Regale und reichlich Literatur. Dass es auch kleiner, einfacher und gemütlicher geht, beweist ein Projekt in Bülstedt: Dort steht ab Mitte Januar eine ausgediente Telefonzelle voller Bücher. Aus dieser öffentlichen Mini-Bibliothek darf sich jeder nach Belieben kostenlos Bücher nehmen. Wer mag, darf auch seine alten Schmöker reinstellen.

Eine Bücherei in einer Telefonzelle? Eine Telefonzelle als Bücherei? Was in Finnland schon seit einigen Jahren gang und gebe ist, taucht auch in Deutschland inzwischen vermehrt auf. „Das erste Mal gesehen habe ich so eine Bücherzelle bei einer Fahrradtour in Greifswald“, erinnert sich Angela Heberling, die gemeinsam mit einem achtköpfigen Team das Projekt „Bücherzelle“ in Bülstedt realisiert.

In einigen Städten, beispielsweise in der Rotenburger Fußgängerzone, stehen kleine Schränke aus Holz, in die Bücher gestellt werden. „Aber eine Telefonzelle aus Metall, mit einer Tür zum Hineingehen, besitzt natürlich ihren ganz eigenen Charme“, sagt Heberling.

Woher aber eine Telefonzelle nehmen? Bei Michael Plehn aus Osterbruch wurde die Gruppe fündig. Plehn hatte nicht nur eine geeignete Telefonzelle auf seinem Grundstück stehen, sondern überließ diese den Bücherleuten auch noch kostenlos. Die machten sich sodann an die aufwendigen Restaurationsarbeiten.

In etwas über 30 Arbeitsstunden wurde geschweißt und gemalert. Nun müssen noch Regale eingebaut werden, damit die Bücher auch ihren Halt finden. „Siebeneinhalb Meter Regalfläche hat die kleine Bücherei zur Verfügung“, weiß Peter Weber, der gemeinsam mit Nicklas Küllmar viel Energie und Arbeit in das Häuschen gesteckt hat. Ist die Bücherei komplett bestückt, füllen etwa 250 Bücher die Zelle, je nach Breite der Bände. „Für so einen kleinen Raum ist das schon echt viel“, sagt er. „Zu Beginn werden wir die Zelle aus unserem privaten Bestand auffüllen“, bemerkt Angela Heberling. Dann solle das Projekt ein Selbstläufer werden und eine kostenlose Anlaufstelle für Menschen sein, die gerne lesen, in Büchereien stöbern oder ihre alten Bücher an andere Menschen weitergeben möchten. „Es gibt keine Vorgaben. Wir freuen uns über jedes Genre, von Science-Fiction über Sachbücher bis zu Bastelbüchern“, betont sie. Auch für Kinder hält die Bücherzelle dann einigen Lesestoff bereit.

In diesen Tagen hat die Büchergruppe schon mal den Untergrund hergerichtet. Ihr Standort ist genau der Platz, wo einst auch schon einmal eine Telefonzelle ihre Dienste leistete: Das kleine gelbe Häuschen wird bei den Glascontainern stehen. „Dadurch, dass sich dort auch eine kleine Sitzgruppe befindet, wird der Standort vielleicht auch zu einem gemütlichen Treffpunkt“, hofft Angela Heberling. Eine Beleuchtung wird auch noch angebracht, vielleicht wird dort auch noch ein traditioneller Schemel seinen Platz finden.

Im Januar soll die kleine, gemütliche Bücherei dann eingeweiht werden: Bei heißem Punsch und einem kleinen Imbiss werden die ersten Bücher ihren Platz in der einstigen Telefonzelle finden. Bis dahin sollte auch ein Name gefunden sein. Zurzeit stehen unter anderem Bücherbox, Quadratbücherei und Telefonbuchzelle zur Auswahl.

„Die Zelle ist ja fast schon ein Nostalgieobjekt und weckt Erinnerungen an Zeiten, in denen es eben noch keine Handys gab“, sagt Heberling. „Es ist toll, so einem schönen Objekt eine neue Aufgabe und eine Zukunft zu geben.“

Bülstedts Bürgermeister Friedhelm Immig ist ganz angetan von dem Projekt. „Lesen bildet, fördert das Denkvermögen und ist gut für die Fantasie“, sagt Immig, der nach eigenen Angaben „über 500 Bücher im Schlafzimmer“ hat. Weil er die neue Bücherei unterstützenswert findet („Es wäre schön, wenn wir die Menschen vom Fernseher wegbekämen“), möchte Immig seinen Teil zum Gelingen des Vorhabens beitragen: „Die Gemeinde könnte sich an den Regalen beteiligen“, meint er.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...