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Anti-Atom-Sprecher Jochen Stay kommt am Freitag auf Einladung des "Bündnisses Energiewende" nach Bülstedt
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Politiker ohne Parlament

Undine Zeidler 26.10.2011 0 Kommentare

Protest als Beruf - für Jochen Stay ist das kein Widerspruch. Er sei froh, ein Konstrukt zu haben, das seinen Lebensunterhalt sichert", sagt er gegenüber der WÜMME-ZEITUNG und fügt an. "Wenn alle Atomkraftwerke still gelegt sind, feiern wir ein großes Fest." Zukunftsangst kriegt er nicht, denn "das wäre ja nur der Fall, wenn für mich die Welt nur aus Atomenergie bestehen würde." Energie, Umwelt, Friedensbewegung - es gibt in Stays Augen noch viele wichtige politische Probleme. Doch noch hat der 46-Jährige einiges im Atombereich zu tun.

Verein ".ausgestrahlt"

Zwar nennt er die Stilllegung von Atomkraftwerken "einen großen Erfolg", aber neun Kraftwerke laufen aus seiner Sicht länger weiter als notwendig. Zudem vertraut er nicht in Absichtserklärungen. "Es gab schon mal einen Beschluss, und dann kam es doch anders", erinnert er. Darum will er die Risiken deutlich machen, die im gegenwärtigen Atombeschluss lauern. Dafür gehen er und sein Mitstreiter Jürgen Fahrenkrug von der Anti-Atom-Initiative ".ausgestrahlt" derzeit auf Info-Tour.

2008 gründete Stay die Anti-Atom-Initiative mit Büro in Hamburg. Wenn er in deren Sinne nicht gerade unterwegs ist, macht er dort "in gewisser Weise einen langweiligen Bürojob", der so normal dann doch nicht sein kann. An anderer Stelle beschreibt Stay sein Engagement: "In gewisser Weise mache ich Politik, außerparlamentarische."Er will sich einmischen und hofft, dass andere Menschen das auch tun. Außerdem will er zeigen, "dass es fundierte Alternativen zur Atomenergie gibt" - erneuerbare Energien und vor allem Energieeffizienz, meint Energie sparen. Wie das genauer funktionieren soll, darauf geht Stay nicht ein. "Wir sind eher die Protestspezialisten." Für die Alternativen gebe es Umweltverbände wie den BUND und Forscher. Nur so viel: Kohlekraftwerke sind für ihn keine Alternative zum Atomstrom.

Stay und seine Mitstreiter waren es auch, die im 2008 die untergehende Sonne - das Anti-Atom-Logo aus den 80er Jahren - wiederbelebten. Auslöser war ein "Spiegel"-Titelblatt. Das zeigte die Sonne nur halb, doch das genügte laut Stay. "Wenn das schon funktioniert", dachten sich die Atom-Gegner, "ist es genau das Richtige." Die Protestler aus den 70er und 80er Jahren können laut Stay daran anknüpfen, und die Jungen fänden die Sonne sympathisch. "Das kennt jeder, das ist etwas Positives." Der Anti-Atom-Protest zieht sich "quer durch die Generationen", hat Stay beobachtet. In Bonn sprach er beispielsweise jüngst vor lauter jungen Leuten, in Falkensee bei Berlin lauschten vor allem Ältere, und in Marburg war das Publikum gemischt. Sein Veranstaltungskonzept lautet: rund 45 Minuten zum Thema sprechen und danach diskutieren. Letzteres ist ihm wichtig. "Ich will auch wissen, was die Leute denken. Da kann ich auch noch etwas lernen." In Bülstedt will er es ebenso halten.

Die Initiative "ausgestrahlt" finanziert sich aus Spenden. Großspender haben sie nicht, sagt Stay. Die Fünf- und Zehn-Euro-Spenden von mehr als 10000 Menschen, "das ist das, was uns trägt", und er weiß auch: "Wir sind von der Konjunktur des Themas abhängig." So arbeiteten nach Fukushima 23 Leute im Büro von "ausgestrahlt". Jetzt sind es wieder weniger. "Das ist ganz in unserem Sinne, wir haben ja keinen Selbstzweck." Vielmehr freue er sich schon, wenn Menschen durch seine Arbeit sagten: "Ich setze mich dafür ein."

Jochen Stay hält seinen Vortrag "Halber Atomausstieg - und jetzt?" am Freitag, 28. Oktober, 20 Uhr, in der Bülstedter Gaststätte Kösters, Lange Straße 13. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...