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Landwirtschaft
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Bauern hoffen auf Regen

Silke Looden 25.04.2019 0 Kommentare

Der Trecker zieht eine Staubwolke hinter sich her. Bilder wie dieses aus dem Dürre-Sommer 2018 könnten sich wiederholen.
Der Trecker zieht eine Staubwolke hinter sich her. Bilder wie dieses aus dem Dürre-Sommer 2018 könnten sich wiederholen. (Stratenschulte/dpa)

Lilienthal. Bio-Bauer Gerhard Dehlwes steht auf dem Wümme-Deich und guckt in den blauen, sonnigen April-Himmel. „Wenn es in den nächsten zwei Wochen nicht regnet, haben wir ein Problem“, sagt er. Dabei sind die Bauern in der Wümme-Niederung klar im Vorteil gegenüber ihren Kollegen auf der Geest. Sie können das Grundwasser aufstauen. Das Grünland an der Wümme ist also relativ feucht im Vergleich zu den sandigen Böden der Geest. „Ein paar Kilometer weiter in Tarmstedt sieht es schon anders“, weiß der Landwirt aus Lilienthal.

Aktuell sind die Landwirte auf den Maisfeldern unterwegs. Doch die beste Saat wird nicht aufgehen, wenn der Regen nicht kommt. „Noch so einen Dürre-Sommer wie im vergangen Jahr werden viele nicht überstehen“, glaubt Dehlwes. Bis heute haben sich die Ackerflächen nicht wirklich von der Trockenheit erholt. Nach wie vor fehle eine Grundfeuchte, so der Landwirt, die habe sich auch über den Winter nicht eingestellt. Dehlwes geht über den Wümme-Deich und schaut über die Niederung. 280 Hektar bewirtschaftet der Biobetrieb, davon einhundert Hektar Ackerland, vor allem Kleegras, Mais und Weizen.

Ohne Mais kein Futter für die Tiere. „So einfach ist das“, sagt Dehlwes. „Im schlimmsten Fall müssen wir uns von den Tieren trennen.“ 260 Kühe hat der Bio-Betrieb im Ortsteil Trupe. „Erst werden die Futterpreise steigen und dann werden die Fleischpreise sinken“, weiß der Bauer und hofft inständig, dass es gar nicht erst soweit kommt. Er setzt auf die Mai-Mahd, aber auch die braucht Regen. Viel Regen. „Im vergangenen Jahr konnten wir den ersten Grasschnitt noch machen“, erinnert er sich. Er hofft, dass die Wiesen genügend Wasser bekommen, damit das auch in diesem Jahr klappt. Wenn nicht, werden sich die Bilder von Traktoren, die in Staubwolken verschwinden, wiederholen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Dehlwes.

Kreislandwirt Stephan Warnken aus Grasberg indes zeigt sich optimistisch: „Noch mache ich mir keine großen Sorgen. Es wird bald regnen.“ Die derzeitige Trockenheit sei gut für den Ackerbau. Da lasse es sich besser pflügen. Zum Keimen des Getreides reiche die Feuchtigkeit im Landkreis Osterholz noch aus. Auch das Gras wachse noch. „Ich kann noch keine Depression erkennen“, sagt Warnken. Der milde Winter habe die Zwischenfrüchte und den Futterroggen gedeihen lassen, anders als in harten Wintern habe das Gras nicht gelitten. „Aktuell haben wir kein Problem“, betont Warnken. Der Regen werde bis zur Mahd im Mai schon kommen.

Die Landwirte im Landkreis Osterholz, so Warnken, hätten andere Probleme als das Wetter. Der jüngste Nährstoffbericht des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, der in dieser Woche veröffentlicht wurde, schade dem Image der Landwirte, auch im Landkreis Osterholz, betont Warnken. Dabei stünden die Osterholzer mit 141 Kilogramm Stickstoff pro Hektar vergleichsweise gut da. Lediglich zwei Grundwasserbrunnen im Landkreis überschritten den Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro je Liter. „Die Kooperation zwischen Landwirten und Wasserversorgern trägt Früchte“, betont Warnken. Insgesamt bewirtschaften die Landwirte im Landkreis Osterholz rund 40 000 Hektar. Etwa die Hälfte davon sind Mähweiden, hinzu kommen die Dauerweiden und Dauerwiesen mit etwa 7000 Hektar. Die restlichen rund 13 000 Hektar sind Ackerland.

„Sollte die trockene Witterung in den kommenden Monaten anhalten, könnte sich die Dürre des Jahres 2018 wiederholen oder sogar übertroffen werden. Dann würde die Landwirtschaft in Deutschland auch 2019 wieder mit Ertragseinbußen rechnen müssen", erklärt Udo Busch. Der leitende Agrarmeteorologe des Deutschen Wetterdienstes betont, dass die Bodenfeuchtwerte selbst im Dürre-Jahr 2018 über den aktuellen April-Werten lagen. Außerdem könnten in diesem Jahr auch Wälder und Pflanzen mit Wurzeln, die die Feuchtigkeit in tieferen Bodenschichten anzapfen, betroffen sein.

Im vergangenen Jahr stellten das Land und der Bund je 17,9 Millionen Euro Dürrehilfen in Niedersachsen zur Verfügung. 4600 Betriebe beantragten die Unterstützung. Jeder zweite Antrag wurde inzwischen abschließend geprüft. Etwa die Hälfte der Gesamtsumme wurde bislang ausgezahlt. Das geht aus Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Hannover hervor.


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Ein Syrer und sein neues Leben in Rotenburg
Samer Tannous ist Hochschullehrer aus Damaskus, lebt mit seiner Familie seit 2015 in Rotenburg und arbeitet dort als Französischlehrer. In der Wümme-Zeitung schreibt er wöchentlich über seine Erlebnisse.
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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?