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Schniefzeit hat die Region im Griff
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Ärzte und Apotheker haben viel zu tun

Irene Niehaus, Niklas Hons und Brigitte Lange 08.03.2018 0 Kommentare

(Karl-Josef Hildenbrand)

Lilienthal.

Die Schniefzeit hat Norddeutschland immer noch im Griff. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen. Arbeit in Büros bleibt liegen, Eltern spielen Zuhause Krankenpfleger und liegen nach den Wochen der Wadenwickelei, des Tröstens, des Heiße-Milch-mit-Honig-Kochens selbst flach. In Büros schieben Kollegen Extraschichten.

Vor allem in Kindergärten und Schulen ist die Ansteckungsgefahr groß. In vielen Kitas in  der Region haben sich besonders in den Gruppen mit Kindern unter drei Jahren krankheitsbedingt die Reihen gelichtet. Kritisch, aber noch nicht dramatisch, so lässt sich wohl die Situation in den Lilienthaler Schulen und Kitas beschreiben. Manche Einrichtungen scheinen von der Grippewelle stärker betroffen zu sein als andere. Minou Hamedani vom Trupermoorer Kinderkahn bereitet der Vertretungsplan langsam Kopfzerbrechen. Bis jetzt könne vieles noch aufgefangen werden, beispielsweise durch Bufdis. „Allerdings brauchen wir in jeder Gruppe immer mindestens eine Betreuungskraft, die die Kinder kennen.“ Und genau dort hake es im Moment. „Auch wir haben unsere Grenzen“, meint Hamedani.

Insgesamt zehn bis elf Erzieherinnen fehlten derzeit krankheitsbedingt in den kommunalen Kindergärten, weiß Fachbereichsleiter Andreas Cordes. Auch in den Kindergärten Frankenburg und Seebergen gibt es Ausfälle, deshalb "mussten wir Notdienste einrichten", berichtet Cordes und bedauert die für die betroffenen Eltern unglückliche Situation. "Ich habe dieses Mal den Eindruck, dass die Erkältungszeit länger dauert."

Sichtbar wird die aktuelle Erkältungssaison auch in der IGS in Lilienthal und Grasberg. Sowohl bei Lehrern als auch bei Schülern sei die Situation schwierig, berichtet die Schulleiterin Karina Kögel-Renken. An der IGS wird schon über dem Vertretungsplan gebrütet. „Es ist schwierig geworden, die Ausfälle zu kompensieren“, meint Kögel-Renken. Zu 100 Prozent könne die Situation daher nicht aufgefangen werden. „Bisher haben wir es geschafft, dass es nur Ausfälle im Nachmittagsbereich gab“, so die Schulleiterin weiter.

Für den Schulleiter des Gymnasiums Lilienthal, Denis Ugurcu, bewegt sich die Lage noch im Rahmen. Vor allem die Schülerschaft sei in seiner Schule durch die Grippewelle betroffen. „Bisher konnten wir über den Vertretungsplan alle Ausfälle der Lehrer kompensieren“, erzählt Ugurcu.

Das Rathaus in Lilienthal verzeichnete ebenfalls zwischenzeitlich eine Zunahme von Krankheitsfällen unter den Mitarbeitern. "Die Öffnungszeiten konnten wir aber aufrechterhalten", berichtet Fachbereichsleiter Jürgen Weinert. Doch die erhöhte Zahl an erkrankten Kollegen habe zur Folge, dass Arbeit liegen bleibe und die Besucher des Rathauses sich auf etwas längere Wartezeiten einstellen müssten. "Ein paar Kollegen sind schon wieder gesund und arbeiten wieder, aber vollständige Entwarnung kann ich noch nicht geben", so Weinert.

Sowohl bei den großen Unternehmen wie Nabertherm, Poliboy oder Müller Licht als auch in der diakonischen Behindertenhilfe gibt es dagegen keine übermäßigen Krankheitsausfälle.

Dennoch: Langwierige Krankheitsverläufe oder immer wiederkehrende Symptome kennzeichnen die aktuelle Erkältungszeit. Tatsächlich ist es mehr als nur eine subjektive Beobachtung, ein vages Gefühl. Die Nachfrage beim Gesundheitsamt des Landkreises Osterholz ergibt, dass sich in diesem Winter bisher deutlich mehr gemeldete Verdachtsfälle letztlich als echte Grippe-Fälle entpuppten. "In den vergangenen drei Wochen sind dem Gesundheitsamt 46 Influenzafälle gemeldet worden", teilt Landkreissprecherin Jana Lindemann auf Nachfrage mit. Zur Erinnerung: Von Herbst bis Frühjahr 2015 / 2016 waren es insgesamt 16 Grippe-Fälle, die dem Gesundheitsamt gemeldet wurden. In der darauf folgenden Saison 2017 ergaben die eingeschickten Proben insgesamt 32 Grippe-Fälle.

Auch Rotenburg und Umgebung sind nicht verschont geblieben. Das Agaplesion Diakoniekrankenhaus Rotenburg verzeichnet – wie andere Krankenhäuser auch – einen starken Zustrom von Patienten. Die Versorgung von Notfallpatienten sei dennoch sichergestellt, sagt Ute-Andrea Ludwig, Bereichsleitung Marketing und Kommunikation des Krankenhauses. 

Die Mitarbeiter des Klinikums, selbst von krankheitsbedingten Ausfällen betroffen, seien rund um die Uhr im Einsatz, um die große Zahl von Patienten zu versorgen. "Zurzeit werden etwa doppelt so viele schwer Erkrankte im Krankenhaus aufgenommen wie in anderen Jahreszeiten und unter normalen Bedingungen", so Ludwig. Insbesondere Herz- und Lungenerkrankungen seien potenziell lebensbedrohlich und hätten bei der Behandlung Priorität. Daher könne es in verschiedenen Bereichen des Klinikums zu deutlichen Wartezeiten kommen, auch geplante Eingriffe würden unter Umständen abgesagt.

"Engpässe bestehen derzeit auch bei der stationären Unterbringung, da sich aktuell bereits über 850 Patienten im Klinikum befinden", informiert Ute-Andrea Ludwig. Michael Schulte, Ärztlicher Direktor des Diakonieklinikums, empfiehlt, Patienten mit Grippesymptomen, zunächst den Hausarzt aufzusuchen, bevor sie in ein Krankenhaus kommen.


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Leserkommentare
suziwolf am 23.10.2019 17:47
Diese
,langsame und (auch) demonstrierende‘ Dame
war sich sicherlich darüber im Klaren,
dass 15km/h für einen 🚴🏿‍♀️ ganz schön ...
FloM am 23.10.2019 17:45
"Da sind wir wir letztlich recht nah beieinander"
Häufig ist das so, wenn man erst mal mehr als 140 Zeichen miteinander ausgetauscht hat ...