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Der Sottrumer Reinhard Staupe entwickelt pro Jahr zehn Spiele / Erfolgreich auf der ganzen Welt
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Sohn Linus ist sein härtester Kritiker

Andrea Zachrau 19.04.2014 0 Kommentare

Spieleerfinder Reinhard Staupe
Reinhard Staupe erfindet nicht nur Spiele, er testet sie auch leidenschaftlich gerne mit seinem Sohn Linus. (Andrea Zachrau)

Schon als kleiner Junge war Reinhard Staupe ein begeisterter Spieler: „Bei uns wurde viel Monopoly, Schach, Skat oder Rommé gespielt“, erinnert er sich. Die Brett- und Kartenspiele begeisterten ihn so sehr, dass er kurz vor dem Abitur sein erstes eigenes Spiel entwarf. „Ich schickte es an Ravensburger. Es wurde nicht veröffentlicht – und das zu Recht“, erzählt er und lacht.

Doch er ließ nicht locker. Mit „Kunterbunt“ und „Blütenhüpfer – Farbentupfer“ landeten sechs Jahre später die ersten eigenen Erfindungen in den Läden. 1995 kehrte er seinem eigentlichen Beruf – der gebürtige Kasseler hatte Mathematik und Sport auf Grundschullehramt studiert – den Rücken und gründete seinen eigenen Spieleverlag. Ein Jahr später wurde er verantwortlicher Redakteur im Autorenprogramm der „Berliner Spielkarten“, wechselte 2001 zum Hersteller Amigo, und seit 2012 ist er verantwortlicher Redakteur bei den Nürnberger Spielkarten. „Ich wähle die Spiele aus, die Potenzial haben, und perfektioniere sie“, erzählt er.

Gleichzeitig schläft aber auch der eigene Erfindergeist nie: Mittlerweile wurden sechs Spiele aus Staupes Feder fürs Spiel des Jahres nominiert. Das kommt in Spielerkreisen einem Ritterschlag nahe. Und obwohl er den begehrten Titel bisher noch nicht erringen konnte: Bis heute sind einige seiner Werke nach wie vor Bestseller. „Speed – das schnellste Kartenspiel der Welt hat sich weltweit mehr als drei Millionen Mal verkauft“, berichtet der 45-Jährige. Und auch das Partyspiel „Privacy“, das 2004 auf den Markt kam, ist bis heute ein Verkaufsschlager. „Es ist auch eines meiner persönlichen Lieblinge, weil es die Menschen dazu bringt, sich auf eine sympathische Art und Weise zu öffnen.“

Das sei generell einer seiner Hauptwünsche beim Erfinden: „Mein Fokus liegt auf einfachen Spielen, die jeder in kurzer Zeit erlernen kann. Bei Kinderspielen sowieso, aber auch bei Brettspielen. Ich möchte die Leute unterhaltsam zusammenbringen“, sagt er. Apropos Kinderspiele: Die liegen Reinhard Staupe nicht ohne Grund besonders am Herzen. „Mit meinem dreijährigen Sohn spiele ich jeden Tag.“

Linus darf neue Ideen des Papas ebenso testen wie Lebensgefährtin Vanessa von Thien. „Die zwei sind meine größten Kritiker“, erzählt er. Nicht ohne Grund sind die jüngsten Erfindungen, die der Familienvater gerade an Verlage herausgeschickt hat, auch für Kinder gedacht: Unter dem Arbeitstitel „Delfino“ bastelte er eine Tafel, auf der die Pappdelfine so platziert werden müssen, dass die Farben zusammen passen. „Dafür ist nicht nur Denken erforderlich, sondern auch Feinmotorik“, erklärt er. Ein weiteres Spiel, für das nur Karten und Würfel erforderlich sind, fordert das Gedächtnis: Die Kinder müssen sich aufgedeckte Karten merken, um den bösen Zauberer abzuwehren und das Schloss zu retten. „Am Ende steht und fällt der Erfolg im Verkauf auch mit der Illustration“, weiß der Spieleautor.

Die Entwicklung an sich sei oft ein langwieriger Prozess. „Manchmal lege ich eine Idee wieder beiseite, weil es mir noch an etwas fehlt. Wenn ich sie Monate später wieder hervorkrame, kommt dann oft die zündende Idee.“ Das sei besonders wichtig: „Ich muss immer das Gefühl haben: Das ist es jetzt.“ Besonders großen Erfolg hatte der Sottrumer mit der sogenannten „Gelben Reihe“, die sowohl in Deutschland als auch in Amerika erhältlich ist. Diese wurde bereits für Ideen, Illustrationen und kindgerechtem Material mehrfach mit Preisen ausgezeichnet und schaffte es in die Auswahlliste Kinderspiel des Jahres und Deutscher Lernspielpreis 2007.

Reinhard Staupe, der nebenbei auch Postkartentexte für einen großen Verlag schreibt, erfindet im Schnitt zehn Spiele pro Jahr. Was er dafür vor allem braucht, ist Leidenschaft. „Wenn die nicht mehr da ist, hänge ich meinen Job an den Nagel“, sagt er. So weit ist es aber noch lange nicht.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?