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Naturschutz im Landkreis Osterholz
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Baggern für die Umwelt

Bernhard Komesker 10.07.2019 0 Kommentare

Für den Wiederanschluss eines Altarms an die Hamme zwischen dem Aussichtsturm Lintel und der Scharmbeckstoteler Brücke könnten ebenfalls Mittel aus dem Topf fließen, der für Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung steht.
Für den Wiederanschluss eines Altarms an die Hamme zwischen dem Aussichtsturm Lintel und der Scharmbeckstoteler Brücke könnten ebenfalls Mittel aus dem Topf fließen, der für Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung steht. (Christian Kosak)

Landkreis Osterholz. Fast 1,93 Millionen Euro lagerten zum Jahreswechsel auf dem Verwahrkonto des Landkreises, das dieser für Verbesserungen von Naturhaushalt und Landschaftsbild eingerichtet hat. Das geht aus der Jahresbilanz hervor, die kürzlich dem Kreistagsausschuss für Umweltplanung und Bauwesen vorgelegt wurde. Das Geld stammt nahezu ausschließlich von Investoren, die bei der Errichtung von Windenergieanlagen von der Kreisbehörde seit 2007 mit Ersatzzahlungen nach dem Bundesnaturschutzgesetz belegt wurden. Der Landkreis ist verpflichtet, diese Mittel zweckgebunden für Ausgleichsmaßnahmen wieder auszugeben.

Weitere gut 2,44 Millionen Euro an Öko-Ablöse könnten an den Landkreis fließen, wenn alle weiteren bereits genehmigten Windpark-Projekte verwirklicht würden. Da diese aber von Umplanungen sowie von Klage- und Widerspruchsverfahren betroffen sind, hat die Kreisverwaltung zu dieser Summe einstweilen „keine konkrete Einnahmeerwartung“. Das teilte Umweltdezernent Dominik Vinbruck auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden Axel Miesner (CDU) mit.

Laut Verwaltungsbericht wurden im vergangenen Jahr sieben Natur-Projekte realisiert, von denen zwei abgeschlossen wurden und fünf auch in diesem Jahr fortgesetzt werden sollen. Zwei weitere 2018 geplante Umweltmaßnahmen wurden noch gar nicht in Angriff genommen und ins Jahr 2019 übertragen.

Ein achtes Vorhaben gelangte jetzt gänzlich neu auf die To-do-Liste des Naturschutzamtes. Dabei handelt es sich um Mittel für den Flächenkauf im Flurbereinigungsverfahren Teufelsmoor: In das Projekt „Flächenmanagement für Klima und Umwelt (FKU)“ sollen laut Haushaltsplan 2019 und in den drei Folgejahren jährlich bis zu 112 500 Euro vom Verwahrkonto fließen.

Rampenbau und Regeneration

Als abgeschlossen gelten unterdessen der Bau der Amphibienleiteinrichtung Klosterholz sowie die Wiedervernässung einer alten Baumschulfläche im Günnemoor. Für die Hochmoor-Regeneration waren 2018 fast 12 000 Euro an Ersatzzahlungen bestimmt; weitere 10 300 Euro wurden in die Rampen und Zuwegungen zum 2017 gebauten Krötentunnel gesteckt, der unter der Osterholzer Straße hindurch führt. Noch keine Mittel flossen bisher für den Kauf einer 5000 Quadratmeter großen Waldfläche im Naturschutzgroßprojekt Hammeniederung sowie für den Wiederanschluss des weitgehend unberührten Hamme-Altarms 3. Dieser befindet sich am rechten Hamme-Ufer auf Ritterhuder Gemeindegebiet, ungefähr auf halber Strecke zwischen dem Aussichtsturm Lintel und der Scharmbeckstoteler Brücke. Bis zu 400 000 Euro könnte das Ganze kosten; die Verwaltung hatte im vergangenen Jahr erklärt, sie würde den Hamme-Bypass mithilfe der Ersatzzahlungen anschließen, sofern das Land dazu den erhofften 80-Prozent-Zuschuss bewilligt.

Nun werden es, wie Axel Miesner nach der Sitzung in seiner Funktion als Landtagsabgeordneter mitzuteilen wusste, immerhin drei Viertel der zuwendungsfähigen Kosten. Der Landkreis hatte die Investitionskosten genauer berechnen lassen und auf gut 343 000 Euro taxiert. Nach Miesners Angaben vom vergangenen Donnerstag (4. Juli) werde das Land fast 258 000 Euro zuschießen. Der dritte Hamme-Altarm sei eines von landesweit 33 Projekten, die vom Land mit insgesamt fast 15 Millionen Euro bezuschusst werden. Das Förderprogramm namens „Landschaftswerte“ speist sich zum Großteil aus EU-Mitteln, rund vier Millionen Euro steuert das Umweltministerium in Hannover bei. Für den Landkreis bleibt zudem noch die Fortsetzung der fünf laufenden Maßnahmen, von denen eine – die Regeneration des Heilsmoors – seit dem ersten Quartal 2019 auch bereits als abgeschlossen gilt. Wie berichtet, wurden dort etliche Flächen entkusselt und der Heilsmoorgraben angestaut. Dafür flossen umfangreiche EU- und Landesmittel sowie fast 25 000 Euro aus Ersatzzahlungen. Weitere 6000 Euro flossen ins Pennigbütteler Moor, für dessen Renaturierung der Landkreis in den vergangenen Jahren inzwischen rund 80 000 Euro an Ersatzgeldern ausgegeben hat. Nach Grunderwerb und Grabenverlegung sowie der Einrichtung von Messstellen für die Grundwasserstände galt es jetzt Notarkosten zu bestreiten: Zwei Landwirte erhielten ihre angekauften Grundstücke gratis zurück, nachdem es am neuen Mitteldammgraben zu einer „unbeabsichtigten Vernässung infolge der Baumaßnahme“ gekommen war. Grund genug für die Verwaltung, die Grundwasser-Messdaten dort auch künftig zu sammeln und auszuwerten. Eine Dauerbaustelle bleibt, sofern Fördermittel fließen, die weitere Renaturierung des Giehler Bachs. Seit 2010 beteiligte sich der Landkreis mit 89 000 Euro an der Maßnahme, bei der Flächenkauf und Umbau des Flussbetts im Vordergrund stehen. Weitere 25 000 Euro aus Ersatzzahlungen folgten im vergangenen Jahr; Träger künftiger Maßnahmen wäre der Gewässer- und Landschaftspflegeverband  (GLV) Teufelsmoor. Das gilt auch für die Wörpe-Renaturierung, an der sich der Landkreis 2018 mit 7300 Euro beteiligte. Bei der 2017 begonnenen Renaturierung der Schwaneweder Beeke schließlich setzen BUND und die Arbeitsgemeinschaft Bremer Schweiz im nächsten Jahr ebenfalls auf eine weitere Landkreis-Beteiligung. 5000 Euro flossen im Vorjahr aus Ersatzgeldern dorthin.


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Leserkommentare
suziwolf am 22.10.2019 07:55
Hallo, @Max ...

Das Gesagte bzw. die negativen ,Erfahrungen mit anderen Banken‘
kann voll unterstrichen werden.

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reswer am 22.10.2019 07:54
Das Luxemburger Gericht stellte im Juni 2018 fest, dass Deutschland gegen das gesundheits- als auch umweltschädliche Nitrat im Grundwasser zu wenig ...