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Zum wiederholten Mal treffen sich Bülstedter zur Mahnwache gegen Atomenergie
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Mahnwachen für den Wandel

Undine Zeidler 10.06.2011 0 Kommentare

"Wenn man dagegen ist, muss man auch etwas tun" , sagte sich Christoph, als sie über den japanischen Atommeiler Fukushima in den Nachrichten hörte. Gemeinsam mit Angela Heberling organisiert sie seitdem an jedem Montag die Mahnwache an der Kreuzung Dorfstraße/Lange Straße. Mit Besuch aus den Nachbarorten standen teils bis zu 60 Leute zusammen, freuen sich die Frauen. Genau wie über das Solidaritäts-Hupen vorbeirauschender Autos. Bis zum 15. Juni wollen sie mindestens durchhalten, dem ursprünglich von der Bundesregierung geplanten Ende des Moratoriums über die sieben abgeschalteten Atomkraftwerke.

Bis zur tatsächlichen Energiewende im Dorf bleibt den Demonstranten allerdings noch einiges zu tun. Sieben Arme gehen bei der Frage nach oben, wer schon zu einem Ökostromanbieter gewechselt ist. Die Organisatorinnen gehen mit ihrem Beispiel voran. Angela Heberling wechselte vor rund fünf Jahren, "auch wenn es ein bisschen teurer ist". Man kann ja Strom sparen, sagt sie. Anne Christoph wechselte nach eigenen Worten ebenfalls vor Jahren zu einem Öko-Stromanbieter und spart Strom. Wer das Licht anlässt, zahlt zehn Cent in die Atomkasse. Die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach ist für Christoph selbstverständlich.

"Mein persönlicher Traum ist immer noch ein Energiedorf Bülstedt", erzählt Anne Christoph und meint damit: weg vom Atomstrom, hin zu Ökostromanbietern, Energie sparen, Fotovoltaik-Anlagen auf vielen Dächern und mehr. Die Mahnwache soll sie diesem Ziel näherbringen, soll eine Gemeinschaft begründen, die später vielleicht auch gemeinsam alternative Energieprojekte plant. Otto Niederhausen, der mit dem Elektroroller aus dem Nachbardorf Nartum angereist ist, sagt: "Wenn wir uns besser kennen, können wir auch in alternative Anlagen investieren".

Derzeit stehen bei der Bülstedter Mahnwache Infos vornean. Die Demonstranten machen sich Gedanken über kreative Protestformen. Mareike Petermann verteilt etwa Blumensamen in kleinen Päckchen aus Zeitungspapier, und in Christophs Fahrradkorb stapeln sich Broschüren und Filme zum Thema Energie. Die kann sich jeder ausleihen oder den gemeinschaftlichen Filmabend besuchen, bei dem sich auch in dieser Woche "alle eine Meinung bilden können".

Den Frauen, Männern und Kindern von der Mahnwache geht der Beschluss zur Energiewende aber offenbar nicht weit genug. Christoph verteilt ein Flugblatt, das sie kurz vor der Mahnwache aus dem Internet heruntergeladen hat und zitiert daraus. Dort ist von der "Mogelpackung der Bundesregierung" die Rede. Applaus.

Er mache sich schon lange Gedanken zur Atomenergie, sagt Bürgermeister Friedhelm Immig. Angestoßen durch die Proteste um das Atomendlager Gorleben. Dort geht es seiner Meinung nach um Existenzen. Die Mahnwache in Bülstedt dient aus seiner Sicht der Bewusstseinsbildung, und das sei gut. Aber, so der Bürgermeister, er vermisse die konstruktive Kritik. "Lösungen bringen diese Leute auch nicht". Ein Gespräch kann da manchmal weiterbringen. "Wir möchten nicht einfach nur den Ausstieg", betonte beispielsweise Demonstrantin Hildburg Christoph. Sie spricht vom Netzausbau, den sie fordern, und vom dezentralen Ausbau alternativer Energien.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...