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Gelber Glaskasten feiert Comeback: Bülstedter weihen Bücher-Box mit Feier ein
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Telefonzelle für Leselustige

Irene Niehaus 26.01.2015 1 Kommentar

Telefonzelle als Bücherschrank in Bülstedt Bücherzelle
Kinder gehörten gestern zu den Ersten, die die zur Mini-Bibliothek umgewandelte gelbe Telefonzelle in Bülstedts Ortsmitte nutzten. (Irene Niehaus)

„Nimm ein Buch, lies ein Buch, bring’ ein Buch“ – das ist das Prinzip der Bücherzelle, eines Projekts von Bülstedtern. In ihrem Dorf steht jetzt so eine Bücher-Box, eine ausrangierte gelbe Telefonzelle, in der kein Telefon, dafür aber viele Schmöker zu finden sind. Jeder darf sich hier ein Exemplar oder mehrere mitnehmen. Gestern Nachmittag weihten die Organisatoren die öffentliche Mini-Bibliothek mit zahlreichen Gästen ein.

Knallgelb steht sie da mitten im Dorf unter der großen Birke, in der Langen Straße, nicht weit von einer Weide, den Containern und der Sitzecke entfernt. Eine klassische Telefonzelle. Eine aussterbende Art: Längst sind die guten alten Glaskästen aus vielen Orten verschwunden, jeder hat heutzutage ja ein Handy.

Doch auch in dem Bülstedter Häuschen hängt kein Telefon mehr. Kein Anschluss, es wurde längst ausrangiert. Michael Plehn aus Osterbruch gehörte einmal dieses Ungetüm, es stand in seinem Vorgarten, es war ein Geburtstagsgeschenk.

Geschenk verschenkt

Plehn hat es nun für einen guten Zweck wieder verschenkt, für eine kreative Verwendung: Das Telefonhäuschen dient seit gestern als öffentliche Bücherei. Koch- und Reisebücher, Krimis, Liebesromane, Biografien und auch Kinder- und Jugendbücher stehen zur Auswahl. Wer etwas lesen möchte, besucht das gläserne Antiquariat und kann sich rund um die Uhr und ohne Geld ein oder mehrere Werke ausleihen oder auch geschenkt mitnehmen. Und wer gelesene Exemplare spenden möchte, stellt sie ins Zellen-Regal, vorausgesetzt, Platz ist vorhanden. „Und vielleicht trifft man beim Bücherstöbern ja auch den einen oder die andere, um sich über Bücher oder das Leben zu unterhalten. Es würde uns freuen“, sagt Anne Christoph vom Bündnis Energiewende Bülstedt, das das Projekt Bücherzelle ins Leben gerufen hatte. Mit der Bibliothek habe man einen kleinen Beitrag für die Dorfgemeinschaft leisten und auch zur Ressourcen-Einsparung und zum Bücherlesen überhaupt beitragen wollen.

Rund 30 Bülstedterinnen und Bülstedter weihten die postgelbe Bücherzelle gestern Nachmittag ein. Es gab Punsch und Kekse, Sponsoren waren auch gekommen. Die Landwirte Stefan Grube und Hans Werner Otten hatten unter anderem für Spaltenböden und Backsteine gesorgt, die Gemeinde spendete die sieben Regalbretter und die Halterung, Jochen Albinger kümmerte sich ums Isoliermaterial und die Firma ,4elements‘ aus Tarmstedt um die Beschriftung. Die Haftpflichtversicherung für die Telefon-Buchzelle sponserte die VGH Wilstedt, berichtet Anne Christoph. Viel Zeit und Energie hatten auch Peter Weber und Nicklas Küllmar in das Telefon-Häuschen gesteckt, sie schweißten und restaurierten.

Die Idee für die Bücherzelle stammt von Angela Heberling, die sie im Sommer 2013 präsentierte. Das Projekt selbst habe sich dann als umfangreicherer herausgestellt als zunächst gedacht, berichtet Anne Christoph. Allein die Suche nach einem geeigneten Aufbewahrungsort für die Bücher, der wetterfest sein muss, habe sich sich äußerst schwierig und langwierig gestaltet. Bis die ausrangierte Telefonzelle bei Michael Plehn entdeckt wurde. Nach einigem Hin und Her mit der Gemeinde erhielten die Bücherbox-Organisatoren die Zustimmung des Gemeinderates, so Christoph. Es folgten Umbau, die Regale und die Beschriftung. Mehr als 250 Werke finden auf rund 7,50 Metern Stellfläche nun Platz in der ausgedienten Fernsprech-Kabine.

„Es ist ein Schmuckstück geworden“, freute sich gestern Angela Hebeling und erinnerte daran, dass früher an fast der selben Stelle eine Telefonzelle stand. Der alte Kommunikations-Klassiker.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...