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Kreisdezernent sieht keine Gefahr
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Bohren verboten: Asbest in Tornée-Schule

Michael Wilke 08.12.2017 0 Kommentare

Lilienthal Christoph Tornee Schule
Lilienthal Christoph Tornee Schule (Hans-Henning Hasselberg)

Lilienthal. In der Christoph-Tornée-Schule sind an drei Stellen Asbestfasern gefunden worden. Für den Landkreis ist das kein Grund, Alarm zu schlagen. Es handele sich um geringe Mengen, sagt der Kreisdezernent Werner Schauer der Redaktion. „Konkret wurde an drei Stellen des Gebäudes punktuell in Bauteilen Asbest in geringfügigem Umfang lokalisiert“, erklärt Schauer. „Dabei handelt es sich um zwei Deckenbereiche, wo in geringem Umfang Asbest in der Spachtelmasse abgehängter Decken gefunden wurde sowie um einen Fliesenspiegel, an dem Asbestfasern im verwendeten Fliesenkleber gefunden wurde.“ Für die Kleinkinder in den Krippengruppen, die Kindergartenkinder und die Schüler der Hortgruppe ist das nach Schauers Worten unbedenklich. Also geht der Kita- und Hortbetrieb weiter wie bisher.

Zurzeit sind in der ehemaligen Förderschule im Schoofmoor hinter dem Hallenbad sechs Gruppen untergebracht: vier Krippengruppen der Lebenshilfe mit ein- bis dreijährigen Kindern, dazu eine Kindergartengruppe mit Drei- bis Sechsjährigen und eine Hortgruppe mit Grundschülern. Nach Recherchen der WÜMME-ZEITUNG handelt es sich um gebundenen Asbest, der in Baustoffen steckt, die in den 70er- und 80er-Jahren gebräuchlich waren. „Asbest wurde wegen seiner vielen praktischen Eigenschaften in so großen Mengen wie kaum ein anderer Werkstoff verwendet“, erklärt das Umweltbundesamt auf seiner Internetseite. „Bis er in Deutschland im Jahr 1993 verboten wurde, da er krebserregend ist. Die vielen langlebigen Asbestprodukte wie Bodenbeläge oder Dachplatten begegnen uns noch heute im Alltag.“

Gebundener Asbest, der in Decken, Wänden oder Böden steckt, bleibt nach Einschätzung von Experten ungefährlich, solange nicht gebohrt, geschraubt oder gehämmert wird. Erst dann werden Asbestfasern freigesetzt, die die Luft in den betroffenen Räumen belasten. Das betont auch der Kreisdezernent Werner Schauer. „Wir beproben unsere Gebäude seit mehreren Jahren“, erklärt er. Werden dabei Schadstoffe entdeckt, von denen akute Gefahren ausgehen, handelt der Kreis nach Schauers Worten sofort.

Bei der Christoph-Tornée-Schule sei das nicht nötig, betont der Dezernent. „Wir haben die Schule im Sommer beproben lassen“, berichtet Schauer. „Dazu wurden im Gebäude Proben aus verschiedenen Bauteilen entnommen. In Mischproben sind Fasern von Asbest gefunden worden, aber nur in sehr geringfügigem Maße.“

In allen drei Fällen sei die Entfernung völlig unproblematisch. Daher könnten die asbesthaltigen Stoffe beim von der Gemeinde geplanten Umbau der Schule zur Kindertagesstätte problemlos beseitigt werden. „Es liegen keinerlei Hinweise vor, die den Verdacht begründen könnten, dass derzeit vom Schulgebäude eine akute Gesundheitsgefährdung ausgehen könnte“, betont der Dezernent. „Schadstoffe werden unter den bestehenden Bedingungen nicht freigesetzt.“

Früher war die in den 80er-Jahren errichtete Christoph-Tornée-Schule eine Förderschule für Kinder mit Lernschwierigkeiten. Seit Jahren können die Eltern selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die gängigen allgemeinbildenden Schulen oder in Förderschulen schicken. Die Schülerzahlen sanken rapide. Vor drei Jahren vermietete der Landkreis einen Teil des Gebäudes an die Gemeinde Lilienthal (wir berichteten). Politiker sprachen von einem Glücksfall, denn die Gemeinde brauchte dringend Räume für Krippengruppen.

Die Gemeinde braucht die Tornée-Schule dringend. Sie will in dem gelben Klinkerbau, der inzwischen keine Schüler mehr beherbergt, zehn bis zwölf Kita-Gruppen unterbringen. Wie berichtet hat sich der Kreis mit Lilienthal auf einen Deal geeinigt: Die Gemeinde erwirbt die Christoph-Tornée-Schule und verkauft dem Kreis im Gegenzug die Kindertagesstätte „Schatzkiste“ an der Ostlandstraße. Dort soll die gymnasiale Oberstufe der Integrierten Gesamtschule (IGS) entstehen. Der Deal kostet die Gemeinde rund drei Millionen Euro: 2,3 Millionen fließen an den Landkreis, 700 000 Euro sind im Etat für den Umbau der Schule eingeplant: Die Kitagruppen brauchen Ruhezonen und Bewegungsräume, Küchen, Toiletten und Personalräume.

Gleich nebenan erweitert die Lebenshilfe gerade ihre Kindertagesstätte Schoofmoor. Im Sommer soll der Anbau fertig sein, wie der Lebenshilfe-Geschäftsführer Olaf Bargemann erklärt. Dann ziehen fünf Kitagruppen aus der Christoph-Tornée-Schule in die Kita Schoofmoor, nur die Hortgruppe bleibt. Doch die Gemeinde entlastet das kaum, sie steht mächtig unter Druck. Weil immer mehr Eltern Krippen- und Kindergartenplätze für ihre Jungen und Mädchen fordern, muss Lilienthal schon seit Jahren immer mehr neue Gruppen schaffen. Momentan stehen über 30 Ein- bis Dreijährige auf der Warteliste, das entspricht drei bis vier neuen Krippengruppen.

Vier Gruppen kommen dazu, wenn die an den Landkreis verkaufte Kita Schatzkiste in der Ostlandstraße schließt. „Bis Ende 2018 bleiben die vier Gruppen in den Räumen der Schatzkiste“, sagt Andreas Cordes, der zuständige Fachbereichsleiter, der Redaktion. Spätestens dann muss der Umbau der Tornée-Schule abgeschlossen sein.


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Leserkommentare
linde79 am 20.10.2019 17:58
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Michalek am 20.10.2019 17:37
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