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Bürger planen Förderverein

Nina Pfeiffer 14.06.2018 0 Kommentare

Im Dorfgemeinschaftshaus wurde es eng. Viele wollten wissen, wie es mit dem Kirchtimker Freibad weitergeht.
Im Dorfgemeinschaftshaus wurde es eng. Viele wollten wissen, wie es mit dem Kirchtimker Freibad weitergeht. (Christian Kosak)

Kirchtimke. Aus allen Richtungen strömen sie an diesem Abend ins Kirchtimker Dorfgemeinschaftshaus: Kinder, Politiker und viele interessierte Bürger. Immer neue Stuhlreihen werden aufgestellt, selbst draußen sitzen und stehen die Menschen aus Kirchtimke und den umliegenden Dörfern und erwarten mit Spannung den Beginn der Bürgerversammlung. Es geht um die drohende Schließung des Kirchtimker Freibades. Die Gruppe „Unser Freibad“ hatte geladen mit dem Ziel, gemeinsame Lösungen für den Erhalt des Bades zu finden.

Mit dabei auch Samtgemeindebürgermeister Frank Holle. Gemeinsam mit Vertretern des Samtgemeinderates stellt er sich am Mittwochabend der teilweise recht aufgeladenen Diskussion um das Freibad. Es geht um viele Zahlen, um Verantwortung und um Verständnis auf beiden Seiten. Ein konkreter Plan kommt am Ende nicht heraus – was Enttäuschungen provoziert: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Ratsmitglieder einen Schritt auf uns zukommen und wir gemeinsam an Lösungen arbeiten können. Gespürt habe ich davon nicht viel“, sagt eine Kirchtimkerin nach der Veranstaltung.

Immerhin: Die Gruppe "Unser Freibad" wünscht sich eine Gesamtlösung für den Erhalt aller drei Freibäder in der Gegend. Überlegenswert sei beispielsweise der Einsatz eines Technikers, der für alle Bäder zuständig sei. Oder ein Pool an Rettungsschwimmern, die zur Not eingesetzt werden könnten, damit eine übergangsweise Schließung eines der Bäder, wie aktuell in Wilstedt, vermieden werden könne. „Ich kenne mich mit der Pumpe aus und ich habe auch eine Rettungsschwimmer-Ausbildung“, verkündet der Kirchtimker Frank Hahs, der schon häufiger im Freibad geholfen habe.

An der Bereitschaft zum Engagement mangelt es den Kirchtimkern nicht. Das haben sie auch in der Vergangenheit gezeigt, wenn es um Arbeitseinsätze unter Mithilfe von Feuerwehr und Dorfjugend, um Volleyballturniere oder Sommerfeste ging. Guido Martens, Mitglied der Gruppe „Unser Freibad“ hält es für bedenklich, wenn das Freibad nach so viel Einsatz geschlossen würde. Er und seine Mitstreiter machen mehrfach auf die geringen Kosten aufmerksam, die das Freibad bisher verursacht habe, und die einst schuldenfreie Übergabe an die Samtgemeinde. Aus den in den letzten Jahren nicht erfolgten Investitionen solle den Kirchtimkern nun ein Strick gedreht werden, dafür fehle ihnen das Verständnis.

Holle: "Es funktioniert nicht mehr"

Das Geld ist an diesem Abend ein großes Thema. Frank Holle und einige Ratsmitglieder verweisen auf die hohen Investitions- und Personalkosten, die anstünden. „Was lange so geklappt hat, funktioniert nun nicht mehr.“ Allein, einen Schwimmmeister zu finden, der wie Familie Raguse, nur in der Saison beschäftigt werde,  halte Holle für nicht realisierbar. Auch stünde man in der Verantwortung, Sicherheitsvorschriften einzuhalten. Zudem machen Mitglieder des Samtgemeinderates ihre Verantwortung im Umgang mit Steuergeldern deutlich. Für die Erweiterungen der KGS und der Grundschule stünden in den kommenden Jahren Millioneninvestitionen an. Wilstedts Bürgermeister Traugott Riedesel weist auf den Vorrang der Pflichtausgaben der Samtgemeinde hin. Erst wenn Geld übrig bliebe, könne dies anderweitig investiert werden.

„Rettet das Freibad“ steht auf einem Plakat, das vor dem Dorfgemeinschaftshaus hängt. Auch im Gebäude hängen die Werke von Kindern, denen der Erhalt des Freibads am Herzen liegt. „Mit nur zwei Freibädern ist es nicht möglich, den Schwimmunterricht für die fünften Klassen zu realisieren“, erklärt Udo Kieseling, Fachbereichsleiter Sport der KGS Tarmstedt. Durch die krankheitsbedingte Schließung des Wilstedter Freibades komme es zu Engpässen beim Schwimmunterricht.

Bürgermeister Frank Tibke nutzt die Gelegenheit, um Familie Raguse für den Einsatz für das Kirchtimker Freibad zu danken. Mit viel Beifall zollt die Versammlung diesen Menschen Respekt. Raguse betont, die letzten 35 Jahre hätten ihm viel Spaß gemacht. Angesichts der vielen Besucher wundere er sich allerdings, an diesem Nachmittag im Freibad fast allein gewesen zu sein. „Wo bleibt ihr? So schlecht war das Wetter doch auch nicht“. Das ruft Samtgemeinderatsmitglied Henry Michaelis auf den Plan: Er mahnt, die Verantwortung nicht allein auf den Rat abzuschieben. Jeder müsse seinen Teil beitragen, und so liege es auch an den Eltern, die Kinder aufzufordern, ins Freibad zu gehen.

Die Kirchtimker sind bereit, für ihr Freibad zu kämpfen. Nun will man einen Förderverein gründen. Auch Samtgemeindebürgermeister Holle signalisiert Gesprächsbereitschaft und kündigt die Akzeptanz eines solchen Fördervereins an. Am 25. Juni um 19.30 Uhr sind Interessierte zur Gründung des Vereins ins Kirchtimker Dorfgemeinschaftshaus geladen.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?