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Asbest in Putz und Fliesenkleber

Lutz Rode 18.05.2019 0 Kommentare

Im Wandputz und in den Leichtbaudecken der Schroeterschule ist Asbest gefunden worden.
Im Wandputz und in den Leichtbaudecken der Schroeterschule ist Asbest gefunden worden. (von Lachner)

Lilienthal. Die Gemeinde Lilienthal will nach und nach alle öffentlichen Gebäude auf Asbest untersuchen lassen. Für den ersten Teil des in Auftrag gegebenen Katasters liegen jetzt die Ergebnisse vor. In fünf der insgesamt neun Gebäude, in denen Proben genommen wurden, sind demnach asbesthaltige Bauteile verarbeitet worden. Es geht um Putze, Spachtelmassen, Fliesenkleber, Türen oder auch Fensterlaibungen. Solange die Fasern fest in der Bausubstanz gebunden sind, besteht kein Risiko für die Gesundheit, sagen Experten. Gefährlich wird es, wenn gebohrt, gestemmt und gerissen wird. Darauf ist das Gebäudemanagement im Rathaus eingestellt.

Während für die Kindertagesstätte Trupermoor, die Kindergärten Worphausen und Wührden sowie das Feuerwehrhaus Seebergen Entwarnung gegeben werden kann, sind die Experten in der Schroeterschule, in den Grundschulen Trupermoor und Worphausen, dem Kindergarten Seebergen sowie dem Sportzentrum Schoofmoor fündig geworden. In allen Bauten sind laut der Aufstellung der Consens Umweltplanung GmbH aus Bremen Asbestfasern in den Wandputzen nachgewiesen worden. Doch auch andere Stellen sind betroffen: Mal sind es Fliesenspiegel, dann Leichtbauwände, gespachtelte Decken oder auch Türen. „Im Kindergarten Seebergen ist lediglich der Wandputz betroffen. In der Schroeterschule wurde Asbest in den Deckenbereichen sowie dem Wandputz im Heizungsraum nachgewiesen“, heißt es in dem Bericht der Verwaltung für die Sitzung des Baudienste-Ausschusses, der sich am Montag, 20. Mai, im Rahmen einer öffentlichen Sitzung mit dem Thema befassen will.

Die Gemeindeverwaltung hat längst auf die Asbestfaser-Gefahr reagiert, die akut wird, wenn die Fasern zum Beispiel durch unsachgemäße Sanierungs- oder Reparaturarbeiten in die Raumluft gelangen. So verhängte das Gebäudemanagement als Erstes ein sofortiges Bohrverbot in allen Gebäuden der Gemeinde, die vor 1993 gebaut wurden. „Außerdem haben zwei Hausmeister einen speziellen Lehrgang besucht, wo sie gelernt haben, wie kleinere Reparaturarbeiten fachgerecht erledigt werden können“, berichtet Stephen Riemenschneider, Chef des Baudienste-Bereiches im Lilienthaler Rathaus. Nur diese beiden Fachleute haben für die Gebäude, in denen Asbest vermutet wird oder wo schon Asbest festgestellt wurde, die Lizenz zum Bohren. Zudem weist die Verwaltung alle Handwerker und Baufirmen, die in den öffentlichen Gebäuden arbeiten wollen, auf die Asbestgefahr hin, damit sie wiederum Sicherheitsvorkehrungen treffen können. Für den Umgang mit den betroffenen Bauteilen gelten strenge Vorgaben. Die Schulen und Kindergärten sind über die Asbestfunde informiert. Deren Leitungen sollen die jeweiligen Gutachten als Kopie erhalten, kündigt die Verwaltung an.

Dass die Gemeinde ihre Gebäude systematisch untersuchen und ein Asbestkataster erstellen will, wurde Ende 2017 entschieden. Zu jener Zeit mehrten sich Berichte darüber, dass Asbest viel weiter verbreitet ist als bis dato vielfach angenommen. Dass Heizungsdichtungen oder Rauchschutztüren zu den typischen Fundstellen zählen, war im Rathaus bekannt. Dass aber die Asbestgefahr auch in Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern steckt, hatte niemand auf dem Zettel.

Neun Gebäude hat die Gemeinde bisher untersuchen lassen, weitere sollen folgen. Die Beprobung und Auswertung wird in diesem Jahr fortgesetzt, 2020 sollen die Ergebnisse für alle öffentlichen Gebäude in Lilienthal vorliegen. Das kostet natürlich Geld, alles in allem sind 89 000 Euro für die Erstellung des Katasters eingeplant.

Zur Sache

Asbest

Das faserhaltige Mineral wurde einst als „Wundermittel“ gefeiert: Weil es  flexibel, zugfest sowie hitze- und säurebeständig ist und zudem über gute Isolierfähigkeiten verfügt, war es vor allem in den 60er bis 80-er Jahren ein beliebtes Material. Erst als die Neben­wirkungen des Asbe­stbooms immer offen­kundiger wurden, begann lang­sam der Abschied. Die Wissenschaft erkannte: Asbest kann Krebs auslösen. Die unvorstellbar kleinen Asbestfasern sind zum Beispiel in der Lage, in die Lungenzellen des menschlichen Körpers einzudringen und dort Mutationen der Zellen zu bewirken. Wegen der Gesundheitsgefahren ist die Herstellung und Verwendung von Asbest seit 1993 in Deutschland verboten.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...